Sony Ericssons W902 ist das Flaggschiff unter den Walkman-Handys und gleichzeitig auch das erste Exemplar mit einer 5-Megapixel-Kamera. Das Mobiltelefon sieht gut aus und bietet eine brauchbare Ausstattung. Aber Features wie GPS oder WLAN gibt es für den Preis von 449 Euro nicht.

Design

Das Quad-Band-Handy W902 macht einen sehr soliden Eindruck und wirkt, als ob es auch einen rauen Umgang verkraften könnte. Mit 100 Gramm ist es nicht gerade leicht, dafür aber angenehm robust. Das Tastenfeld hat der Hersteller so großzügig ausgelegt, dass jeder ohne Probleme damit zurechtkommt.

Das Display des W902 hat eine Diagonale von 6,6 Zentimetern (2,2 Zoll) bei einer Auflösung von 320 mal 240 Pixeln. Die hohe Pixeldichte sorgt für eine scharfe, helle Anzeige. Der Bildschirm ist exzellent, selbst kleine Schrift lässt sich leicht entziffern. Und auch Fotos oder gut kodierte Videos kommen sehr gut herüber.

Der größte Minuspunkt des W902 ist der fehlende Standard-Kopfhöreranschluss. Sony Ericsson hat wieder einmal seine proprietäre Kombination aus USB- und Kopfhöreranschluss verwendet. Wer seine eigenen Ohrstöpsel verwenden möchte, muss einen Adapter aufstecken. Immerhin ist der im Lieferumfang enthalten. Dafür erleichtern spezielle Walkman-Tasten das Steuern des vorinstallierten Musikplayers.

Ausstattung

Das wichtigste Verkaufsargument neben dem MP3-Player des W902 ist die 5-Megapixel-Kamera. Für Videotelefonate gibt es an der Vorderseite eine kleine Zweitkamera. Anstelle eines echten Blitzes kommen zwei LEDs zum Einsatz – hier unterscheidet sich das W902 von den Modellen der Cybershot-Reihe, die häufig mit hochwertigen Xenon-Blitzen ausgestattet sind.

Fotos und Medien lassen sich im gerade einmal 25 MByte großen internen Speicher ablegen. Da passen allerdings nur ein paar lächerliche Songs oder Bildchen drauf – dann ist der Speicher erschöpft. Immerhin lässt sich die Kapazität mit einer bis zu 8 GByte fassenden Memory-Stick-Micro-Karte erweitern. Eine spezielle Walkman-Taste öffnet die aufgeräumt wirkende Media-Manager-Oberfläche, von der aus man Zugriff auf Musik, Videos, Fotos, Flash-Spiele und RSS-Feeds hat.

Zu den unterstützten Medienformaten gehören MP3, WMA (einschließlich DRM-geschütztes WMA), AAC und WAV. Aus dem iTunes Store sind allerdings nur Songs ohne DRM kompatibel. Außerdem gibt es keine lückenlose Wiedergabe, sodass es bei Live-Alben zu kurzen Pausen zwischen den Tracks kommt.

Das W902 funkt in UMTS-Netzen und unterstützt HSDPA mit bis zu 3,6 MBit/s. So surft man auch ohne WLAN angenehm schnell, allerdings sollte man den alternativen Browser Opera Mini installieren. Das Ansehen von Youtube-Clips klappt mittels der vorinstallierten Software problemlos.

Natürlich gibt es auch die übliche Auswahl von Büroanwendungen, Kalender und Timer, ein integriertes UKW-Radio, Stereo-Bluetooth sowie eine E-Mail-Funktion. Was fehlt, ist GPS. Google Maps lässt sich natürlich dennoch installieren, findet die aktuelle Position aber nicht automatisch.

Neueste Kommentare 

3 Kommentare zu Musik-Handy mit 5-Megapixel-Kamera: Sony Ericsson W902

  • Am 14. Juni 2009 um 13:00 von André Nolze

    Kopfhörerqualität
    Trägt das mitgelieferte Headset Stereo-Headset HPM-77 zum brillianten Musikgenuss bei oder nicht?

    In manchen Testen steht das Headset ist sehr hochwertig und hat eine gute Klangqualität, in anderen steht "es klingt billig".

    Wäre nett wenn ich eine Aufklärung darüber erhalte.

    MFG
    André N.

  • Am 16. Juni 2009 um 17:46 von Daniel Schraeder

    Re: Kopfhörerqualität
    Hallo André,

    "es klingt billig" heißt es auch in unserem Test (Seite 2):

    Die Klangqualität ist ordentlich – anständige Kopfhörer vorausgesetzt, denn die mitgelieferten klingen etwas billig. Ein expliziter MP3-Player wie Creative Zen, Cowon D2 oder iPod, klingt zwar noch besser und bietet wesentlich mehr Musik- und Videofunktionen. Doch wer nur gelegentlich Musik hört, ist mit dem W902 bestens bedient und wird durchaus seine Freude daran haben.

    Beste Grüße
    Daniel Schraeder, CNET.de

  • Am 22. Juni 2009 um 18:59 von Irgendjemand

    Schwerpunkt ?
    "Aus dem iTunes Store sind allerdings nur Songs ohne DRM kompatibel. Außerdem gibt es keine lückenlose Wiedergabe, sodass es bei Live-Alben zu kurzen Pausen zwischen den Tracks kommt."

    Nicht nur Livemitschnitte, auch zahlreiche andere Aufnahmen mit lückenlosen Übergängen wie verbundene Musikstücke und insbesondere auch DJ-Mixe, erfahren durch diese Unterbrechungen eine willkommene Aufwertung. Solche Schwächen, die sich mit (bei den heutigen Möglichkeiten) vergleichsweise einfachsten programmtechnischen Maßnahmen (einheitlicher Puffer sowie Beschickung und Ausgabe der Pufferdaten durch zwei verschiedene Threads, mittels beginnender Pufferung des Nachfolgetitels ab einer die Puffergröße unterschreitenden Restspieldauer des vorhergehenden Musikstückes letztlich auch ohne Multithreading realisierbar) vermeiden ließen, darf sich daher ein Gerät mit einem Schwerpunkt auf der Musikwiedergabe nicht leisten, und schon ganz und gar nicht für einen halben Tausender. Ein weiterer Beleg dafür, dass die Hersteller nicht einmal für diese Stange Geld ausgereifte Erzeugnisse zuwege bringen.

    Wenn man sich dagegen ansieht, wie clever das Streaming bereits bei den vor über 27 Jahren entwickelten CD-Playern gelöst war: Die Drehgeschwindigkeit der CD wurde in Abhängigkeit vom Füllstand eines zwischen Bitregenerator und D/A-Wandler geschalteten Ringpuffers geregelt, um einen zur quarzstabilisierten Umwandlungsrate synchronen Datenstrom zu gewährleisten, weil infolge der bewegten Massen von CDs und Spindelrotoren sowie der Schwankungen von deren Werten sowie der schwankenden Reibungsverluste auf andere Weise mit vertretbarem Aufwand die Umdrehungszahl nicht mit ausreichender Genauigkeit einstellbar gewesen wäre.

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