Der Iriver P7 ist ein hübscher Touchscreen-PVP, den es mit 8 und 16 GByte Speicherkapazität gibt. Wie sein älterer Bruder Spinn kommt auch das neue Modell im Aluminiumgehäuse und gibt Musik, Videos, Radio und Fotos wieder. Außerdem befinden sich Diktiergerätfunktion und Textbetrachter an Bord. Bluetooth und WLAN sucht man allerdings vergebens – dafür ist der Preis von lediglich 130 Euro für die 8-GByte-Ausführung wirlich verlockend.

Design

Wir haben zwar einiges am P7 auszusetzen, doch das Design gehört definitiv nicht dazu. Das schicke Aluminiumgehäuse würde sich auch in einem Museum für moderne Kunst gut machen. Selbst die Plastikverpackung des Players schindet schon Eindruck.

Der PMP misst 11,2 mal 7,3 Zentimeter und ist gerade einmal 13 Millimeter dick. Die Form ist hosentaschenfreundlicher als die des Cowon O2PMP. Der P7 fühlt sich eher wie ein etwas geschrumpfter Archos 5 an. Zum größten Teil läuft die Bedienung über den Touchscreen ab. Auf der Oberseite gibt es eine Reihe winziger mechanischer Bedienelemente: An/Aus, Menü und Lautstärke. Rechts neben dem Display befinden sich Kopfhörerbuchse, Hold-Schalter und microSD-Kartenslot.

Äußerlich erinnert der P7 etwas an die stylisch designten Apple-Player, bei der Oberfläche beschreitet Iriver jedoch vollständig eigene Wege. Der Hersteller beschreibt das Hauptmenü als zeitschriftenartig – zu Recht. Die einzelnen Funktionen befinden sich in einer Reihe Boxen, die sich auf dem Display verteilen. Ein Scrollen entfällt vollständig. Nach einer kurzen Eingewöhnungsphase stellt die Navigation kein Problem mehr dar. Allerdings können wir keine besonderen Vor- oder Nachteile erkennen. Lediglich das erfrischend andere Konzept fällt positiv auf.

In den unteren Ebenen weicht die Übersicht im Zeitschriftenformat gewöhnlichen Menüs. Das Navigieren durch die Musiksammlung geht beim P7 allerdings nicht so flüssig vonstatten wie etwa beim iPod Touch. Wer eine größere Musikbibliothek mit sich herumschleppt, braucht Geduld und einen schlanken Zeigefinger – der Scrollbalken am Rand ist nicht gerade einfach zu treffen.

Im Lieferumfang des P7 befinden sich Ohrhörer, Stylus, USB-Kabel und eine Software-CD.

Ausstattung

Der P7 erinnert irgendwie an Model-Klischees: hübsch anzusehen, aber nicht viel dahinter. Das 4,3-Zoll-Display mit einer Auflösung von 480 mal 272 Pixeln sieht schick aus, doch die Unterstützung von Videoformaten ist nicht gerade die Paradedisziplin des Players. Das Datenblatt listet zwar einen ganzen Haufen an Codecs wie AVI, MP4, WMV, MPG, FLV, XVID und H.264 auf, doch mit einem einfachen Kopieren per Drag and drop ist es nicht getan. Wir müssen praktisch alle unsere Testvideos mit Hilfe der mitgelieferten Software konvertieren, bis sie auf dem PMP laufen.

Abgesehen von der frickeligen Navigation durch die etwas chaotischen Menüs zählt die Musikwiedergabe definitiv zu den Stärken des P7. Er unterstützt MP3, WMA, FLAC, WAV und OGG. Außerdem stellt der Player auch die zugehörigen Cover und Lyrics da, sofern vorhanden. Mit dem AAC-Format kann er nichts anfangen – Iriver hat leider kein Herz für iTunes-Fans. Die Musiksammlung zeigt der PVP entweder nach ID3-Tags oder nach Ordnerstruktur an. Während der Wiedergabe ändert der Anwender problemlos Equalizereinstellungen, Wiedergabemodus, Titelbewertung oder sieht sich den Liedtext an. Auch das Anlegen von Bookmarks und eigenen Playlisten ist möglich.

Die weiteren Features wie UKW-Radio und Textbetrachter sind nett, aber nicht außergewöhnlich. Der Bildbetrachter erfüllt seinen Zweck – wie die meisten Funktionen des P7 allerdings etwas langsam. Der Wechsel von einem Foto zum nächsten dauert etwa drei Sekunden, und die Navigation durch die Sammlung erfolgt mittels der gleichen winzigen Leisten wie bei der Musikwiedergabe.

Die Diktiergerätfunktion ist enttäuschend. Die Aufzeichnungen speichert der Player als WMA-Dateien. Sie weisen die gleichen hochtönigen Verzerrungen wie die Aufnahmen der meisten MP3-Player auf. Leider gibt es auch kein Feedback irgendeiner Art. Bereits eine Anzeige des Mikrofonpegels wäre hier sehr hilfreich gewesen.

Das Hauptmenü des Iriver P7 ist wie eine Seite in einer Zeitschrift aufgebaut. Auch wenn es keinen praktischen Nutzen bietet, sieht das Design wirklich hübsch aus.

Leistung

Laut Hersteller hält der Akku bei der Musikwiedergabe 35 Stunden und im Videomodus 7 Stunden durch. Für einen Player, der keine 150 Euro kostet, durchaus beeindruckend. Die Qualität der dargestellten Fotos und Videos ist mit der des Cowon O2PMP vergleichbar. Allerdings ist der Blickwinkel des P7 eher mau. Kippt man das Gerät ein Stück nach oben, so ist kaum noch etwas auf dem Display zu erkennen. Der Klang des PMPs ist absolut in Ordnung. In der Werkseinstellung kann er sich problemlos mit dem der iPods messen. Dreht man jedoch hier und da etwas an den Reglern fürs Sound-Tuning, überflügelt er die Apple-Konkurrenz.

Die mitgelieferte Software enttäuscht. Auf der CD befinden sich drei Programme: ein Firmware-Updater, ein Videokonverter und eine Anwendung, die Dateien auf den Player kopiert. Keine der drei Applikationen läuft auf unserem Windows-XP-Testrechner ohne Probleme. Der Firmware-Updater kann den P7 zunächst nicht erkennen. Hier hilft erst eine Änderung des verwendeten USB-Protokolls von UMS auf MTP. Der Videokonverter funktioniert ebenfalls nur mit dem MTP-Protokoll. Allerdings nimmt er aus unerfindlichen Gründen nur manche MP4- und MOV-Dateien an.

Die Software zur Dateiübertragung ist eine Katastrophe. Das Iriver Plus 3 getaufte Programm kopiert nicht eine einzige Datei auf unseren P7. Stattdessen stürzen ständig sowohl Anwendung als auch Testgerät ab. Glücklicherweise funktioniert eine Übermittlung der Lieder und Videos auch per Drag and drop.

Fazit

Alles in allem ist der Iriver P7 ein hübscher Mediaplayer, der kein riesiges Loch in die nächste Urlaubsplanung reißt. Ein Wunder darf man zu diesem Preis allerdings nicht erwarten. Die Navigation ist sehr mittelmäßig, und die Codec-Unterstützung schreit ebenfalls nach Verbesserung. Wer vorhat, regelmäßig Filme auf seinem neuen Player zu glotzen, sollte sich nach einer Alternative umsehen oder viel Geduld mitbringen. Befinden sich die Videos allerdings erst einmal im richtigen Format, sehen sie auf dem 4,3-Zoll-Display wirklich schön aus.

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