Lange Zeit klaffte bei Olympus eine deutliche Lücke im DSLR-Sortiment. Zwischen den günstigeren Verbrauchermodellen und der E-3 liegt eine Preisdifferenz von gut 600 Euro. Diese Lücke füllten bislang äußerst populäre Mitbewerber, etwa die Nikon D90 oder Canons EOS 40D und EOS 50D. Jetzt sieht es so aus, als würde Olympus mit der E-30 gut vorbereitet in den Ring steigen.

Die Kamera bietet zahlreiche Highlights: Zum Beispiel gibt es einen 12-Megapixel-Live-MOS-Sensor, ein bewegliches LCD, eine Reihe gelungener Filter-Effekte, eine Sensor-Shift-Bildstabilisierung und eine eingebaute kabellose Drei-Gruppen-Blitzsteuerung. Daneben punktet die Kamera mit einer sehr ordentlichen Fotoqualität und ihrer Schnelligkeit.

Design

Wie alle digitalen Spiegelreflexkameras von Olympus basiert auch die E-30 auf dem Four-Thirds-System. Dabei kombiniert der Hersteller Sensoren, die halb so groß sind wie das Negativ eines 35-Millimeter-Films und das gleiche 4-zu-3-Seitenverhältnis haben, mit einem Standard-Objektivanschluss. Der resultierende Vergrößerungsfaktor beträgt 2, im Vergleich zum 1,6-fachen bei Canon und dem 1,5-fachen aller anderen Fabrikate mit APS-C-Chips. Die Kamera gibt es in mehreren Konfigurationen zu kaufen: nur das Gehäuse oder im Set – beispielsweise mit einem 14-bis-42-Millimeter-Objektiv (entspricht 28 bis 84 Millimetern im Kleinbildäquivalent). Im Test kommen ein Olympus-Standardobjektiv mit 9 bis 18 Millimetern (f4 bis 5,6; 18 bis 36 Millimeter im Kleinbildäquivalent) und ein höherwertiges SWD-Objektiv mit 12 bis 60 Millimetern (f2,8 bis 4,0) zum Einsatz. Wer plant, über 1000 Euro für ein Kameragehäuse auszugeben, sollte beim Objektiv nicht sparen. Das 12-bis-60-Millimeter-Objektiv kommt zwar um einiges teurer als das 14-bis-42-Millimeter-Exemplar. Es ist aber auch viel besser und flexibler. Übrigens scheinen die Objektive allgemein etwas laut zu sein.

Die E-30 weist ein ähnliches Design wie die E-3 auf. Es gibt aber einige wichtige Unterschiede. Sie bietet beispielsweise nicht den vollständigen Staub- und Spritzwasserschutz ihrer Zwillingsschwester. Das Chassis besteht aus glasfaserverstärktem Kunststoff, ähnlich wie das der D90. Dagegen ist die 50D wenigstens teilweise aus einer Magnesium-Legierung gefertigt. Trotzdem fühlt sich die E-30 robust an und liegt bequem in der Hand. Und weil sie ohne Metall auskommt, wiegt sie auch etwas weniger: 635 Gramm gegenüber 709 Gramm bei der 50D.

So sehen die Bedienelemente auf der Oberseite der Olympus E-30 aus.

Oben links bietet das Funktionswählrad das übliche Sortiment von Belichtungsmodi: Programm, Belichtungsautomatik mit Blenden- und Verschlussvorwahl sowie manuell (PASM), die gebräuchlichsten Szenenprogramme und eine Vollautomatik. Bei der Auswahl Art/Szene kann der Benutzer zwischen einer Handvoll von Olympus‘ neuen Art-Filtern oder weiteren Szenemodi wählen. Rechts befinden sich auf der Vorder- und auf der Rückseite Einstellräder. Das finden wir gut, denn inzwischen beschränken sich viele Hersteller auf nur ein solches Drehelement. Daneben liegt ein vollständiges Status-LCD. Über die Tasten für ISO (100 bis 3200), Betriebsart und Weißabgleich ruft der Fotograf die entsprechenden Optionen auf. Das Gleiche gilt für die Knöpfe für Autofokus (Einzelfokus, kontinuierlich und manuell, plus kombinierte Verwendung von Einzelmodus und manueller Scharfstellung) und Belichtungsmessung (Digital-ESP-Spotmessung, mittenbetonte Integralmessung sowie Schatten-, Highlight- und Standard-Spotmessung).

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