Noch vor zehn Jahren ist so manch peinlicher Fehltritt weitgehend ungestraft geblieben. Man lief zwar auch damals vor seinen Freunden mal gegen einen Laternenpfahl, versagte kläglich bei dem Versuch, über einen Zaun zu springen, oder bekam einen Elfmeter direkt ins Gesicht geschossen. Die Clique amüsierte sich ein paar Tage darüber, und das war’s. Heutzutage hat praktisch jedes Handy eine Kamera, und die Chance, dass diverse Peinlichkeiten vor einem Millionenpublikum auf Youtube und Co. landen, ist groß. Bei der miserablen Qualität von Handyvideos bestand bislang keine sonderlich große Gefahr, auf der Straße wiedererkannt zu werden. Seit gut einem Monat bietet Youtube jedoch die Möglichkeit, Filmchen mit bis zu 1280 mal 720 Pixeln Auflösung hochzuladen. Passend dazu gibt es bereits einige Camcorder, die HD-Videos in 720p aufnehmen und in die Hosentasche passen. Ein Vertreter dieser Gruppe ist der Kodak Zi6.

Design

Mit 11,4 mal 6,4 mal 2,4 Zentimetern ist der Zi6 so groß wie ein etwas in die Länge gezogenenes Big Pack Zigaretten. Damit schlägt er herkömmliche Camcorder um Längen und reiht sich größentechnisch im Mittelfeld der Kompaktkameras ein. Anstelle von proprietären Akkus setzt Kodak auf zwei Standard-AA-Zellen. Geht unterwegs der Saft aus, tauscht der Anwender die Batterien einfach aus und filmt weiter. Der Nachteil ist jedoch, dass sich der Camcorder nicht über einen USB-Port aufladen lässt. Im Lieferumfang befinden sich zwei Akkus sowie ein Ladegerät. Der Mini-Camcorder wiegt ohne Batterien 107 Gramm, mit zwei Akkus kommt er auf rund 160 Gramm.

Neben dem Hosentaschenformat steht bei den superkompakten Videokameras einfache Bedienbarkeit ganz oben. Unter dem 2,4 Zoll großen Display befindet ein drückbarer Joystick. Rechts und links davon liegen eine Aufnahme-/Wiedergabe- und eine Stop-/Löschen-Taste. Dadurch, dass die Knöpfe jeweils doppelt belegt sind, kommt es jedoch gelegentlich zu Verwechslungen. Es ist nicht immer ganz intuitiv begreifbar, wann man die Aufnahme-/Wiedergabe-Taste und wann den Joystick drücken muss.

Auf der rechten Seite befindet sich ein Schieber, der zwischen normalem Video- und Makromodus wechselt. Auf der Rückseite, rechts neben der Linse, befindet sich ein Knopf, der einen USB-Anschluss seitlich aus dem Gerät herausschnappen lässt. Dieses Bedienelement ist verspiegelt. Praktisch, wenn man sich selbst filmen will.

Funktionsumfang

Mit 128 MByte fällt der integrierte Speicher sehr klein aus, zumal davon nur etwa 30 MByte für Videoaufnahmen zur Verfügung stehen. Auf höchster Qualitätsstufe, also mit 1280 mal 720 Pixeln und 60 Bildern pro Sekunde, passen gerade einmal gut 30 Sekunden auf den Kodak. Auf der rechten Seite des Zi6 befindet sich ein Slot für SD- und SDHC-Speicherkarten mit bis zu 32 GByte Kapazität. Leider bietet der Kodak-Camcorder keine Möglichkeit, mehr als ein Video auf einmal zu löschen. Die Karte lässt sich nur mit Hilfe der mitgelieferten Software komplett formatieren.

Neueste Kommentare 

Eine Kommentar zu Kodak Zi6: Mini-HD-Camcorder für die Hosentasche

  • Am 17. Mai 2009 um 11:47 von Ralph

    Audioqualität?
    Wie sieht es mit der Audio-Qualität aus? Ein externes Mikro ist wohl nicht anschließbar.
    (Eigenartig, dass die Frage der Audio-Qualität in fast keinem Test angesprochen wird).

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