Vieles am Dell-Crystal-Monitor mit seiner 22-Zoll-Bilddiagonale gefällt. Allerdings macht ein Preis von rund 950 Euro den Bildschirm für normale Anwender unerreichbar. Der Test zeigt, ob sein atemberaubendes Design und seine Leistungswerte den hohen Preis vielleicht trotzdem rechtfertigen.

Design

Eigentlich handelt es sich beim Dell Crystal um ein ganz gewöhnliches 22-Zoll-LC-Display. Lediglich eine 4 Millimeter dicke Glasscheibe vor dem Screen unterscheidet ihn auf den ersten Blick von anderen 22-Zöllern. Diese Scheibe steht an den seitlichen Rändern des Displays um 76 Millimeter sowie oben und unten 25 Millimeter über. Der seitliche Überstand beherbergt rechts und links jeweils zwei Lautsprecher. Im unteren Rand bringt Dell die Bedienelemente für das Onscreen-Menü unter. Dieser Aufbau sorgt für den besonderen ersten Eindruck. Allerdings nur frisch geputzt: Er verdreckt äußerst leicht, und jeder Fingerabdruck ist zu sehen.

Drei Metallbeine halten das Display an seiner Position. Sie ähneln einem Stativ. Das sieht zwar schick aus, erhöht aber das Unfallrisiko. Schon ein leichtes Ankippen des Displays reicht aus, und der Monitor zerschlägt beim Fall auf den Schreibtisch seine empfindliche Glasscheibe. Der Standfuß hat noch einen Nachteil: Durch seinen Aufbau erlaubt er keinerlei Höhenverstellung. Lediglich ein Kippen des Screens um rund 30 Grad ist möglich.

Die beiden Lautsprecher sind auf jeder Seite des Glasüberstands eingelassen. Die Kabel, die für den Betrieb notwendig sind, tarnt der Hersteller als zwei Linien. Sie führen vom Screen zu den Lautsprechern.

Das Onscreen-Display bietet ein elegantes und übersichtlich aufgebautes Menü, das hoffentlich auch bald Einzug in Dells andere Monitore hält. Ein Druck auf den Menü-Knopf leitet Anwender zu den Einstellungen, die sie nach dem Aufstellen des C22W vermutlich als erstes justieren möchten: Helligkeit und Kontrast. Die Farbeinstellungen enthalten sechs Voreinstellungen und separate für Video- und Grafikbetrieb.

Der Video-Modus erlaubt, zusätzlich zu den Voreinstellungen, ein manuelles Anpassen von Farbe und Sättigung. Positiv fällt auch auf, dass Anwender den Piepton, der normalerweise beim Drücken eines der Menü-Knöpfe ertönt, abschalten können. Auch praktisch löst Dell die Lautstärkeregelung: Dazu dienen die beiden Tasten „Hoch“ und „Runter“ – egal, ob das Onscreen-Menü geöffnet ist oder nicht.

Eine gute Idee ist auch die Lösung für Monitor- und Stromleitungen des C22W. Dell verwendet lediglich ein über einen Meter langes Kabel, das sich an seinem Ende in vier aufteilt: HDMI (ein DVI-Adapter gehört zum Lieferumfang), USB für die integrierte Webcam, Audiokabel zum Anschließen eines Subwoofers sowie Strom. Die 2-Megapixel-Kamera bringt der Hersteller übrigens fast unsichtbar im oberen Displayrand an.

Natürlich zieren auch diesen Monitor Dell-Logos. Allerdings bringt der Hersteller sie recht dezent an. Ein großes befindet sich auf der Rückseite. Eine blaue LED bringt es zum Leuchten. Im unteren Glasüberstand sitzt zentral ein kleines Logo, das ebenfalls blau leuchtet.

Funktionsumfang

Um den Look des C22W nicht durch übermäßige Features zu zerstören, hält der Hersteller den Funktionsumfang gering. Lediglich das bereits erwähnte Kabel führt vom Crystal-Bildschirm weg. Andere Anschlüsse gibt es nicht. Das ist etwas schade, denn zu dem hohen Preis hätte der Hersteller zumindest einen VGA– und einen Composite-Video-Port integrieren können.

Dafür unterstützt das Display HDCP für die Wiedergabe von kopiergeschütztem High-Definition-Videomaterial. Allerdings schöpft der C22W die volle Qualität wegen seiner zu geringen Auflösung von 1680 mal 1050 Pixeln nicht ganz aus. Ein 24-Zoll-Crystal würde vermutlich die erforderlichen 1920 mal 1200 Pixel erreichen und so den hohen Preis schon eher rechtfertigen.

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