Luxus-Smartphones: Welche Handys 30.000 Euro kosten

Wirtschaftskrise, Börsencrash, Rezession? Alles Quatsch – zumindest Luxus hat Hochkonjunktur. So verkaufen sich nicht nur First-Class-Urlaube, Luxuskarossen oder Villen in Bestlage auch in diesen Zeiten wie geschnitten Brot, sondern auch Luxus-Mobiltelefone. Wir verraten, wo der Luxus anfängt – und welche Handys 30.000 Euro kosten.

Manche von uns erinnern sich bestimmt noch an die ersten luxuriösen Handys. Mit dem 8850 mischte beispielsweise Nokia bereits 1999 den Markt im oberen Segment auf – oder erschuf ihn neu: Das Slider-Handy (das damals noch Schiebe-Handy hieß) kam in einem Gehäuse mit Aluminium-Magnesium-Legierung. Und kostete stolze 1650 Mark.

Edel-Mobiltelefone gibt es auch heute noch – nur die Währung hat sich verändert. So bietet Nokia beispielsweise derzeit das 8800 Sapphire Arte im oberen Segment an. Mit echtem Saphir im Menüknopf, wie der Name schon sagt. Und der Preis? 1100 Euro.

Wo Geld zu holen ist, bleibt der Markt natürlich nicht lange auf einen Anbieter beschränkt. So hat beispielsweise Motorola im Oktober mit dem Aurum ein 2000-Dollar-Handy mit witzigem Design und rundem Display vorgestellt. Hier wie da kommen nur hochwertigste Materialien zum Einsatz – Saphirglas, Saphir-Edelsteine, rostfreier Stahl, Magnesium. Noch Fragen? Besser nicht nach den technischen Daten – denn im Vergleich zu einem iPhone ist bei den teuren Handys nicht viel zu holen. GPS, HSDPA, Xenon-Blitz? Naaaaaaja.

Aber rostfreier Stahl? Das gemeine Volk freut sich vielleicht noch über Handys, die nicht aus Fernost-Kunststoff hergestellt sind. Doch worüber freuen sich denn jene, die ihren Namen in der Liste „The World’s Billionaires“ des Forbes-Magazins lesen – also die reichsten Menschen der Welt?

Sonderanfertigungen

Goldene und mit Diamanten besetzte iPhones – diese Bilder geistern im Netz. Bis zu hunderttausend Dollar soll so etwas kosten. Auch der eine oder andere Edel-Juwelier verziert Mobiltelefone von der Stange mit Luxusschmuck.

Der japanische Handynetzprovider Softbank Mobile hat beispielsweise ein Telefon in seinem Programm, das die Edelschmiede Tiffany mit 400 Diamanten besetzt hat – zum Preis von 94.000 Dollar.

Doch was will man mit einem Alcatel- oder Nokia-Handy von der Stange? Wer kann schon auf den ersten Blick echte Diamanten von nachgemachten Edelsteinen unterscheiden? Die wahre Königsklasse muss her.

Echte Edel-Handys

Und es gibt sie! Bekannteste Marke im Umfeld dürfte die Nokia-Tochter Vertu sein, die bereits seit zehn Jahren höchstwertige Handys herstellt – zumindest, was die Preise angeht, stimmt das. Edelstahl, Gold oder Weißgold kommen zum Einsatz, dazu feinstes Leder. Oder darf es ein Gehäuse aus Titan sein?

Wem das alles noch immer nicht außergewöhnlich genug ist, der sollte einen Blick nach Russland werfen. Dort baut beispielsweise die Handymanufaktur Gresso – nur so und nicht anders kann man einen Hersteller solcher Telefone nennen – Gehäuse aus afrikanischem Schwarzholz. „Die Geschichte dieser Telefone begann vor 200 Jahren“, heißt es auf der Website. Und: „Keine zwei Telefone gleichen sich.“ Alle Gehäuse fertigt man vor Ort von Hand, jedes hat seinen eigenen Look.

Dass im Inneren der edlen Materialien Technik von gestern steckt, scheinen Luxuskäufer zu verzeihen. So funken Gresso-Handys beispielsweise nur in drei statt vier GSM-Netzen. UMTS – was ist das? Die Kamera nimmt Bilder mit einer Auflösung von 2 Megapixeln auf, und Windows Mobile muss mit 64 MByte RAM sowie ohne Touchscreen auskommen. Und jeder Blackberry- oder iPhone-Besitzer lacht über die Displayauflösung von 240 mal 320 Pixeln.

Aber darum geht es ja auch nicht. Allein das Gefühl, so ein Telefon in der Hand zu halten, ist mit Gold nicht aufzuwiegen. Oder?

Neueste Kommentare 

Noch keine Kommentare zu Luxus-Smartphones: Welche Handys 30.000 Euro kosten

Schreib einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *