Das gerüchteumwobene und lang ersehnte Update der Nikon D80 erweist seinem Vorgängermodell alle Ehre. Die Nikon D90 mit 12,3 Megapixeln Auflösung löst die beliebte 10-Megapixel-D80 nicht ab, sondern stellt eine Ergänzung der DSLR-Produktreihe von Nikon dar. Das wohl auffälligste Unterscheidungsmerkmal ist die Videofunktion der D90. Somit ist das ab 800 Euro erhältliche Modell die erste digitale Spiegelreflexkamera mit Video-Unterstützung. Die größten Konkurrenten der D90 sind das ältere 10 Megapixel-Modell 40D von Canon, die Sony Alpha DSLR-A700 mit 12,2 Megapixeln und die Pentax K20D mit 14,6 Megapixeln.

Design

Mit stolzen 737 Gramm ist die Kamera deutlich schwerer als die meisten vergleichbaren digitalen Spiegelreflexkameras. Dafür fühlt sie sich allerdings auch solider und robuster an. Die etwas teureren Modelle A700 und K20D bieten einen besseren Schutz vor Staub und Witterungseinflüssen. Die D90 ist in ihren Abmessungen mit der D80 nahezu identisch, hat den gleichen vertikalen Griff und den gleichen Akku, der für 850 Aufnahmen reichen soll. Nikon hat auch die kabellose Blitzsteuerung und die Kurzzeitsynchronisation des Vorgängers übernommen. Die Lebensdauer des Verschlusses wurde erhöht und das Staubreduktionssystem der D300 integriert. Aus der D300 kommt auch das Display zum Einsatz, allerdings mit Polymer- anstatt Glas-Abdeckung. Es handelt sich dabei um ein 76 Millimeter (3 Zoll) großes und sehr hochauflösendes LCD mit 920.000 Pixeln.

Sowohl Fotografieren als auch Filmen macht mit der Kamera wirklich Spaß. Sie liegt gut in der Hand, und alle, die in letzter Zeit eine DSLR-Kamera von Nikon benutzt haben, sollten mit den Bedientasten und der Navigation auf Anhieb zurechtkommen. Wer bislang eine Kamera eines anderen Herstellers hatte, benötigt etwas Eingewöhnungszeit. Bei Nikon befinden sich die Tasten für Weißabgleich, ISO und Bildqualität am linken Monitorrand. Die meisten Konkurrenten positionieren sie an der rechten Seite. Wie bei der D80 sind diese Bedienelemente nicht optimal zu erfühlen und etwas unübersichtlich gekennzeichnet.

Rechts vom Monitor liegen die Live-View-Taste, ein 4-Wege-Navigationspad mit OK-Taste, ein Sperrschalter für die Messfeldvorwahl sowie eine Taste zur Anzeige kontextabhängiger Informationen. Im Live-View-Modus blendet die Kamera wahlweise eine von zwei Informationsanzeigen oder eine Gitterübersicht auf dem Display ein. Im Standard-Aufnahmemodus zeigt der Bildschirm die aktuellen Einstellungen an. Einige Parameter lassen sich hier direkt anpassen.

Die Parameterauswahl ist jedoch etwas ungünstig gewählt. Die Funktionsbelegung der AE-L-, AF-L- und Fn-Taste oder Optionen für die Rauschunterdrückung bei langer Belichtungszeit sind beispielsweise direkt erreichbar – häufiger genutzte Einstellungen wie Auswahl des AF-Modus oder Selbstauslöser-Verzögerung verstecken sich dagegen tief im Menü. Zwar bietet es sich an, die Fn-Taste zumindest mit der Auswahl der AF-Modi belegen, aber für den Funktionsumfang der Kamera reichen die wenigen konfigurierbaren Bedienelemente einfach nicht aus.

Ausstattung

Mit dem Film-Modus setzt sich die D90 zwar klar von der Konkurrenz ab, aber die Implementierung lässt doch ein wenig zu wünschen übrig. Auf dem Papier macht die Videokamera durchaus einen guten Eindruck: 24 Bilder pro Sekunde, Motion-JPEG-Format mit bis zu 1280 mal 720 Pixeln und Unterstützung für optische Bildstabilisierung bei Videoaufnahmen, sofern vom Objektiv unterstützt. Es scheint allerdings, als wäre Nikon an einige technische Grenzen gestoßen, die den Spaß mit der DSLR etwas dämpfen. Darüber hinaus sind wir beim Video- und HDMI-Ausgang über einige Anfängerfehler gestolpert.

Beispielsweise lässt sich die Belichtung während eines Videoclips nicht ändern. Das heißt, dass sich der Anwender nicht zwischen Umgebungen mit unterschiedlichen Lichtverhältnissen bewegen sollte, beispielsweise von Innenräumen ins Freie. Außerdem nimmt die D90 Ton nur in Mono auf. Während die Aufnahme läuft, funktioniert der Autofokus nicht. Folglich ist beim Verfolgen von Objekten eine sehr geschickte Vorgehensweise vonnöten. Videoclips in HD-Qualität sind aufgrund des Dateisystems auf fünf Minuten Länge begrenzt.

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