Während Acer, MSI und Medion bereits mit Konkurrenzprodukten zu Asus‘ erfolgreichem Eee PC vertreten sind, hat sich Branchenriese Dell etwas mehr Zeit gelassen. Mit dem Inspiron Mini 9 bringt das Unternehmen erst Ende September sein erstes Netbook nach Deutschland.

Die technischen Daten des Inspiron Mini gleichen denen anderer Netbooks: 1,6-GHz-Atom, SSD, 1 GByte RAM, integrierte Grafik, WLAN und Display mit 1024 mal 600 Pixeln Auflösung. Außerdem sind eine 1,3-Megapixel-Webcam sowie Bluetooth integriert. Mit einer vorgerüsteten Antenne hat Dell bereits das Fundament für ein Modell mit 3G-Modul gelegt.

Bislang ist auf der deutschen Dell-Website nur die genannte Konfiguration bestellbar. Sie kostet inklusive Abhol- und Reparaturservice für ein Jahr 369 Euro. Zusammen mit dem 29 Euro teuren Versand bleibt man mit 398 Euro knapp unter der 400-Euro-Grenze. Für Oktober hat Dell auch eine Version mit Ubuntu-Linux angekündigt.

Das mit schwarzem Hochglanzlack versehene Äußere des Inspiron Mini sieht zwar elegant aus, zieht aber Fingerabdrücke magisch an. Im Übrigen zeichnet sich das Gerät durch eine solide Verarbeitung aus.

Die Herausforderung, eine vernünftige Tastatur auf der kleinen Grundfläche eines Netbooks unterzubringen, hat Dell gut gemeistert. Trotzdem gibt es Raum für Verbesserungen: So sind die Buchstaben zwar größer als beim 9-Zoll-Eee-PC, Tab und andere Sondertasten sind jedoch etwas kompakt geraten. Zudem haben die Entwickler auf die übliche Reihe mit den Funktionstasten komplett verzichtet. Ihre Aufgabe nimmt eine Reihe von Tastenkombinationen mit A bis L ein.

Der 9-Zoll-Screen hat die bei Netbooks üblichen 1024 mal 600 Pixel Auflösung, was bei der Ansicht von Websites und Dokumenten häufiges Scrollen notwendig macht. Darüber ist die 1,3-Megapixel-Webcam platziert, darunter zwei Lautsprecher. An der Farbdarstellung gibt es nichts auszusetzen, die Hochglanzbeschichtung neigt aber zu Reflexionen.

Das Inspiron Mini 9 bietet drei USB-Schnittstellen, Kopfhörerausgang und Mikrofoneingang sowie Schnittstellen für VGA und Ethernet. Über den Kartenleser für vier Formate ist eine Speichererweiterung möglich. Die integrierte SSD bietet 16 GByte. Eine 16-GByte-SD-Karte ist mittlerweile für gut 40 Euro zu haben.

Der 1,6-GHz-Atom mit Hyperthreading kommt auch in anderen Netbooks zum Einsatz. Im iTunes-Encoding-Test liegt das Inspiron daher leistungsmäßig auf dem Niveau von MSI Wind U100 und Eee PC 901. Die Kombination mit 1 GByte RAM und Windows XP bietet genügend Leistung für alle Basisaufgaben – solange man nicht allzu anspruchsvoll ist.

Der mitgelieferte 4-Zellen-Akku hat eine Kapazität von 2200 mAh. Er versorgt das Dell-Netbook für 3 Stunden und 21 Minuten mit Strom. Die Laufzeit liegt damit zwar deutlich über dem Acer Aspire One (gut zwei Stunden) und dem MSI Wind (knapp zwei Stunden), der mit 6-Zellen-Akku ausgestattete Eee PC 901 bringt es aber auf mehr als drei Stunden.

Fazit

Dell legt mit dem Inspiron Mini 9 ein solides Netbook vor: Es leistet sich im Vergleich zur Konkurrenz keine echten Schwächen, kann sich aber auch nicht wirklich von dieser absetzen. Nachteilig ist, dass für den deutschen Markt bislang nur eine Konfiguration zur Verfügung steht. Für den ein oder anderen Nutzer könnte es nämlich interessant sein, die 16-GByte-SSD durch eine größere Festplatte zu ersetzen.

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