Online-EPGs: kostenlose Fernsehzeitungen mit Übersicht und Mehrwert

Elektronische Fernsehzeitschriften (EPGs) lösen die herkömmliche Papier-Variante langsam aber sicher ab. Sie bieten nicht nur mehr Informationen, sie stellen diese auch übersichtlicher dar und ermöglichen schnelle Suchen. Was aktuelle EPGs leisten und inwiefern sie den gedruckten Pendants voraus sind, hat CNET getestet.

Jeder kennt das Problem: Die Fernsehzeitschrift ist genau dann nicht verfügbar, wenn man sie benötigt. Entweder liegt sie irgendwo in einem Stapel Zeitungen der letzten paar Tage vergraben oder jemand hat sie beim Frühstück derart mit Marmelade vollgekleckert, dass man besser die Finger von dem Blatt lässt. Und selbst wenn sie dann doch sauber und unversehrt auftaucht, finden Filmfans ihre Lieblingssendungen erst nach langem Blättern und Suchen. Gott sei dank gibt es TV-Zeitschriften, denen ein solches Schicksal erspart bleibt: Sie sind immer griffbereit und beinhalten immer das aktuelle Programm. Außerdem gibt es sie zu Hause – es bleibt einem also sogar der Weg zum Kiosk erspart. Die Rede ist von EPGs (Electronic Program Guide), auf Deutsch elektronischen Fernsehzeitschriften. CNET hat vier dieser Dienste getestet.

Die verschiedenen EPG-Arten

Moderne Fernsehgeräte kommen oft mit einer integrierten EPG-Funktion. Ein Druck auf entsprechende Taste der Fernbedienung genügt, um das Fernsehprogramm, meist in tabellarischer Form, auf dem Bildschirm darzustellen. Die Übertragungsart digitaler Fernsehprogramme bietet sich geradezu an, um neben dem Fernsehsignal noch Programminformationen wie Name der Sendung, Uhrzeit und eine Kurzbeschreibung mit zu senden. Doch selbst Besitzer analoger Empfangsgeräte können in den Genuss einer elektronischen Programmzeitschrift kommen: Mit NexTView existiert ein Verfahren, das die Austastlücke des Fernsehsignals ausnutzt, um Programminfos zu übertragen.

In Zeiten des Internets liegt es auf der Hand, dass zu Fernsehzeitschriften — wie bei andere Printmedien auch — Online-Pendants existieren. Dazu zählt zum Beispiel TV Movie. Die meist werbefinanzierten Webseiten bietet neben der eigentlichen Programmvorschau auch Zusatzdienste an. Originell ist beispielsweise die Möglichkeit bei tvtv.de, die heimischen Aufnahmegeräte aus der Ferne über eine Webseite zu programmieren. So verpasst niemand mehr seine Lieblingsserie.

Eine dritte Variante der elektronischen Programmzeitschriften setzt ebenfalls auf Programminformationen aus dem Web. Anstatt mit dem Internetbrowser auf das Online-Angebot zuzugreifen, kommt ein eigenes Client-Programm zum Einsatz. Dieses müssen Anwender allerdings zuerst auf ihrem Computer installieren. Erwähnenswert sind an dieser Stelle die EPG-Programme TVgenial, der TV Movie ClickFinder und teXXas. Wer Open-Source-Verfechter ist, sollte einen Blick auf TV-Browser werfen. Das Programm ist in Java geschrieben und somit auch auf alternativen Betriebssystemen wie Linux oder Mac OS X lauffähig.

Online-Fernsehzeitschriften im Vergleich

Da EPGs aus dem Fernsehsignal nur mit bestimmten Geräten funktionieren, und die Installation von EPG-Programmen umständlich ist, konzentrieren wir uns auf Online-Fernsehzeitschriften. Vier dieser Web-basierten EPGs mussten sich in unserem Vergleich bewähren.

tvtv.de

Die Datenbank von tvtv.de deckt ein breites Spektrum an Fernsehsendern ab. Neben den Hauptsendern ARD, ZDF, RTL, ProSieben, Sat.1, RTL 2, Kabel eins, VOX, Arte, 3sat, Super RTL und einigen anderen bietet tvtv.de auch Zugriff auf das Programm zahlreicher Regionalsender. Zudem existieren gesonderte Bereiche für die Kategorien Sport-, Musik-, Nachrichten- und Kinderprogramme sowie Sparten- und Auslandssender. Die unterschiedlichen Premiere-Kanäle stehen ebenfalls zur Verfügung. Wem das alles noch nicht reicht, der kann aus einer Datenbank mit über 500 Sendern aus dem europäischen Raum seine eigene Programmansicht zusammenstellen. Dabei ist das TV-Programm bis zu drei Wochen im Voraus einsehbar. Detailbeschreibungen zu einzelnen Sendungen kann der Betrachter per Klick abrufen. Viele Sendungen sind mit Fotos hinterlegt und detaillierte Inhaltsangaben und auch Informationen über Darsteller, Regie, Kategorie und Produktionsland fehlen nicht. Eine Suchfunktion ist ebenfalls mit an Bord. Das EPG sortiert die Suchergebnisse auf Wunsch nach Zeit, Sender, Kategorie oder Titel.

Wer will, kann sich bei tvtv.de ein Benutzerkonto anlegen. Dann kann er eigene Suchfilter und eine persönliche Merkliste für Sendungen anlegen. Auch das Speichern selbst zusammengestellter Sendergruppierungen ist dadurch möglich. Und noch eine praktische Funktion ist nach der Registierung verfügbar: Läuft beispielsweise eine interessante Tuning-Sendung, kann sie der registrierte Nutzer per E-Mail an Freunde weiterempfehlen. Kostenpflichtig ist eines der interessantesten Features: Wer kompatible Aufnahmehard- und Software besitzt, die Zugriff zum Internet hat, kann Aufnahmen online über das tvtv.de-Portal programmieren. Eine Fernprogrammierung ist sogar per Handy oder PDA möglich. Der Vorteil liegt auf der Hand: Im Gegensatz zu einem Online-Videorecorder müssen Sie die Aufnahmen nicht erst noch vom Dienstanbieter herunterladen. Die Aufnahme ist bereits auf Ihrer Festplatte. Der Service ist kompatibel zu aktuellen TV-Empfängern von Hauppauge, Pinnacle und Terratec — um nur einige zu nennen. Ein Jahresabo kostet knapp 20 Euro.

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