Internet mit Prepaid-Karten: so viel kostet UMTS per Handy

10 Cent, 9 Cent, 8 Cent: Prepaid-Karten sind „in“ und günstig. Beim mobilen Telefonieren unterbieten die Billiganbieter zum Teil sogar die Kosten von Vertragskunden. Doch was ist eigentlich, wenn man günstig telefonieren und surfen möchte? Wir haben uns die UMTS- und Internet-Tarife der Prepaid-Anbieter näher angesehen – mit einem interessanten Fazit: Das Öffnen einer Nachrichtenseite kostet T-Mobile- und Vodafonekunden so viel Geld, wie blau.de-Nutzer für eine unbeschränkte Monats-Flatrate bezahlen!


[KOMMENTAR]
TITEL=Wer aufpasst, surft günstig!
AUTOR=Daniel Schräder, Leitender Redakteur
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TEXT=Mich hat es wirklich überrascht, wie günstig das mobile Surfen mit Prepaid-Karte mittlerweile sein kann. Keine Überraschung hingegen ist, dass auch in diesem Segment im Kleingedruckten versteckt wird, was nur geht – Surfen wird billiger, wenn man vorher die Hotline anruft, das Abrufen von Nachrichtenseiten kostet mal eben 18 Euro, und mathematische Regeln bei der Berechnung des Datenvolumens werden außer Kraft gesetzt.

So gilt auch bei Prepaid-Karten: Wer günstig surfen möchte, muss sich vorher informieren – oder läuft unter Umständen in die Kostenfalle. Die ist bei Vorauszahlung aber immerhin nicht so tief – ist das Guthaben aufgebraucht, ist Schluss mit Internet. Vertragskunden werden im Gegensatz dazu am Monatsende gern von vier- bis fünfstelligen Rechnungen überrascht.

Blau.de, Simply, Simyo, Fonic: Die Werbung der Prepaid-Anbieter ist penetrant. Und es geht immer billiger. Eine Minute Telefonieren gibt’s schon für 8 Cent in alle Netze, ohne Fallen, Fußnoten, Mindestumsätze, Vertragsbindung und Grundgebühr. Für SMS gilt natürlich das gleiche – Einheitspreis, alles klar, übersichtlich, günstig und problemlos.

Doch was ist eigentlich, wenn man mit einer Prepaid-Karte unterwegs ist und mobil ins Internet möchte? Jedes zweitklassige Handy kommt heutzutage mit halbwegs anständigem Browser – und im Notfall läuft immer noch die Handy-Version vom Opera auf fast allen Geräten. Damit kann man noch in letzter Sekunde checken, ob die S-Bahn pünktlich ist, die U-Bahn streikt oder der ICE ausfällt, bei Lufthansa auf dem Weg zum Flughafen den letzten Fensterplatz am Notausgang reservieren und, wenn alle Stricke reißen, Nachrichten von CNET.de, Spiegel Online & Co. lesen. Dank Google Maps klappt auch die Orientierung in fremden Städten halbwegs problemlos – vorausgesetzt, man befindet sich in Deutschland. Spätestens beim Übertreten der Ländergrenzen werden die Tarifkarten komplett neu gemischt, doch auch hierzulande sind die Datentarife alles andere als übersichtlich.

Echte Flatrates, Tagespauschalen und Pseudoflats

Los geht es bei der Abrechnungsgrundlage. Simpel und einfach sind hier nur die Flatrates: Man zahlt eine Pauschale und surft, bis der Arzt kommt. Oder die Rechnung – denn die meisten UMTS-„Flatrates“ mit Vertragsbindung verdienen ihren Namen nicht. Nicht viel anders ist das bei den Prepaid-Anbietern. Nur blau.de hat eine Pauschale im Programm – für 19,80 Euro im Monat, ohne Deckelung, Maximalvolumen oder Geschwindigkeitsdrosselung beim Überschreiten einer gewissen Datenmenge.

Alternativ dazu kommen Tagesflatrates in Mode. Der Nutzer zahlt eine Gebühr und kann dann den gesamten Kalendertag surfen – ohne auf Volumen und Zeit achten zu müssen. Das ist ebenfalls fair und übersichtlich. Derzeit bieten T-Mobile und Fonic solche Tarife an. In beiden Fällen ist der Tarif eine Option, die gebucht werden muss – tut man das nicht und surft fleißig los, berechnen T-Mobile und Fonic nach Datenvolumen. Und vor allem der Rosa Riese greift dann ordentlich in die Tasche des Surfers – doch dazu später mehr. Wer rechtzeitig vorher die Tarife T-Mobile Xtra Web’n’Walk beziehungsweise Fonic Tagesflatrate bucht, zahlt pauschal. Bei T-Mobile kostet ein Kalendertag allerdings mit 4,95 Euro fast doppelt so viel wie ein Tag Internet bei Fonic: Der O2-Billigheimer verlangt lediglich 2,50 Euro. Perfekt für Gelegenheitssurfer.

Fonic SurfStick
Wer nur gelegentlich mobil mit dem Notebook ins Internet gehen möchte, sollte sich nach einer Tagesflatrate umsehen. Bei Fonic kostet Surfen 2,50 Euro pro Kalendertag, das Starterset mit USB-UMTS-Stick und SIM-Karte gibt es für 99 Euro.

Neueste Kommentare 

7 Kommentare zu Internet mit Prepaid-Karten: so viel kostet UMTS per Handy

  • Am 21. Mai 2009 um 22:10 von robert

    Prepaid Internet
    Toller Bericht. Bei Vodafone gibts allerdings für nur 14,95 eine komplette Flatrate für Prepaid

    • Am 17. November 2010 um 17:27 von Andreas Bachmann

      AW: Prepaid Internet
      Habe einen Acer mit Kartenschacht, die Preise bei Simyo betragen aktuell 0,2344 cent pro 1000kb

  • Am 22. Mai 2009 um 11:13 von Daniel Schraeder

    Re: Prepaid Internet
    Hallo Robert,

    vielen Dank für die Blumen.

    Der Tarif Vodafone live! InternetFlat für 14,95 Euro im Monat erlaubt das Surfen im Netz allerdings nur übers Handy – mit einem Note- oder Netbook kann man die SIM-Karte nicht benutzen.

    Beste Grüße und ein schönes Wochenende
    Daniel Schraeder, CNET.de

  • Am 1. Dezember 2009 um 23:08 von Dominique W.

    Vodafone Flatrate
    Ich habe gehört, dass man bei Vodafone keine richtige Internet-Flatrate bekommt, sondern lediglich eine Möglichkeit Emails abzurufen, über den WAP Dienst.

    Sehr toller Bericht.

  • Am 29. April 2010 um 10:52 von Astrid

    Datenvolumen
    Sehr guter Bericht! Da ich kaum Ahnung von diesem Thema habe, aber einen passenden Anbieter suche, muss ich sagen, dass dieser Bericht es echt auf den Punkt bringt und wirklich aufklärt! Nur leider war keine Rede von MTV Mobile denn die haben in ihrem Vertrag auch eine Internetflat für 14,95? jetz kann ich leider nicht einschätzen ob es gut ist oder doch eher fragwürdig…

    • Am 30. April 2010 um 11:14 von Daniel Schraeder

      AW: Datenvolumen
      Hallo Astrid,

      in dieser Story geht es um Prepaid-Tarife. Das MTV-Angebot ist aber ein Laufzeitvertrag. Ich habe trotzdem einen kurzen Blick in die Geschäftsbedingungen geworfen. Bei der Grundgebühr von knapp 15 Euro ist die Internet-Nutzung ausschließlich per Handy erlaubt, inklusive ist ein Datenvolumen von 150 MByte. Das ist nicht viel, wenn man Youtube & Co. nutzen möchte, reicht fürs Surfen auf Mobilwebseiten aber aus. Immerhin gibt es kein Kostenrisiko: Wird das Inklusivvolumen aufgebraucht, geht es mit verminderter Geschwindigkeit weiter.

      Beste Grüße
      Daniel Schraeder, CNET.de

  • Am 16. Mai 2012 um 20:21 von Len

    O2
    Also ich habe eine O2 Prepaid Karte und bezahle 9 Cent pro Minute. Ich dachte, ich könnte etwas günstigeres finden, aber da ich nur sehr selten im Netz bin, scheint es keine günstigere Alternative zu geben.

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