Nokia-Fans dürfte es freuen: Die Markteinführung des N97 rückt immer näher – und damit die neueste Generation von Nokias Oberklassehandy. Dem Nachfolger von N95 und N96, jetzt sogar mit Touchscreen, wie gehabt mit ausziehbarer Tastatur und wie gewohnt mit absoluter Vollausstattung. Die Erwartungen sind also gewaltig. Unsere Kollegen in England halten inzwischen ein Vorserienmodell in den Händen, das natürlich sofort seinen Weg ins Testlabor gefunden hat. Der erste Eindruck: Das Gerät hat ein gigantisches Potential.

Zu haben ist das Serienmodell noch nicht – deshalb vergeben wir auch noch keine Wertung. Erste Shops nehmen aber schon Vorbestellungen an. Die jetzigen Angebote gehen mit einem Preis von umgerechnet über 700 Euro definitiv nicht als Schnäppchen durch – wir sind auf den endgültigen Preis gespannt. Als Liefertermin geben die Händler Ende Juni an.

Nokia: Connecting People?

Das N97 baut die Verbindung ins Internet über HSDPA und WLAN auf und sorgt damit überall für eine schnelle Internet-Verbindung. Unser Prototyp funktioniert in diesen Bereichen schon bestens, Verbindungsabbrüche oder Ähnliches haben wir nicht zu beanstanden. Beim Verbinden mit öffentlichen Hotspots, die eine Bestätigung der Geschäftsbedingungen verlangen, zeigt das N97 sofort die entsprechende Webseite an. Das ist gut gelöst – bei anderen Mobiltelefonen will der Browser erst von Hand gestartet werden, bis die Verbindung ins Netz funktioniert.

Beim Surfen fällt auf den ersten Blick die Unterstützung von Flash positiv auf. Zwar ist die Installation des nötigen Plug-ins noch ein Gefrickel, aber dafür klappt auch die Wiedergabe von Videos außerhalb des Youtube-Universums. iPhone-Verwöhnte vermissen sofort den Zoom per Multitouch-Geste. Zoomen ist definitiv nötig, denn in der Standard-Ansicht sind Textlinks mit dem Finger kaum zu treffen – aber zum Vergrößern sind mangels Multitouch-Unterstützung mehrere Schritte nötig: Im Optionen-Menü gibt es den Unterpunkt Zoom, der einen virtuellen Slider auf dem Display anzeigt. Hier lässt sich die Vergrößerungsstufe einstellen. Das Heranzoomen an einen bestimmten Punkt auf der Seite funktioniert nicht – und das Menü verdeckt einen Teil des Inhalts. Man muss also raten, ob man den Schieber schon weit genug in Richtung „+“ gezogen hat.

GPS ist selbstverständlich integriert, funktioniert in unserer Vorabversion des Handys aber noch nicht. Beim endgültigen Modell soll auch „echte“ Turn-by-Turn-Navigation mit Fahranweisungen möglich sein. Darum kümmert sich eine Nokia-Software namens Maps.

Berühr‘ mich – aber wo?

Das verzwickte Zoom-Menü zeigt einen großen Haken an der Oberfläche des N97 beispielhaft auf. Das bewährte (und ursprünglich nicht auf Touchscreen ausgelegte) Symbian-S60-Betriebssystem ist einfach auf die Bedienung mit Tasten angepasst. Wer beispielsweise im MP3-Player durch die Liste von Songs scrollen möchte, kann das nicht mit einer lockeren Fingergeste erledigen, sondern muss umständlich die dünne Scroll-Leiste am Rand erwischen. Das klappt – wenn überhaupt – nur mit dem Fingernagel, aber sicherlich nicht mit dem durchschnittlichen Wurstfinger.

Früher oder später landet man als Benutzer bei den mechanischen Vier-Wege-Navigationstasten mit OK-Taste in der Mitte. Und plötzlich ergeben Menüaufbau, -Struktur und Bedienung einen Sinn. Das ist kein gutes Zeichen für einen potentiellen iPhone-Killer.

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