Knirps-Knipsen: Welche Digitalkamera sich für Kinder eignet

Wenn der achtjährige Sprößling beim Fußball ein paar Fotos schießen will, ist es nicht unbedingt die klügste Idee, ihm Papas 600-Euro-DSLR mitzugeben. Abgesehen davon, dass die empfindliche Kamera nach einem leichten Sturz möglicherweise schon das Zeitliche segnet, ist der Kleine mit der komplexen Bedienung wohl auch überfordert. Ganz klar, eine einfache und robuste Digicam für den Nachwuchs muss her.

Neben etablierten Spielzeugherstellern wie Fisher Price und Disney stellen auch weniger bekannte Firmen, etwa Jay-Tech und Vtech, Digitalkameras für Kinder her. Die Hersteller geizen oft mit technischen Daten: Barbie-Hersteller Mattel beispielsweise weigerte sich, uns ein Datenblatt ihrer Kid-Tough zu schicken. Verständlich, denn die Kameras fallen von der Ausstattung her deutlich hinter ähnlich teuren Kompaktkameras zurück. Wenn die Kid-Cams dafür wenigstens stoß- und wasserfest sind, macht das sicherlich einiges wett. Für die meisten Modelle gilt das jedoch nicht.

Kinderkram oder nicht?

Die vier ausgewiesenen Kinderkameras in unserem Vergleich kosten zwischen 30 und 85 Euro. In puncto Megapixel gibt es allerdings nicht gerade viel fürs Geld. An der Spitze stehen die Digi-Serie von Jay-Tech und die Disney Pix Max mit drei Millionen Bildpunkten. Dahinter liegt die Pix-Click-V2-Serie von Disney mit 1,3 Megapixeln. Es gibt sie in verschiedenenfarbigen Ausführungen für Jungs und Mädels – etwa mit Rennwagen oder in Rosa mit Sternchen darauf. Die Kidizoom von Vtech fällt mit beinahe steinzeitlichen 0,3 Megapixeln deutlich zurück, da hat jedes Aldi-Handy mehr. Die gleiche Auflösung besitzt auch die Dora von Oregon Scientific – dafür kostet sie aber nur rund ein Drittel der Vtech-Kamera.

Keine der Kinder-Digicams verfügt über einen optischen Zoom – nicht einmal die Kidizoom. Videos nehmen sie, wenn überhaupt, bestenfalls mit 320 mal 240 Pixeln auf. Auch die Displays fallen karg aus. Den größten Bildschirm bietet noch die Kidizoom mit 1,8 Zoll. Aber selbst da macht das Betrachten von Fotos nicht wirklich Laune.

Einen großartigen internen Speicher sucht man bei Digitalkameras meist vergeblich. Praktisch alle Hersteller setzen heutzutage auf Speicherkarten. Nicht so Disney bei der Pix Click V2 und Oregon Scientific bei der Dora. Sie besitzen lediglich 64 respektive 8 MByte integriertes Memory und keine Erweiterungsmöglichkeit.

Ein signifikantes Merkmal der Kinderkameras ist das Vorhandensein eines optischen Suchers. Mit Ausnahme der Pix Klick V2 kommen alle Modelle mit mindestens einem Loch zum Durchgucken.

Als Extra bringt die Vtech Kidizoom eine Handvoll Spiele mit. Das 1,8 Zoll große Display ist allerdings zum Daddeln nicht gerade großzügig bemessen. Der integrierte MP3-Player dagegen ist ein nettes Feature. Die Anschaffung einer Speicherkarte ist Pflicht, denn sonst passen lediglich rund 35 Songs auf das Gerät. Bei den Disney-Kameras können heranwachsende Fotografen Disney-Charaktere in Fotos einblenden.

Exemplarisch die Rückseiten der Disney Pix Max und der Vtech Kidizoom. Knallig, bunt – und ein winziges Display. Von der Zahl der Funktionstasten auf der Rückseite her stehen sie einer Einsteiger-Kompaktkamera in nichts nach.

Ausgewachsene Modelle für die Kleinen?

Selbst die günstigen Einsteigerkameras von renommierten Herstellern schaffen zumindest 7 oder 8 Megapixel. Sie verfügen alle über einen dreifachen optischen Zoom. Bei den Videos zeichnen die „Großen“ durch die Bank mit 640 mal 480 Pixeln auf. Mit ihren rund 2,5 Zoll großen Displays stellen sie Vorschaubilder, geschossene Fotos und Videos gut 1,5 Zentimeter größer dar als die Kinderkameras.

Neueste Kommentare 

2 Kommentare zu Knirps-Knipsen: Welche Digitalkamera sich für Kinder eignet

  • Am 17. Februar 2009 um 08:07 von Michael Koch

    Jay-TECH Kameras für Kinder? BLOß NICHT!!!!!
    Wer seinem Kind eine Jay-TECH Kamera kann seine Kinder nicht wirklich mögen. Mit jedem Billig-Handy sind bessere Bilder zu machen. Vor diesem Elektroschrott kann man nur warnen. ACHTUNG: JayTECH verkauft jetzt auch unter dem Namen JTC weil Jay-TECH so einen miesen Ruf hat und wer einmal JAY-TECH gekauft hat, macht es nie wieder. Garantiert. Interessanterweise sieht der JTC Schriftzug dem JVC Schriftzug auch sehr ähnlich. Die JayTECH Knipsen sind so billig zusammengeschustert, da würde es uns nicht wundern, wenn auch noch polyzyklische aromatische Kohlenwasserstoffe – kurz PAK im Gehäusekunstoff enthalten ist.

  • Am 8. November 2009 um 18:09 von Torsten

    Kinderkamera
    Kamera für Kidis

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