Multifunktionsfernbedienungen mit Touchscreen: Kampf dem Tastenchaos

Wer kennt das nicht? Auf dem Wohnzimmertisch stapeln sich mindestens so viele Fernbedienungen wie auf dem Nachtschränkchen – für Hi-Fi, Blu-ray, TV, Beamer, CD-Player und so weiter. Multifunktionsfernbedienungen sollen dem Chaos ein Ende bereiten – doch das klappt bislang nur eingeschränkt: Zu unterschiedlich sind die Anforderungen der verschiedenen Endgeräte. Wir haben uns die neueste Generation der Multifunken mit Touchscreen angesehen, die endlich alles besser können sollen.

„Mach‘ doch mal den Ton lauter“, bittet mich meine Freundin. Kein Problem, ich brauche dafür nur die richtige Fernbedienung. „Die hier?“ – „Nein, die andere.“ – „Diese?“ – „Nein, die für die Stereo-Anlage.“ – „Ist das die graue?“ – „Nein, die andere graue, links, links, links – genau die!“ Wer diese Situation kennt, hat sich unter Garantie schon mindestens einmal eine Multifunktionsfernbedienung angesehen und wahrscheinlich auch schon mindestens einmal eine gekauft. Und vermutlich verflucht.

Die Idee dahinter ist genial. Man hat eine Fernbedienung statt sieben, programmiert einmal seine Geräte ein und drückt künftig nur noch auf den TV-Button, schaltet den Fernseher ein, wählt dann DVD, drückt auf Play und schaltet die Hi-Fi-Anlage auf den richtigen Eingang – fertig. Mit einer Fernbedienung, ohne Probleme und aus der hohlen Hand. Damit ist natürlich auch jedes andere Szenario denkbar – Zappen durchs TV-Programm, den richtigen Track beim CD-Player auswählen und den Hip-Hop-Webradio-Sender beim digitalen Media-Receiver.

In der Praxis funktioniert das alles allerdings eher schlecht als recht. Das Programmieren der Geräte ist ein Krampf. Man benötigt das dicke Handbuch der Fernbedienung, in dem auf zig Seiten vierstellige Codes nach Hersteller und Gerätekategorie erläutert sind. Man drückt kryptische Kombinationen in die Tasten und probiert so lange herum, bis man unter 20 alternativen Steuercodes für seinen Fernseher den richtigen gefunden hat. Oder zumindest halbwegs den richtigen – denn dass alle Tasten so funktionieren wie auf der Originalfunke des Geräts, kommt quasi nicht vor. Sicherlich kann man sich daran gewöhnen, dass die Beschriftung nicht immer hundertprozentig stimmt – aber je mehr Komponenten man ansteuern möchte und je mehr Abweichungen es zwischen Bedruckung und Funktion gibt, um so komplexer wird das Ganze. Und um so erklärungsbedürftiger – denn man kann seiner Freundin sicherlich eher das Aussehen der richtigen Fernbedienung erklären als ihr nahezulegen, dass sie erst auf Hi-Fi, dann auf Aux 3, dann auf CD, Power und Play drücken muss, um Musik zu hören.

Touchscreen als Lösung?

Dieser Ansatz erscheint so einfach wie genial. Ein Touchscreen – und die Welt ist in Ordnung? Klar, falsch beschriftete Tasten – beispielsweise das oben angesprochene „Aux 3“ statt „CD“ – gibt es hier nicht. Man ändert einfach die Beschriftung des virtuellen Buttons, fertig. Auch dem Konfigurationschaos könnte man so ein Ende setzen – denn wie Apple bewiesen hat, ist es definitiv möglich, komplexe Geräte mit einem intuitiven User-Interface auszustatten.

Doch eine Fernbedienung sollte ja nicht gleich so viel kosten wie ein iPhone mit Prepaid-Karte. Auch, wenn man durchaus 500 Euro ausgeben kann, haben wir uns auf die Geräte bis 200 Euro beschränkt – davon gibt es drei Stück im Markt: Logitechs Harmony One tritt als Schnäppchen in der Runde mit einem Preis von gut 130 Euro. Die Konkurrenzmodelle Philips Prestigo SRT9320 und One for all Xsight Touch kosten beide knapp 200 Euro.

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