Krasse Klangschalen: High-End-Kopfhörer im Vergleichstest

Drei Zentimeter dicker Samsung-TV für 1700, Verstärker von Vincent für 3200, Blu-ray-Player von Denon für 2400, Klipsch-Boxensystem für 8000 Euro – doch wie genießt man seinen Sound mit ordentlich Bums, wenn es Sonntag Abend ist und die lieben Nachbarn bereits bei Musik in Zimmerlautstärke mit dem Besen an die Decke hämmern? Ganz klar, ein adäquater Kopfhörer muss her.

400 Euro für einen High-End-Kopfhörer auf den virtuellen Tresen geblättert, drei Tage später ist das vermeintliche Klangwunder im Briefkasten. “Referenz-Modell” stand auf der Website. Klar, das Ding muss der Hammer sein. Also schnell mit vor Vorfreude zittrigen Händen an den iPod Nano angeschlossen – und schon macht sich Enttäuschung breit. Da kommt ja gar nichts ‘raus. Zumindest fast nichts, die Beats von Maroon 5 säuseln nahezu unhörbar aus den Ohrmuscheln. Kopfhörer ist nicht gleich Kopfhörer. Wir haben uns angesehen, worauf es ankommt, und sieben High-End-Modelle probegehört.

Hier testet CNET.de Kopfhörer.

Ein Blick in die Spezifikationen

Der Mensch hört im Idealfall Frequenzen zwischen 20 und 20.000 Hz. Die Hersteller von Kopfhörern geben im Datenblatt meistens den Bereich an, den ihr Modell abdeckt. Sonys MDR-SA5000 schafft laut Spezifikation beispielsweise alles zwischen 5 und 110.000 Hz – die Obergrenze liegt also gut fünfmal höher, als das menschliche Gehör wahrnimmt. Alle unsere Modelle schießen, sowohl unten als auch oben, über die Fähigkeiten der Menschen hinaus.

Aber nicht nur die Höhen und Tiefen, sondern auch die Lautstärke ist wichtig. Hier spielt die Impedanz eine Rolle. Bei unseren Modellen liegt sie zwischen 40 und 300 Ohm. Sie gibt Aufschluss darüber, wie viel eine Tonquelle leisten muss, um das Trommelfell ordentlich in Vibration zu versetzen. Cowons MP3-Player D2+ beispielsweise schafft eine Ausgangsspannung von etwa 0,77 Volt pro Kanal. Bei 300 Ohm bedeutet das eine Ausgangsleistung von 1,98 mW, ein Kopfhörer mit 40 Ohm kommt auf 14,8 mW. Das bedeutet einen Unterschied von satten 8,75 Dezibel.

Spätestens jetzt sollte klar sein, wieso nicht jeder Kopfhörer für jeden Zweck geeignet ist. Je höher die Impedanz eines Modells liegt, desto mehr Power ist notwendig, damit er seine Wirkung auch voll entfaltet. Ein schwachbrüstiger MP3-Player erreicht also unter Umständen bei einer hochohmigen Ausführung keinen ordentlichen Sound mehr. Auf der anderen Seite sind Kopfhörer mit einer höheren Impedanz deutlich robuster und lassen sich auch an Verstärkerausgängen mit mächtig Saft ohne Probleme betreiben. Beide Seiten haben ihre Daseinsberechtigung, aber jeder Anwender benötigt etwas anderes.

Neueste Kommentare 

Eine Kommentar zu Krasse Klangschalen: High-End-Kopfhörer im Vergleichstest

  • Am 22. Januar 2013 um 22:04 von paul bronca

    ich bin seit 17 jahren dj. beats “studio” & “pro” sind beide nicht annähernd ihr geld wert. “studio” hat ein sehr lautes grundrauschen, dass ihr auch gehört haben müsst!! aktive geräuschunterdrückung, die selbst ein deutliches rauschen erzeugt, ist für mich die krönung!

    der “pro” drückt ca. 45 min. derartig unangenehm auf die ohrmuscheln, das ist das schlechteste was ich je erlebt hab.(habe ganz normale ohren behaupte ich mal) für mich die am meisten zu unrecht gehypte marke > dr.dre beats

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