UMTS-Tarife im Überblick: Überall zum DSL-Preis surfen

Mobiles Internet über UMTS hat Geschwindigkeit und Preisniveau vom kabelgebundenen DSL erreicht. Allerdings herrscht Tarifchaos – die Provider machen ihren Kunden das Leben durch Kleingedrucktes schwer. Wir haben UMTS-Flatrates verglichen und ermittelt, wo Käufer das beste Angebot bekommen.


[KOMMENTAR]
TITEL=Schluss mit dem Kleingedruckten
AUTOR=Pascal Poschenrieder, Volontär
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TEXT=Die Provider haben in den letzten Jahren mit dem UMTS-Ausbau in Deutschland gute Arbeit geleistet. T-Mobile erreicht mit seinem UMTS-Netz beispielweise etwa 60 Prozent der Bevölkerung. Auch preislich sind die meisten Anbieter fair.

Allerdings versuchen sie immer wieder, Kunden in undurchsichtige Verträge mit dutzenden Fußnoten hineinzuziehen. Wer sich beispielsweise die Tarifübersicht von T-Mobile als PDF-Datei herunterlädt, findet auf den letzten Seiten unglaubliche 79 Punkte Kleingedrucktes.

Kein Kunde hat die Zeit, seitenweise Spezialregeln durchzulesen. Zudem sind die Klauseln oft derart verwirrend formuliert, dass sie völlig unverständlich sind. Ein Kunde muss alle Vertragsbedingungen einfach durchschauen können. Alles andere grenzt in meinen Augen an Abzocke.

Dank des Preiskampfes der Mobilfunkprovider können Notebookbesitzer mittlerweile schon ab 25 Euro pro Monat mittels UMTS fast überall kabellos auf das Internet zugreifen. Damit ist der Drahtlosfunk so günstig wie eine normale DSL-Flatrate. Außerdem kann er durch die Datenturbos HSDPA und HSUPA auch in Sachen Geschwindigkeit mittlerweile mit DSL-Flatrates konkurrieren. Nur ein Manko haben die Anbieter noch nicht völlig beseitigt: die mangelnde Verfügbarkeit. Doch auch hier hat sich in den letzten Jahren einiges getan. So ist UMTS derzeit in allen deutschen Kommunen mit mehr als 50.000 Einwohnern verfügbar. Sogar in vielen ländlichen Regionen klappt der kabellose Zugriff auf das Internet.

Allerdings bietet nicht jeder Anbieter die gleiche Netzabdeckung. Und auch preislich unterscheiden sich die Offerten der Provider. CNET hat Tarife verglichen und die besten Flatrates ermittelt.

UMTS gegen DSL

Der größte Vorteil von UMTS gegenüber einer normalen DSL-Verbindung besteht darin, dass die Funkverbindung nicht nur zu Hause funktioniert. Bis vor etwa einem Jahren war es allerdings noch so, dass eine DSL-Verbindung für weit weniger Geld zu haben war. So mussten Kunden für eine UMTS-Flatrate vor etwa zwei Jahren noch locker 50 Euro pro Monat an den Provider entrichten. Zudem bekamen sie dafür häufig stark eingeschränkte Pseudo-Flatrates mit geringen Übertragungsvolumen, schlechter Netzabdeckung und unzureichender Geschwindigkeit.

Heute bekommen mobile Websurfer schon ab circa 30 Euro eine UMTS-Flatrate, die in Sachen Geschwindigkeit mit einer 30-Euro-DSL-Flat mithalten kann. So kostet die 1&1 Doppel-Flat mit einer Downloadgeschwindigkeit von 6 Megabit pro Sekunde beispielsweise monatlich 29,99 Euro. Für 4 Cent weniger bietet MoobiCent eine UMTS-Flatrate mit einem maximalen Downstream von 7,2 Megabit pro Sekunde an. In diesem Fall ist die UMTS-Verbindung also theoretisch sogar schneller als die gleich teure DSL-Variante. Das verdankt der Drahtlosfunk den Datenturbos HSDPA und HSUPA.

HSDPA steht für High Speed Downlink Packet Access und ist auch als 3.5G oder 3G+ bekannt. Es setzt auf dem Mobilfunkstandard der dritten Generation (3G oder UMTS) auf und beschleunigt ihn auf eine theoretische Maximalgeschwindigkeit von satten 14,6 MBit/s. In der Realität erreicht er aber nur bis zu 7,2 MBit/s – und das auch nur unter Optimalbedingungen. Allerdings ist das zum Surfen oder dem Download größerer Dateien ausreichend. So dauert der Download einer MP3-Datei bei gutem Empfang etwa 5 Sekunden. Ein Film mit einer Dateigröße von 700 MByte wandert in etwa einer Viertelstunde auf den Rechner.

HSUPA oder 3.75G bezeichnet den High Speed Uplink Packet Access und ist seit Anfang 2007 auch in Deutschland verfügbar. Dank des Uploadturbos laden UMTS-Nutzer derzeit mit bis zu 1,45 MBit/s Daten in das Internet hoch. Dadurch eignet sich der Datenfunk nun auch zum Upload größerer Dateien wie Youtube-Videos. Wer einen Film mit 100 MByte hochlädt, benötigt dafür bei guter Verbindung nur etwa 10 Minuten. Mit der 1&1 Doppel-Flat 6000 dauert der Upload mehr als doppelt so lange.

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