Windows im Auto: Microsoft als Beifahrer

Viele Autofahrer wissen gar nicht, dass bei ihnen schon längst ein Microsoft-Betriebssystem mitfährt. In vielen Fiat- und Ford-Modellen ist es aber schon fest integriert und soll bald auch bei Hyundai und Kia zum Einsatz kommen. Wir zeigen, was die Microsoft-Technik leistet und sagen Ihnen, warum Sie immer noch selber lenken müssen.

Was wäre, wenn Windows ein Auto steuert? Das Airbag-System würde beim Fahrer erst mit „Sind Sie sicher?“ nachfragen, bevor es auslöst. Und man müsste auf den Start-Knopf drücken, um den Motor auszuschalten. Diese und andere Microsoft-Witze kursieren auf dutzenden Webseiten, die sich ironisch mit dem Thema Windows im Auto auseinandersetzen. Doch mittlerweile fahren tatsächlich schon Fahrzeuge auf deutschen Straßen, die mit einem Microsoft-Betriebssystem ausgerüstet sind.

Jeder kennt XP und Vista, aber von Windows Auto dürfte noch kaum jemand gehört haben. Der Redmonder Softwarekonzern bietet dieses Betriebssystem in der aktuellen Version 3.1 als Infotainment-System für Fahrzeuge an. Das Kunstwort Infotainment steht für die beiden Begriffe Information und Entertainment, also Unterhaltung. Microsoft Auto verknüpft klassische Bordausstattung wie das Autoradio oder den CD-Player mit PC-Technik.

In welchen Autos steckt Windows?

In Deutschland setzt momentan nur Fiat Microsoft Auto ein. Der Automobilhersteller nennt das System Blue&Me und verbaut es in seinen Modellen 500, Bravo, Croma, Grande Punto 3T, Grande Punto 5T, Linea und Qubo. Fiat hat nach eigenen Angaben bis Ende 2008 bereits rund 500.000 „Microsoft-Autos“ ausgeliefert. In den USA bietet Ford einige seiner Modelle ebenfalls mit dem Microsoft-System an und nennt dieses Sync. Hyundai und Kia planen, ab 2010 Autos mit dieser Technik auf den deutschen Markt zu bringen.

Die gute Nachricht für Windows-Hasser: Das Auto-Windows ist ein reines Informations- und Kommunikationssystem. Windows bremst also nicht versehentlich beim Überholvorgang oder schaltet mit einem Bluescreen das Fahrzeug ab und betätigt auch nicht den Blinker. Autofahrer lenken immer noch selbst und behalten selbstverständlich die volle Kontrolle über das Fahrzeug. Das Auto bleibt auch nicht liegen, wenn eine Aktualisierung des Microsoft-Systems fehlschlagen sollte.

So wie der Fiat 500 lassen sich meisten Fiat-Modelle mit Blue&Me ausstatten, einem Microsoft-Betriebssystem für Autos.

Fiat Blue&Me: Freisprechanlage und Musikcenter

Fiat bietet das Microsoft-Betriebssystem unter dem Namen Blue&Me an und verpackt darin ein fortgeschrittenes Unterhaltungs- und Telefoncenter. Dieses spielt Musik von USB-Datenträgern ab und bietet eine drahtlose Freisprecheinrichtung. Der Autofahrer steuert das System per Sprache sowie über acht Tasten am Lenkrad. Die Software kostet rund 300 Euro Aufpreis. Zum Anrufen genügt es, den Namen oder die Telefonnummer des gewünschten Gesprächspartners laut auszusprechen. Dabei sitzt das Mikrofon zur Spracherkennung im Rückspiegel. Großer Vorteil: Dank der Funk-Verbindung zum Bordcomputer fährt man sicher, denn während des Gesprächs bleiben beide Hände am Steuer. Das Handy ist währenddessen in der Jackentasche oder einem der fahrzeugeigenen Staufächer abgelegt.

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