Teuer gegen billig: Full-HD-Projektoren im Vergleich

Wer einen Full-HD-Beamer sucht, stößt auf enorme Preisunterschiede. Die Spanne reicht von 1000 bis 11.000 Euro. Wir haben uns anhand zweier Modelle angesehen, worin sich ein 1200-Euro- und ein 2400-Euro-Beamer unterscheiden und ob sich die Mehrinvestition hinsichtlich Kontrast, Funktionsumfang und Betriebsgeräusch lohnt.

Wer mit dem Gedanken spielt, seinen alten Fernseher auszurangieren, sollte über die Anschaffung eines Projektors nachdenken. Oft bieten Beamer mehr Bild für weniger Geld. So bekommen Heimkinofreunde beispielsweise für 1200 Euro einen 40-Zoll-HD-Fernseher. Ein Projektor dieser Preisklasse wirft im Vergleich ein monströses 300-Zoll-Bild an die Wand. Allerdings ist die Auswahl an Geräten riesig: Dutzende von Hersteller führen Beamer mit SD-, HD- und Full-HD-Auflösung von 300 bis 10.000 Euro. Da fällt es nicht leicht, sich zu entscheiden.

Filmfans mit Anspruch auf hohe Bildqualität sollten sich auf jeden Fall für einen Full-HD-Projektor entscheiden. Er löst High-Definition-Bildmaterial von Blu-rays ohne Qualitätsverlust auf. Außerdem sind Full-HD-Geräte zukunftssicher. Aber auch bei Modellen mit der hohen Auflösung gibt es noch riesige Preisunterschiede. Deshalb haben wir den günstigsten Full-HD-Beamer HD800X von Optoma für 1200 Euro mit dem doppelt so teuren W5000 von BenQ verglichen und überprüft, ob der Preisunterschied gerechtfertigt ist.

Designunterschiede

Ein Projektor muss nicht nur perfektes Bild liefern. Auch das Aussehen entscheidet oft über kaufen oder nicht kaufen. Schließlich ist auch ein 1000-Euro-Beamer schon ein Statussymbol, das sich möglichst gut in das Design des Wohnzimmers integrieren sollte. Es stellt ja auch niemand seinen teuren Loewe-Fernseher auf einen billigen Domäne-Tisch.

Beim BenQ W5000 und dem HD800X von Optoma ist der Preisunterschied schon auf den ersten Blick ersichtlich. Der HD800X kommt mit einem rundlichen Gehäuse und sieht fast aus wie eine Friteuse von Tefal. Dafür ist er nicht einmal halb so groß wie das kastenförmige BenQ-Modell und wiegt auch nur etwa die Hälfte. Aber nicht nur in Größe und Gewicht unterscheiden sich beide Beamer. Zwar kommen sowohl W5000 als auch HD800X mit einem weißen Plastikgehäuse, wer aber genauer hinsieht, erkennt besonders an den Bedienelementen Qualitätsunterschiede. Die Tasten auf der Oberseite des HD800X wirken billig. Besonders der Power-Knopf bietet nur wenig Rückmeldung. Zudem ist die Position etwas ungüstig gewählt: Optoma ordnet die Tasten hinten in einer Leiste an. Das ist zwar normalerweise kein Problem, hängt der HD800X aber an der Decke, erfordert das Anschalten eine artistische Einlage. BenQ hat hier weiter gedacht und verteilt die soliden Knöpfe des W5000 großzügig auf seiner Oberseite.


Der 9,5 Kilogramm schwere W5000 (links) von BenQ ist kastenförmig aufgebaut. Optomas halb so schwerer HD800X (rechts) fällt deutlich kleiner aus und kommt im rundlichen Design.

Besonders ersichtlich ist der Qualitätsunterschied auch an den Bildschärfe- und -Größe-Reglern vorne an den Linsen beider Projektoren. Während Optoma auch hier auf Plastik mit Chromlackierung setzt, verbaut BenQ solide Regler aus echtem Metall. Zwar verbessert sich die Bildqualität dadurch nicht, dafür steigt das Vertrauen in die Verarbeitung. Auch die Linse selbst unterscheidet sich von der des HD800X. Zwar ist die eigentliche Linse des W5000 nur geringfügig größer als die des Optoma-Beamers, dafür verbaut BenQ um die Linse herum einen großen Blendschutz.

Ein weiterer Unterschied macht sich beim Aufstellen der Projektoren bemerkbar. Der HD800X kommt mit zwei Standfüßen auf der Vorderseite, die sich durch Drücken eines seitlich angebrachten Knopfes in der Höhe verstellen lassen. In der Praxis besteht allerdings das Problem, dass man den Projektor zum Herausfahren der Füße anheben muss. Dadurch ist nicht klar, wie weit die Standfüße genau ausgefahren werden müssen. Erst nach einigen Versuchen stimmt die Höhe. Hinten verbaut Optoma drehbare Füße. Diese sind aber ziemlich klein und fummelig. BenQ setzt auf vier drehbare Füße mit großen Tellern, die Käufer einfach und präzise herein- und herausdrehen können. In der Praxis ist das aber kein wirklich großer Vorteil. Schließlich stellt man einen Heimkinoprojektor meistens nur einmal auf.

Neueste Kommentare 

Noch keine Kommentare zu Teuer gegen billig: Full-HD-Projektoren im Vergleich

Schreib einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *