Es gibt nicht viele Handys, die auch ihre eigene Ausstellung bekommen. Das P’9522 von Porsche-Design ist jedoch so ein Ausnahmegerät. Der Autobauer hat mit dem zweiten Porsche-Handy nämlich nicht nur ein Mobiltelefon, sondern auch ein Design-Accessoire konzipiert. Um die Bedeutung des Designs zu unterstreichen, hat Porsche neun internationale Fotografen dazu eingeladen, das Handy in Szene zu setzen. Die Arbeiten werden im Rahmen der Wanderausstellung „Porsche Design Mobile Phone Experiences“ von September bis November 2008 in Paris, Lissabon, Mailand, Hamburg, Moskau, Peking, Hongkong und Dubai zu sehen sein.

Design

Das Design des P’9522 wirkt kühl, elegant und irgendwie auch zeitlos. Gebürstetes Metall, strenge Linien und nüchterne Formen bestimmen sein Aussehen. Bei der Gestaltung haben sich die Konstrukteure erfreulicherweise keiner Modelaune unterworfen, damit soll das Mobiltelefon auch in zwei Jahren noch vorzeigbar sein. Das P’9522 wird aus einem Aluminiumblock gefräst und mit kratzfestem Mineralglas für das Display versehen. Im Vergleich zum ersten Porsche-Modell ist das P’9522 zwar etwas länger, dafür aber auch flacher und schmaler geworden: Es misst jetzt 11,2 mal 4,9 mal 1,2 Zentimeter, wiegt 115 Gramm und liegt somit gut in der Hand.

Auffallend ist, dass Porsche dem Handy nicht nur einen Touchscreen spendiert, sondern auch noch eine mechanische Zifferntastatur draufgepackt hat. Die einzelnen Tasten sind nur mit einem Millimeter Abstand voneinander getrennt. Da hätten die Designer etwas mehr Luft lassen sollen, damit sich auch beim Tippen ohne Hingucken kein Fehler einschleicht. Immerhin ist der Druckpunkt der Tasten gut definiert, so dass sich eine Telefonnummer flott eingeben lässt.

Den meisten Platz auf dem Handy nimmt das 2,8 Zoll-OLED-Display ein, das eine Auflösung von 400 mal 240 Pixeln liefert. Das ist mehr als die bislang üblichen 320 mal 240 Pixel der meisten Mobiltelefone. Entsprechend klar werden die Inhalte dargestellt. Insbesondere Fotos und Videos wirken damit sehr viel schärfer.

Wirklich schick sieht die Menü-Oberfläche aus: Jeweils drei Icons, die klar symbolisieren, was sich dahinter verbirgt, sitzen in einer Reihe. Insgesamt gibt es vier Reihen. Drückt der Nutzer auf eines der zwölf Icons, öffnet sich die dahintersteckende Anwendung binnen einer Sekunde. Der Bildschirm reagiert dabei gut auf den Druck.

Etwas umständlich ist allerdings die Bedienung in den Tiefen des Menüs: Während eine Funktion oder Anwendung im Hauptmenü direkt durch Berührung eines der zwölf Icons gewählt wird, funktioniert direktes Berühren in den Untermenüs nicht mehr. Hier muss der Anwender eine Liste entlang nach unten scrollen. Das macht die Bedienung umständlich. Weiteres Minus: Manche Menübegriffe sind zu lang, als dass sie in eine Zeile passten. Sie erscheinen daher als Laufschrift, was die Menü-Darstellung nicht allzu ansprechend macht.

Geradezu genial könnte man die Nutzung des Fingeradrucksensors als Schnellzugriffsmaschine nennen. Auf dem Startbildschirm findet sich, ähnlich wie beim HTC Touch Diamond, eine Leiste mit neun Icons, die als Direktzugriffe dienen. Eines der Icons kann der Nutzer mit einem beliebigen Schnellzugriff belegen, bei einem weiteren Icon kann er den Fingerabdrucksensor aktivieren und darüber bis zu zehn selbst festgelegte Funktionen aufrufen.

Aufgerufen wird die Funktion, indem man den Finger über den Sensor zieht. Das Abspeichern von Fingerabdruck und Funktion erfordert dabei, dass der Nutzer fünf- bis achtmal seine Finger über den Sensor zieht, bis alle Daten erfasst sind. Außerdem lassen sich auch persönliche Daten mit dem Fingerabdrucksensor schützen oder die PIN-Code-Abfrage abschalten und durch den Sensor ersetzen.

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