Browserkrieg 2.0: Revolutioniert Google Chrome das Surfen?

Google hat das Suchen im Netz revolutioniert. Google hat den Blick auf die Welt verändert. Und jetzt möchte Google auch auf den PC: Der frisch vorgestellte Browser Chrome soll Internet Explorer und Firefox einheizen. Wir haben uns die Beta-Version näher angesehen.

1998 war das Web schon bunt. Es gab noch kaum bewegte Bilder. Töne befanden sich noch auf dem multimedialen Niveau von Klingeltönen für Handys im untersten Preissegment – aber die Überfrachtung des Netzes ging schon los. Wer etwas finden wollte, besuchte Yahoo – den damaligen Internet-Katalog. Eine gut gefüllte Webseite mit dem leichten Hang zur Unübersichtlichkeit brachte einen meistens dahin, wo man wollte. Und wenn es etwas mal nicht gab, half das zwar noch weniger übersichtliche, aber dafür größere Altavista weiter. Und dann kam Google. Eine fast leere Webseite mit Logo und Eingabefeld, die uns bis heute mit ihrer Geschwindigkeit und Einfachheit zuverlässig durchs Netz navigiert – und es mit dem abgeleiteten Verb „googeln“ bis in den Duden geschafft hat.

Zu dieser Zeit war der erste Browserkrieg bereits vorbei. Der Netscape Navigator, einst Pionier und 1995 mit 80 Prozent Marktanteil die unangefochtene Nummer 1 unter den „Internet-Darstellungsprogrammen“, wurde von Microsofts Internet Explorer (IE) verdrängt. 2000 lag der Marktanteil des Navigators bereits bei unter 20 Prozent – weiterhin stark fallend. Microsoft investierte viel Geld in seinen Browser, um die verhältnismäßig kleine Konkurrenz bereits im Keim zu ersticken. Der IE schaffte es bis 2003 auf einen Marktanteil von bis zu 95 Prozent. Erst 2004 kam wieder etwas Bewegung in den Kampf. Mozillas Firefox konnte seinen Marktanteil seit der Veröffentlichung seiner ersten Version Stück für Stück auf geschätzte 27 Prozent in Europa (Stand: September 2007) steigern.

Doch die Zeit ist reif für eine neue Revolution. Google hat gestern Abend die erste Beta-Version seines neuen Browsers Chrome zum Download bereitgestellt. Auf den ersten Blick wirkt das Programm im Vergleich zu Firefox und Internet Explorer spartanisch. Einfach. Mehr nach Leinentasche denn nach Dolce & Gabbana. Eben genau so, wie die Index-Seite von Google 1998 wirkte – verglichen mit ihren Konkurrenten Altavista und Yahoo.

Design

Ganz nackt wirkt Chrome beim ersten Start allerdings nicht. Ein Doppelklick auf das Icon öffnet das Programm. Es startet sofort, ist deutlich schneller bereit zum Surfen als seine Konkurrenten. Im Inneren ist einiges zu sehen: sechs graue Boxen, die nach der ersten Benutzung die am häufigsten genutzten Webseiten anzeigen und auf Klick herholen. Opera-Nutzer kennen diese Funktion bereits. Darüber liegt ein Fenster, das die Funktion dieser Boxen erklärt. Google nennt sie schlicht „Am häufigsten besucht“.

Google Chrome
Das Chrome-Interface beim ersten Start: Die grauen Boxen im Hintergrund ermöglichen nach der ersten Benutzung den schnellen Zugriff auf häufig besuchte Webseiten.

Neueste Kommentare 

3 Kommentare zu Browserkrieg 2.0: Revolutioniert Google Chrome das Surfen?

  • Am 4. September 2008 um 01:40 von franxpunx

    Ferraribrowser
    Also, ich bin jetzt seit einem Tag mit Chrome unterwegs und fühle mich im Vergleich mit dem Surfen "vor Chrome" als wäre ich von Fiat auf Ferrari umgestiegen. Endlich totales High-Speedsurfen ohne überflüssigen Schnick-Schnack.

    Wer braucht schon eine Seitenladestatusanzeige bei derart rasanten Ladezeiten? Wer Lesezeichen bei dieser genialen Navigation?

    Einzig das googletypische Erscheinungsbild mit diesem faden Hellblau nervt. Da ist der Safari einfach hübscher. Hoffentlich bleibt der Browser auch in der Zukunft so schlicht und bringt keine weiteren "nützlichen" Features. Ein Ferrari hat auch keine Einparkhilfe.

    Wer will Datenschutz gegen Geschwindigkeit tauschen. Ich. Datenschutz? Leute, wir sind im Internet.

  • Am 8. September 2008 um 00:55 von FirleFanz

    look a like
    ja mir gehts auch so, ich bin gespannt was aus Chrome wird.

    Das fade Blau kann man loswerden auf http://www.freechromethemes.com/

  • Am 1. Oktober 2008 um 21:27 von Hyperion

    Firefox
    CHrome hat fast alles von Firefox und Opera apgekupfert, ja sie geben es ja sogar selbst zu! Ich bleibe beim Firefox, Google weiß auch so schon genug über mich!
    Außerdem gibts bei Chrome weder ADBLOCK+, noch andere Addons!
    Firefox 4 ever !!!

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