Die Nikon Coolpix S710 wäre gerne genau die Kamera, die der Fotograf unterwegs benutzt, wenn die Spiegelreflexkamera zu Hause bleiben muss. Sie ist robust, bietet viele manuelle Einstellungen, einen hoch auflösenden 14,5-Megapixel-Sensor und ein 28-Millimeter-Weitwinkelobjektiv. Die Empfindlichkeit lässt sich bei voller Auflösung bis ISO 3200 hochfahren. Mit auf 3 Megapixeln schafft sie sogar bis ISO 12.800.

Bedauerlicherweise fehlt ihr die Geschwindigkeit, die Benutzer digitaler Spiegelreflexkameras gewohnt sind. Besonders im Serienbildmodus enttäuscht die S710. Davon abgesehen handelt es sich aber um eine respektable, für spontane Aufnahmen gut geeignete High-End-Kamera. Für ein Taschenmodell bietet sie ziemlich viel Flexibilität beim Fotografieren.

Design

Die 185 Gramm leichte, recht kompakte S710 liegt mit ihren Maßen von 9,3 mal 5,7 mal 2,5 Zentimetern am oberen Ende der Ultrakompaktkameras. Ein vernünftig dimensioniertes 28-bis-101-Millimeter-Objektiv (f2,8 bis 5,6) mit 3,6-fachem Zoom und optischer Stabilisierung fängt die Bildmotive ein. Obwohl sie kantiger als die übrigen Nikons gebaut ist, präsentiert sich die S710 in einem äußerst attraktiven Design. Die Farbauswahl umfasst die typische Nikon-Palette von Grafitschwarz, Tiefrot und glänzendem Silber.

Das 3-Zoll-LCD auf der Rückseite lässt nur noch wenig Platz für die Bedienelemente. Doch die vorhandenen Tasten sind so weit erhöht, dass sie leicht bedienbar bleiben. Es gibt auch ein mit Doppelfunktionen belegtes, kreisrundes Scrollpad. Es dient zur Auswahl von Blitzoptionen, Makro-Modus, Selbstauslöser und Belichtungskorrektur.

Das Scrollpad arbeitet zusätzlich mit einem virtuellen Modus-Einstellrad zusammen. Ein Druck auf die Modustaste aktiviert das Bedienelement. Es ermöglicht die schnelle Navigation im Aufnahme- und im Konfigurationsmenü, das Festlegen von ISO-Einstellung, Belichtungszeit und Blendenöffnung sowie im Wiedergabemodus das Durchblättern der Fotos. Die Menütaste unterhalb des Pads ruft modusabhängige Aufnahmeoptionen auf. Das Konfigurationsmenü befindet sich jedoch wiederum auf dem Einstellrad. Hier hätten wir uns eine einfachere Bedienung gewünscht.

Ausstattung

Mit der Programm-Einstellung, Zeit- und Blendenautomatik sowie dem manuellen Modus bietet die S710 ein breites Spektrum. Damit hat Nikon bislang nur die Kameras der Coolpix-P-Reihe und seine digitalen Spiegelreflexkameras ausgestattet. Der manuelle Modus erlaubt die Auswahl von Belichtungszeit, Blende und ISO-Einstellung auf dem Bildschirm ohne mühsames Navigieren in den Tiefen eines Menüs. Das Menüsystem hält dagegen Optionen für Weißabgleich (einschließlich einer manuellen Voreinstellung), Belichtungsmessung, Serienmodi, Farben sowie Modi für den Autofokus und die AF-Bereiche bereit. Eine manuelle Schärfeeinstellung ist nicht möglich. Doch es gibt die Möglichkeit, die AF-Bereiche manuell festzulegen.

Als Schnappschusskamera wartet die S710 natürlich mit einem Automatik- und einem Szenenmodus auf, bei dem elf Szeneneinstellungen zur Auswahl stehen. Auch eine automatische Auswahlfunktion ist vorhanden. Sie sucht jeweils den für das aktuelle Motiv geeigneten Szenenmodus aus. Die Funktion für Hochgeschwindigkeits-Serienaufnahmen reduziert die Auflösung auf 3 Megapixel. Eine Lächelerkennung löst bei Bedarf auch mehrere Aufnahmen hintereinander aus, wenn sie fröhliche Gesichter vor der Linse „sieht“.

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