Windows-Spiele auf dem Mac? Crossover macht’s möglich

Spielen auf dem Mac ist trotz inzwischen ausreichender 3D-Leistung immer noch ein Trauerspiel. Nur die wenigsten Spiele gibt es auch in einer OS-X-Version – da hilft nur eine Windows-Installation mit Bootcamp. Doch das ist unkomfortabel – und man kauft sich ja schließlich auch keinen Apple-Computer, um dann das Betriebssystem aus Redmond laufen zu lassen. Crossover Games verspricht eine Lösung: Windows-Spiele sollen sich unter OS X installieren und zocken lassen. Wir haben ausprobiert, ob der Windows-Emulator dieses Versprechen auch halten kann.

Jaja, eigentlich spielt man ja nicht auf einem Mac. Und auf einem MacBook erst recht nicht – 1200 Euro für ein 3D-leistungsschwaches Notebook, dafür gibt es ja auch einen richtig guten High-End-Rechner mit fetter Grafikkarte, dickem Speicher und toller Maus mit einer so gigantischen Auflösung, dass selbst Full-HD-Camcorder vor Neid erblassen.

Doch es muss ja nicht immer kompromissloses Pro-Gaming sein. Nach Feierabend mal eine halbe Stunde einen Klassiker zur Entspannung spielen, das inzwischen freigegebene GTA 2 zum Beispiel, oder mit Freunden eine Runde Command & Conquer im Netzwerk? Dafür braucht es keine zwei High-End-Grafikkarten, kein Festplatten-RAID, keine acht Prozessorkerne und auch keine 16 GByte Arbeitsspeicher. Diese Games laufen auch problemlos auf drei Jahre alten Notebooks – und, wenn man Windows im Bootcamp installiert, auch auf einem MacBook.

Crossover Games emuliert Windows

Aber Windows auf einem Mac installieren? Das ist so, als würde man ein Doppel-BigMac-Maximenü mit Pommes und Mayo essen und dazu Cola Light trinken, um sich die Kalorien zu sparen. Man kauft doch kein MacBook, um dann XP laufen zu lassen. Zumal man dann nicht mal eben seine E-Mails checken kann, den Freunden das Foto von gestern zeigen oder eine SMS an die Freundin per Skype verschicken. Denn die OS-X-Daten sind nicht zugänglich, wenn Windows läuft – und die unter dem Apple-System installierten Programme laufen natürlich auch nicht. Noch dazu kann man dann auch nicht „mal schnell“ ein Spielchen zur Verdauung nach der Mittagspause starten. Man muss herunterfahren, den Rechner unter Windows neu booten, das Spiel starten und nach ein paar Minuten – wenn der BigMac im Magen angekommen ist – wieder zurück zu OS X wechseln.

Counter Strike unter OS X
Läuft: Counter Strike funktioniert unter Mac OS X mit Crossover Games problemlos.

Klar, das ist immer noch besser als nichts. Aber eine tolle Lösung sieht anders aus. Das findet offensichtlich auch der Softwareentwickler Codeweavers, der mit Crossover ein Programm im Angebot hat, das Windows-Programme unter Linux und OS X laufen lässt. Zu diesem Zweck emuliert Crossover die Windows-Umgebung und stellt Software aus der Microsoft-Welt die benötigte Umgebung zur Verfügung – also beispielsweise Schriftarten, den in vielen Programmen eingebetteten Internet-Explorer und die mit Windows kommenden DLL-Dateien.

Eine spezielle Version für Spieler, Crossover Games, bringt darüber hinaus noch die Unterstützung von Microsoft DirectX mit – jene Programmierschnittstellen, auf die die meisten Windows-Spiele aufsetzen. Damit sollte OS X also spielekompatibel werden. Oder?

Klingt kompliziert, ist auch so

Umgebung, Emulation, Programmierschnittstellen? Das klingt ganz schön kompliziert. Tatsächlich ist es auch nicht einfach, ein Betriebssystem, an dem tausende Menschen seit Jahren arbeiten, mal eben so zu simulieren. Und so wirkt Crossover Games auch in der Praxis.

Crossover basiert auf Wine, einer Open-Source-Software, die die Windows-Umgebung unter Linux zur Verfügung stellt. Das klappt so la la – es ist kein Probem, den Windows-Taschenrechner unter OS X oder Windows zum Laufen zu bringen. Geht es aber um Adobe Photoshop mit speziellen Plug-ins, den Microsoft Flugsimulator oder Spezialprogramme zum Berechnen der Statik von Eisenbahnbrücken, wird es schwierig. Denn komplett ist Windows eben (noch) nicht emuliert*.

Crossover Games Bottle
Eine Flasche für jedes Spiel: Die Spiele laufen in Crossover Games in sogenannten Bottles. Dabei lässt sich für jedes Spiel einzeln festlegen, ob die „Umgebungsflasche“ Windows 98, 2000 oder XP sein soll.

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