VHS-Kassetten retten: So digitalisieren Sie alte Videos

Filmschätze auf VHS-Bändern können schon bald verloren sein. Denn der Zahn der Zeit nagt an den analogen Zeitzeugen – und es ist ihm egal, ob er dabei die audiovisuellen Erinnerungen an die Geburt der Tochter, die Urlaubsreise in die USA oder den absoluten Lieblingsfilm zerstört. Wer auch weiterhin Spaß an seinen alten Aufnahmen haben möchte, sollte die analogen Kostbarkeiten so schnell wie möglich auf digitale Medien überspielen. Wir zeigen, wie das geht.

JVC brachte 1976 mit dem HR-3300 den ersten Heim-Videorekorder auf den Markt, der mit dem VHS-Standard arbeitete. Mit ihm begann der Siegeszug der VHS-Kassette als analoges Aufnahme- und Wiedergabeformat für den privaten Haushalt, und die Zahl der Rekorder nahm bei fallenden Preisen stetig zu.

Mittlerweile wird mit dem Blu-ray-Format sogar schon der Nachfolger des Nachfolgers der VHS-Kassette gefeiert. Das klassische Band selbst lagert aber noch in vielen Wohnstuben, Kellern oder Dachböden. Auch die Rekorder sind noch in unzähligen Wohnzimmern vertreten und bereit, die betagten Videobänder abzuspielen. Doch wie lange halten Geräte und Bänder noch durch? Auf diese Frage gibt es keine konkrete Antwort. Je nach Lagerung und Verschleiß können Abspielgeräte und VHS-Bänder zwar noch eine ganze Weile mit guter Bild- und Tonqualität unterhalten, eine Garantie dafür gibt es aber nicht. Darum empfehlen wir, die analogen Schätze noch vor dem Ausfall des Abspielgeräts und einem dramatischen Abfall der Ton- und Bildqualität zu digitalisieren und auf einer Festplatte oder einer optischen Disk zu speichern.

Das braucht man zum Digitalisieren

Am einfachsten können VHS-Bänder wohl mit einem Kombigerät, beispielsweise dem RDXV48KTE von Toshiba, digitalisiert werden. Der Nachfolger des klassischen Videorekorders verfügt nicht nur über einen DVD-Brenner und eine 160 Gigabyte große Festplatte, sondern zusätzlich über ein Bandlaufwerk für VHS-Kassetten. Solch eine Anschaffung lohnt sich natürlich nur, wenn es gilt, einen ganzen Keller voller Kassetten zu digitalisieren.

Alternativ lässt sich ein VHS-Rekorder mit einem Festplattenrekorder verbinden. Hierfür nutzt man den A/V-Ausgang der VHS-Maschine und verbindet ihn mit dem passenden Eingang des HDD-Rekorders. Dabei erhält man das beste Signal über eine Scart- oder S-Video-Verbindung. Sind die Geräte verbunden, muss lediglich der passende Eingang des Rekorders gewählt und die Rec-Taste gedrückt werden. Anschließend startet man die Wiedergabe am VHS-Player. Wenn das Material überspielt ist, kann das Bearbeiten direkt am Rekorder erfolgen. Beispielsweise erlauben viele Modelle, Videos direkt zu schneiden oder Kapitelmarker zu setzen. Wer zudem Ton und Bild seiner Filme verbessern möchte, der sollte einen PC und eine Videoschnittsoftware zur Rettung seiner Bänder einsetzen.

Neueste Kommentare 

6 Kommentare zu VHS-Kassetten retten: So digitalisieren Sie alte Videos

  • Am 13. Februar 2011 um 14:00 von Hartmut Lauterbacher

    VHS digitalisieren
    Wem nützt der Artikel, wenn Sie von "line-in-Eingang der Videokarte"erzählen. Das ist etwa so als wenn Sie beim Autofahren den "richtigen Kerzenstecker" mitbringen müssen. Also, die einen wissen sowieso wie es geht, und die anderen verstehn nur Bahnhof. Wie wäre es mit einem Bild des richtigen Kabel, und wo man jede Seite so reinsteckt? Danke und Grüße. Hartmut

    • Am 10. März 2011 um 10:57 von Dr. Poperze

      AW: VHS digitalisieren
      Sehr gut auf den Punkt gebracht!

    • Am 20. Oktober 2011 um 22:29 von Markus L.

      AW: VHS digitalisieren
      Hatte das selbe Problem, bin dann auf folgende Website gestoßen: vhsdigital.de . Dort findet man auch bebilderte Anleitungen!
      Lg Markus

  • Am 14. August 2011 um 13:58 von N.J.

    Funktioniert so nicht
    Ist dem Autor nicht aufgefallen, dass man so überhaupt keine älteren Kassetten digitalisieren kann?
    PC-Schnittkarten können keine Zeitsynchronisierung auf das Videosignal; damit wird man bei schlechten Kassetten nur ein verzerrtes S/W-Bild haben! Man sollte zumindest Grundwissen mitbringen, wenn man so einen Artikel schreibt.

    • Am 18. Dezember 2011 um 19:28 von Robert

      AW: Funktioniert so nicht
      es sei ausserdem anzumerken dass man niemals scart verwenden sollte eine gelbes svideo kabel bringt wesentlich bessere ergebnisse , mein magix 3.0 kann nicht mal die ränder abschneiden und auch nur in sehr schlechtem wmv oder sehr gutem jedoch großem mpg abspeichern, direkt in mpg ist auch nicht ratsam , immer erst roh abspeichern und dann bearbeiten! bei analogem signal braucht man auch gute rechenleistung und sollte nichts im hintergrund machen

    • Am 29. Dezember 2011 um 06:29 von G

      So gehts doch!
      Mit "Elgato Video Capture" geht es! Ist Software incl. Kabel und Adpter.

      Ich digitalisiere aber direkt von VHS auf DVD über Rekorder, nicht über den PC. Bei riesigen Mengen Videokassetten sind auch TB-Paltten schnell voll, hängt natürlich von Qualität und Komprimierung ab. Ausserdem ist PC-Nachbearbeitung extrem zeitaufwendig und die DVD ubiquitär einsetzbar sowie platzsparend lagerbar..

      Zum SCART-Kabel kann ich nur sagen, dass es – ein gutes Kabel vorausgesetzt – keine sichtbaren Unterschiede zum S-Video-Kabel gibt. Ausser, es handelt sich um S-VHS-Aufnahmen. Da die alten VHS-Aufnahmen aber meist eh in der Qualität gemindert sind, sind die Unterschiede im Alltag marginal!

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