Digitale Spiegelreflexkameras: Canon, Nikon, Sony oder eine andere?

Der Marktführer bei digitalen Spiegelreflexkameras ist Canon, inzwischen dicht gefolgt von Nikon. Mit deutlichem Abstand dahinter folgen Sony, Pentax und Olympus. Die beiden Riesen bauen bereits seit geraumer Zeit tausende Euro teure High-End-Kameras. Sony hat erst letzten Oktober mit der A900 seine erste Kamera herausgebracht, die ebenfalls auf das professionelle Segment abzielt.

Zu Zeiten der analogen Spiegelreflexkameras fiel die Markenwahl noch leichter. Alle Objektive hatten ein einfaches M39- und später M42-Schraubgewinde. Doch zunehmend begannen die Hersteller, proprietäre Bajonette einzusetzen, um die Kunden an sich zu binden. Deshalb passen Canon-Objektive heutzutage nur auf Canon-DSLRs und auf Nikon-Kameras eben nicht. Der Wechsel der Marke kommt Fotografen also extrem teuer, da der Großteil ihrer Ausrüstung nicht mehr kompatibel ist.

Neben den Kameraherstellern selbst gibt es etliche weitere Unternehmen, die Objektive auf den Markt bringen – beispielsweise Sigma, Tamron und Tokina. Die optischen Systeme gibt es dann in verschiedenen Ausführungen, die jeweils zum Bajonett einer bestimmten Kamera passen.

Eine Alternative sind Adaptersysteme. So reicht beispielsweise ein einfacher Metallring für rund 15 Euro aus, um ein M42-Objektiv auf einer Nikon-Kamera zu verwenden. Allerdings fällt dabei in diesem Fall die Fokuseinstellung „unendlich“ weg. Abhilfe schafft hier ein Adapter für rund 25 Euro, der eine Linse enthält. Je mehr optische Elemente das Licht jedoch auf dem Weg zum Sensor passieren muss, desto schlechter wird die Bildqualität. Außerdem funktioniert bei solchen Lösungen der Autofokus nicht mehr. Dieser Umweg ergibt also nur in den seltensten Fällen Sinn.

Wie entscheide ich mich für eine Marke?

Die DSLR-Serien der diversen Hersteller unterscheiden sich in einigen grundlegenden Prinzipien. Gerade Einsteiger in der Welt der digitalen Spiegelreflexkameras sollten sich überlegen, auf welchen Faktoren auch in der Zukunft ihr Hauptaugenmerk liegen wird. Bei den Anfängermodellen sind die Unterschiede zwischen den Herstellern nicht sonderlich groß. Erst im hochpreisigen Segment wird ein Kontrast erkennbar. Canon und Nikon bieten eine breite Auswahl für Profis. Sony will sich mit der A900 nun auch bei den anspruchsvolleren Fotografen etablieren. Bei Pentax und Olympus endet die aktuelle Produktpalette im gehobenen Consumer-DSLR-Bereich. Manch einer kann sich vielleicht auch beim Einstieg vorstellen, einmal einige tausend Euro in seine Ausrüstung zu investieren. Dann sollte er sich für eine Marke entscheiden, die entsprechende Modelle in der Hinterhand hält.

Bildstabilisatoren

Canon und Nikon setzen auf optische Stabilisatoren in den Objektiven. Dabei messen Beschleunigungssensoren die Bewegung der Kamera und steuern Verwacklern durch die Bewegung von einzelnen Prismen oder Linsen entgegen. Sony, Pentax und Olympus dagegen verbauen den Verwacklungsschutz im Gehäuse der Kamera. Hier sind keine optischen Elemente, sondern der Bildsensor selbst ist beweglich aufgehängt. Beim Auslösen bewegt er sich mechanisch um mehrere Millimeter, um das Bild konstant an der gleichen Stelle zu halten. Beide Varianten haben ihre Vor- und Nachteile.

Neueste Kommentare 

2 Kommentare zu Digitale Spiegelreflexkameras: Canon, Nikon, Sony oder eine andere?

  • Am 4. Februar 2009 um 16:58 von Mokses

    M42 Adapter
    Die Information über den M42-Adapter ist leider nicht ganz vollständig. Pentax, einer der ältesten Kamerahersteller bieten seinen Kunden nicht nur einen Adapter der ohne Korrektur oder Einschränkung im Schärfenbereich die Adaption von M42 Objektiven ermöglicht. Es können auch K-Objektive seit 1973 an den Reflexen verwandt werden. Damit wäre Pentax gemeinsam mit Nikon der einzige Hersteller, der über einen Zeitraum von mehr als 30 Jahren dies anbíetet.

  • Am 4. Februar 2009 um 17:35 von Stefan Möllenhoff

    M42-Adapter
    Hallo Mokses,

    vollkommen korrekt, vielen Dank für die Ergänzung.

    Beste Grüße,
    Stefan Möllenhoff
    Redaktion CNET.de

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