Spritpreisexplosion: Steht das Benzin-Auto vor dem Aus?

Klimaschutz und hoher Ölpreis erfordern neue Verkehrskonzepte, die allerdings erst in Ansätzen erkennbar sind. Falls wir uns bald die Fahrt zur Arbeit oder zum Stadtbummel nicht mehr leisten können, stehen neben Hybrid- und Elektroauto auch E-Roller und schicke E-Bikes als kostensparende Fortbewegungsmittel bereit.

Auf dem Gipfel der politisch führenden Nationen (G8) in Japan haben die Staatslenker mal wieder ehrgeizige Klimaziele formuliert. Bis zum Jahr 2050 sollen sich die umweltschädlichen CO2-Emissionen halbieren. Das klingt überzeugend, man könnte aber auch folgendes Fazit ziehen: Viel hochwertig gedrucktes Papier wird auch künftig in den Aktenschränken der Staatslenker verstauben.

Die hehren Umweltziele haben außerdem einen anderen Hintergrund: Die steigenden Öl- und Nahrungsmittelpreise stellen nämlich mittlerweile eine ernsthafte Herausforderung für ein stabiles globales Wirtschaftswachstum dar. Die Preisfrage aus Sicht des Verbrauchers ist ohnehin – abseits vom großen Polittheater – eine ganz andere: Können wir uns das mit Benzin betriebene Automobil künftig überhaupt noch leisten?

Glücklicherweise stehen sie schon in den Startlöchern, die vermeintlichen Alternativen für Geringverdiener, bei denen im Portemonnaie kaum mehr Geld für den teuren Treibstoff übrig bleibt. Neben öffentlichen Verkehrsmitteln und der beschwerlichen Variante, gleich ganz zu Fuß zur Arbeit zu gehen – idealerweise mit einem portablen Navigationsgerät ausgestattet -, liegen derzeit vor allem E-Roller und E-Bikes ganz im Trend der Forscher.

Einziger Wermutstropfen: Deutschland ist bildlich gesprochen dem Nordpol näher als der Sahara. Man sollte sich also warm für die E-Variante anziehen, wenn der nächste Winter kommt. Hersteller wie Ultra Motors oder Sparta verstärken mit Elektrorädern wie „Pedelecs“ aber immerhin einen neuen Trend auf den innerstädtischen Kurzstrecken, der offenbar insbesondere bei unseren niederländischen Nachbarn bereits auf rege Nachfrage stößt.


Schöne neue Welt: Verkehrsmittel ohne CO2-Ausstoß sind für die Innenstädte gefragt – etwa Elektrobikes für den Weg zur Arbeit. Das Aufladen könnte an Bike-Stationen auch außerhalb der eigenen vier Wände klappen. (Foto: Ultra Motor)

Das technische Konzept des E-Fahrrads ist denkbar einfach: Ein kleiner Akku reicht aus, der Elektromotor dient auch als Generator, um die Bremsenergie in Strom umzuwandeln und in den Akku zurückzuführen. Ein bequemes Display am Lenker macht das reine Fortbewegungsmittel zum High-Tech-Instrument und verleiht ihm den Charakter eines Lifestyle-Accessoires.

Elektrofahrrad mutiert zum Lifestyle

Mit Hilfe von Open Street Map können zudem Hersteller wie Nokia mit der Plattform Maemo.org bequem neue Dienste in mobile Geräte integrieren. So präsentierte Obico auf dem diesjährigen Linuxtag in Berlin erstmals eine neue rund 600 Euro teure Hardware, eine Art Navigationssystem fürs Fahrrad der Oberklasse. Es basiert auf den mobilen Kartendiensten von Open Street Map, soll aber künftig weitere Features und Social Community-Anwendungen einbinden.

Gerade in der mobil vernetzten Welt könnten mobile Kartendienste fürs Fahrrad auf Basis von Open Source an Bedeutung gewinnen. Gegenüber gängigen mobilen Navigationsgeräten hat Obico etwa den Vorteil, dass sich dort nicht nur frei verfügbares Kartenmaterial abrufen lässt, sondern auch weitere Dienste wie Audiodateien – unabhängig vom jeweiligen Hersteller. Dies ermöglicht künftig, die Hardwareplattform relativ beliebig um neue Angebote zu erweitern.

Das Fahrrad hat also durchaus das Potenzial zum neuen Kultobjekt in der Gesellschaft: In China ist die Zahl der verkauften E-Bikes von 40.000 im Jahr 1998 auf immerhin bereits 16 Millionen im vergangenen Jahr gewachsen. Auch E-Roller erfreuen sich unter dem Motto „Electrify your Life“ nicht nur in ganz Asien zunehmender Beliebtheit und bilden einen weiteren kleinen Schritt in Richtung umweltgerechte Antriebe. Dennoch hält nicht nur in Asien die neue Mittelklasse auch weiterhin nach dem preisgünstigen Kleinwagen Ausschau.

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