Mini-Notebooks mit Leistung unter 500 Euro: der große Netbook-Vergleich

Der erste Eee PC hat eingeschlagen wie eine Bombe. Der Grund: Anwender wollen ein kleines, leichtes Zweitnotebook zum günstigen Preis. Das haben auch Größen wie Dell, LG, Toshiba oder Lenovo erkannt und bringen eigene Netbooks auf den Markt. Das erschwert die Kaufentscheidung. Es ist Zeit für Licht im Mini-Notebook-Dschungel. Wir erklären, was ein Netbook können muss und worauf Käufer achten sollten.


[KOMMENTAR]
TITEL=Ein Netbook für 600 Euro ist kein Netbook
AUTOR=Daniel Schräder, Leitender Redakteur
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TEXT=Der erste Eee PC hat mich begeistert. Ein funktionierendes Notebook für 100 Euro – wow, ich kaufe eines fürs Büro, eins fürs Bad und eins für unterwegs. Doch dann kostete er über 200 Euro, ohne UMTS und mit schwachem Display – da warte ich noch.

Inzwischen bringen alle möglichen Hersteller sogenannte Netbooks auf den Markt, mit dicken Festplatten, XP, mehreren Gigabyte RAM oder Touchscreen. Zu Preisen von 500 Euro oder mehr. Das braucht kein Mensch. Für das Geld bekomme ich ein Notebook mit allem Pipapo. Ein Netbook soll das Notebook ergänzen, klein und vor allem günstig sein. Ich möchte es mitnehmen und brauche weder ein überdimensioniertes XP noch unendlich viel Speicher.

Ich kaufe das erste Netbook mit SSD, Linux und UMTS – für 250 Euro.

Mit ihnen ist das Surfen auf Couch oder Klo bequem, das Herumtragen mühelos und der Einsatz unter extremen Umständen möglich geworden: Netbooks sind klein, leicht und häufig dank Flash-Speicher auch noch wenig anfällig für Stöße oder Stürze von der Tischkante. Und noch einen Vorteil haben die Mini-Notebooks: ihren geringen Preis – zumindest theoretisch.

Mit dem Verkaufsstart des ersten Netbooks Eee PC 701 4G am 24. Januar 2008 hat Asus einen regelrechten Hype ausgelöst. Allein im ersten Halbjahr 2008 hat der Hersteller 1,7 Millionen der voll funktionstüchtigen Notebook für 299 Euro verkauft. Das haben auch andere Hersteller bemerkt – und bringen seitdem fleißig eigene Geräte auf den Markt. Mittlerweile sind mehr als 20 Mini-Notebooks in Deutschland erhältlich. Weitere elf sollen noch in diesem Jahr bei uns erscheinen. Dadurch haben Käufer zwar eine riesige Auswahl, dafür geht die Übersicht verloren.

Deshalb hat CNET Netbooks mit mehr als 1 GHz Prozessortakt und einem Preis von weniger als 500 Euro verglichen und das jeweils perfekte Gerät für bestimmte Anwendergruppen gekürt.

Update: Mittlerweile sind in Deutschland ganze 41 Netbooks erhältlich. CNET.de hat alle Modelle verglichen.

Preis

Rein äußerlich ähneln sich alle Netbooks. Sie kommen im Formfaktor des ersten Eee PC. Auch Schnittstellen und Displaygröße haben ihre Hersteller dem Ur-Netbook Eee abgeschaut. Nur in einer Sache unterscheiden sich die meisten vom ersten Asus-Modell: dem Preis.

Denn preislich hat sich seit dem Eee PC 4G einiges getan – leider in die falsche Richtung. So kostet selbst der erste Eee PC nicht wie ursprünglich angekündigt etwa 199 Dollar, also rund 140 Euro, sondern auch nach einiger Zeit des Preisverfalls immer noch 200 Euro. Andere Geräte sind noch wesentlich teurer. HPs 2133 Mini-Note ist beispielsweise erst ab 629 Euro erhältlich. Der Hersteller Flybook bietet sogar ein „Netbook“ für sagenhafte 2589 Euro an. Für das Geld gibt es bei Alienware schon ein erstklassig ausgestattetes Multimedia-Notebook. Und selbst für 500 Euro bekommt man beim Lebensmittelmarkt um die Ecke schon ein echtes Notebook mit optischem Laufwerk, Windows Vista und Multimedia-Ausstattung.

Andere Geräte sind zwar billig, bieten aber nur unzureichende Rechenleistung. One bietet beispielsweise mit dem Mini Notebook A110 zwar ein Netbook für knapp 200 Euro an, es hat aber nur einen 1-GHz-VIA-Prozessor und 2 GByte Speicher an Bord. Wer für dieses Geld ein gebrauchtes Notebook bei Ebay ersteigert, bekommt beispielsweise ein IBM Thinkpad mit 12 Monaten Garantie, 1,5-GHz-Prozessor und Windows XP.

Es stellen sich also die Fragen, ab wann ein Notebook kein Netbook mehr ist und wie viel die Mini-Notebooks maximal kosten dürfen. Die Schmerzgrenze liegt unserer Meinung nach bei 500 Euro. Alles was darüber hinausgeht, verfehlt den eigentlichen Netbook-Gedanken. Schließlich war die Grundidee ein kleines und vor allem billiges Gerät zum Surfen, Skypen und einfache Aufgaben.


Der Eee PC 701 4G von Asus sollte ursprünglich nur 199 Dollar kosten.

Neueste Kommentare 

9 Kommentare zu Mini-Notebooks mit Leistung unter 500 Euro: der große Netbook-Vergleich

  • Am 3. Oktober 2008 um 17:46 von AAF

    HP Netbooks?
    Die HP-Netbooks fehlen leider komplett. Ansonsten ein lesenswerter Artikel.

  • Am 6. Oktober 2008 um 14:56 von Pascal Poschenrieder

    HP-Netbooks
    Hallo AAF,
    wir wollten die HP-Netbooks anfangs mit in unseren Vergleich nehmen. Allerdings kosten alle HP-Modelle weit mehr als 500 Euro (Rahmenbedingung unseres Vergleichs) und sind damit in unseren Augen keine echten Netbooks sondern lediglich Mini-Notebooks.

    Mit freundlichem Gruß,
    Pascal

  • Am 6. Oktober 2008 um 23:15 von Netbooks

    Tolle Übersicht
    Endliche mal eine nahezu vollständige Übersicht der derzeit erhältlichen Netbooks. Ausführliche Testberichte der meisten Modelle finden sich auch unter http://www.netbook-vergleich.com

  • Am 7. Oktober 2008 um 14:55 von Athe

    Lange gesucht
    Schöner Artikel, so etwas habe ich schon lange gesucht.

    Und es ist auch genau das Aufgegriffen worden, was mich immer so ärgert. Ein Netbook muss günstig sein, es ist kein vollwertiges Notebook.
    Mir würde sogar ein Linux mit Textkonsole reichen.
    Dafür muss es gut ins Internet kommen und lange Akku-Laufzeiten haben.
    Ahja, eine ausklappbare Tastatur wäre natürlich auch noch ein Traum.
    Dafür sind dann 200 Euro meine persönliche Obergrenze.

    Was ich an dem Artikel schade finde ist, dass die chinesischen Netbooks die noch auf den Markt kommen nicht erwähnt worden sind. Die sind zumindest schon einmal günstiger.

  • Am 9. Oktober 2008 um 19:18 von thrawn

    @athe
    ist dir die Wiedersinnigkeit deines Anspruchs bewußt? Was möchtest du mit einer nur Text-Console im Internet? Die Chinesischen Netbooks auf den Messen haben mir wegen der Tastaturen bisher nicht gefallen.

  • Am 20. Oktober 2008 um 09:40 von Paranoyd

    Schoener Artikel
    Eine schöne Übersicht habt ihr da zusammengestellt. Technische Infos, Bild und Videomaterial und ausführliche Testberichte findet ihr auf parabook.de – der ultimative netbook blog.

  • Am 8. November 2008 um 23:20 von psdv2

    Bluetooth und 3G "nachrüsten"
    Beim ACER (und anderen) läßt sich mit einem Bluetooth-dongle für wenige Euro und einem UMTS Handy (hat ja "fast" jeder heute…) die gewünschte 3g-Geschwindigkeit im Netz problemlos nachrüsten.

    Dafür muß ich ja nicht unbedingt noch 100,- € beim Kaufpreis drauflegen, oder sehe ich das falsch?

  • Am 10. November 2008 um 10:41 von Daniel Schraeder

    Re: Bluetooth und 3G "nachrüsten"
    Hi,

    grundsätzlich ist das natürlich richtig – Dongle, Bluetooth-Handy und fertig ist die Laube. In der Praxis ist mir persönlich allerdings ein internes HSDPA-Modem lieber, denn es steckt nichts außen am Gehäuse, was ich vergessen oder abbrechen kann (ich habe schon diverse PC-Cards durch Anheben des Notebooks an einer Seite gekillt, daher die Vorsicht ;-).

    Allerdings komme ich so nicht auf den vollen, theoretisch möglichen Datendurchsatz. Selbst, wenn sowohl Handy als auch Bluetooth-Dongle den Standard 2.1 EDR unterstützen, kommen die Daten mit bis zu 7,2 Megabit aus dem Mobilfunknetz ans Handy, werden via Bluetooth allerdings mit maximal 2,1 Megabit an das Netbook weitergeleitet.

    Den Geschwindigkeitsfaktor kann man allerdings auch vernachlässigen – denn den vollen Speed erreicht man vermutlich weder im ICE noch im Biergarten.

    Beste Grüße :)
    Daniel Schraeder, CNET.de

  • Am 18. November 2008 um 10:02 von Mojo

    Lenovo S10
    Was sie zum Lenovo geschrieben haben ist grundsätzlich richtig, jedoch ist das 10 Zoll Nebook in Deutschland mit einem 6 Zellen Akku ausgerüstet und mit 4,8 Ah. Damit sollen laut hersteller 5 Stunden erreicht werden.
    Erhältlich sind diese hier in deutschland ab 4. Dezember.
    Außerdem gibt es auch eine Variante in der 1,5 GB DDR2 verbaut sind und welches dann mit Linux ausgestattet ist, Preis liegt dann bei dem bei 329€. Normale Modell mit 1 GB und XP kostet 349€.

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