WirelessHD: So kommt das Full-HD-Bild kabellos zum Flachbildfernseher

Moderne Flachbildfernseher sind ein Augenschmaus – bis auf die Verkabelung, die hinten aus den Geräten hängt. Und die nervt gewaltig. Graue und schwarze Kabel, die an der Wohnzimmerwand entlanglaufen, verschandeln das ganze Zimmer und die Wohlfühlatmosphäre. Doch es geht auch anders. Wir haben uns Lösungen angesehen, die Full-HD-Bilder mit Ton kabellos zum HD-TV übertragen.

Fernseher haben sich seit ihrer Markteinführung im Jahr 1928 ständig weiterentwickelt. Zuerst wuchsen Bildwiederholrate und Zeilenanzahl. Dann begannen die Bildröhren, statt einer runden eine eckige Form anzunehmen. 1967 kamen die ersten Farb-TVs auf den Markt. Heute sind unsere Fernseher nicht nur eckig und in Farbe, sie sind auch flach, hochauflösend und digital. In einer Sache gleichen sie aber immer noch den ersten Geräten: Selbst im Jahr 2009 hängen noch lästige Kabel hinten aus den Glotzen.

Sie übertragen aber längst keine analogen Signale mehr. Stattdessen übermitteln HDMI-Kabel Bild und Ton voll digital sowie in HD. Doch nun sind selbst sie überflüssig. Eine Technik namens WirelessHD leitet Bild und Ton ohne Qualitätsverlust kabellos von Fernsehreceivern, Blu-ray-Playern oder Spielkonsolen zum HD-TV.

Was WirelessHD ist und wie die Technik funktioniert

Derzeit gibt es viele Techniken zur kabellosen Übertragung von Full-HD. Die zwei zukunftsträchtigsten Lösungen sind WirelessHD und Wireless HDMI. Sie übertragen das Bild mit Auflösungen bis 1080p. Zusätzlich übermitteln sie den HD-Ton, der auch im HDMI-Kabel zusammen mit dem Videosignal zum Fernseher gelangt.

Die erste Variante, WirelessHD (WiHD), ist ein Standard, den das WirelessHD-Konsortium im Januar 2008 festgelegt hat. Dem Konsortium gehören unter anderem Firmen wie Sony, LG, Samsung oder Toshiba an.

WirelessHD 1.0 funkt im 60-GHz-Frequenzspektrum und überträgt derzeit maximal 4 Gigabit pro Sekunde. Diese Datenrate reicht zur kompressionsfreien Full-HD-Übermittlung inklusive HD-Audio aus.

Etliche Hersteller wollen diese Technik in ihren Geräten verbauen. Sowohl Fernseher also auch Blu-ray-Player, Spielkonsolen oder andere Multimediageräte sollen zukünftig mit WiHD-Controllern ausgestattet sein, wodurch das Verlegen von Kabeln entfällt.

Die zweite Technik zur kabellosen Full-HD-Übertragung, Wireless HDMI (WHDI), ist derzeit noch kein Standard. Die Technik überträgt Daten im Ultra-Wideband. Der seit 2005 erhältliche Wireless-HDMI-Extender von Avocent nutzt beispielsweise WLAN, um HDMI-Daten inklusive HDCP-Verschlüsselung kabellos zum Fernseher zu transportieren. Da die Datenrate allerdings nicht für eine unkomprimierte Übertragung ausreicht, nutzen viele Geräte die verlustfreie JPEG2000-Kompression.

Derzeit kursieren aber noch weit mehr Technologien zur drahtlosen HD-Übertragung. Viele Hersteller kochen ihr eigenes Süppchen. Bis sich ein Standard durchsetzt, vergehen vermutlich noch einige Jahre.

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