Digitale Spiegelreflexkameras sind groß und schwer. Daher kann es lästig sein, sie ständig mit sich herumzuschleppen. Was also, wenn man eine Kamera sucht, die sämtliche Funktionen einer DSLR mitbringt und dennoch in die Hosentasche passt? Mit der Ricoh GX200 mit 12-Megapixel-Sensor, Weitwinkelzoom und praktischen Steuerelementen zum Preis von etwas über 400 Euro findet sich wohl die optimale Lösung: eine Art Spiegelreflexkamera im Miniformat.

Stärken

Durch das Weitwinkelobjektiv mit einer Brennweite von 24 bis 72 Millimetern (Kleinbildäquivalent) ist die GX200 durchschnittlichen Kompaktkameras deutlich überlegen. Aber auch den gängigerweise mitgelieferten Objektiven digitaler Spiegelreflexkameras hat sie einiges voraus. Beim extremen Heranzoomen fällt die Zoomleistung nicht übermäßig aus. Doch wer gerne Landschaften fotografiert und Urlaubsbilder macht, wird das Weitwinkelobjektiv besonders schätzen. Wem es damit noch immer nicht weit genug geht, der kann sich obendrein den optionalen 0,79-fach-Konverter anschaffen. Das entspricht dann einem 19-Millimeter-Weitwinkel.

Tonnenförmige Verzerrungen stellen bei der Weitwinkeleinstellung für alle Objektive ein Problem dar. Ist das bei der GX200 noch schlimmer als in anderen Fällen? Das lässt sich so nicht sagen. Außerdem verfügt die GX200 über eine recht intelligente Verzeichnungskorrektur, die das Bild schon beim Abspeichern korrigiert.

Die GX200 gibt es einerseits als Einzelgerät. Gegen einen Aufpreis von 50 Euro ist sie mit dem VF-Kit erhältlich, das einen elektronischen Sucher enthält. Dieses kleine Okular wird am Zubehörschuh der Kamera befestigt. Er dürfte sich durchaus als nützlich erweisen, wenn die Umgebung für das LCD zu hell ist. Er lässt sich auch nach oben und unten schwenken und ermöglicht so Aufnahmen aus Hüfthöhe.

Für eine kleine Kamera ist die Ricoh erstaunlich gut zu bedienen. Die Entwickler haben es geschafft, ziemlich viele Bedienelemente auf kleinstem Raum unterzubringen. Allerdings verlangt das Einstellrad auf der Rückseite einige Aufmerksamkeit. Denn es dient auch gleichzeitig als Bestätigungsknopf. Bei der Modusauswahl gibt es keine Voreinstellung für die Verschlusszeit. Doch diese Funktion wird ohnehin kaum genutzt. An der Programm-Automatik, der Blendenvoreinstellung und den manuellen Funktionen gibt es hingegen nichts auszusetzen.

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