Viele Netzwerk-Mediaplayer basieren auf dem Windows Media Center, das Teil vieler, aber neben nicht aller Windows-PCs mit XP oder Vista ist. Einige Geräte, wie der HP MediaSmart Connect, arbeiten im „WMC Extender Mode“ oder via eigenem eingebauten Streaming-Interface. Anderen, wie dem Linksys DMA2200 Media Center Extender, fehlt ein eigenes Interface, wodurch sie auf das Windows Media Center angewiesen sind. Das gleiche trifft auch auf die Xbox 360 zu. Nach vielen langwierigen Test voller Probleme mit Windows-Media-Center-Extendern freut es uns, dass Netgears Digital Entertainer Elite EVA9150 einen großen Bogen um die Microsoft-Software macht. Es nennt sich nicht einmal Extender. Stattdessen erlaubt es ein manuelles Anpassen der freigegebenen Ordner auf dem PC. Obwohl auch dieses Gerät nicht perfekt ist, und sich der Preis mit rund 370 Euro gewaschen hat, sprechen viele Dinge für den Netgear. So unterstützt das Modell beispielsweise mehr Dateitypen als jeder andere Mediastreamer, den wir bis jetzt getestet haben. Zudem ist es mit kaum einem Gerät so einfach, seine Fotos, Musik und Videos vom PC auf den Fernseher zu bringen.

Design

Der Digital Entertainer Elite EVA9150 ist 5 Zentimeter hoch, 43,2 Zentimeter breit und 25,4 Zentimeter tief. Damit hat er in etwa die Größe eines gewöhnlichen DVD– oder Blu-ray-Players. Äußerlich gleicht er seinem Vorgänger, dem Netgear Digital Entertainer HD. Allerdings fehlen ihm die WLAN-Antennen. An der Front sitzt eine Klappe, hinter der der Hersteller die integrierte 500-GByte-Festplatte versteckt. Bis auf einen USB-Port finden sich sonst keine weiteren Anschlüsse auf der glatten Vorderseite.

An der im Lieferumfang enthaltenen Fernbedienung hat Netgear im Vergleich zu der des Vorgängers einige Verbesserungen vorgenommen. Die Knöpfe sind logischer angeordnet und die Bedienung ist einfacher. Für nahezu jede Funktion des Mediastreamers findet sich eine Taste für den Schnellzugriff. Zudem liegt die Fernbedieung mit ihrer Gummi-Oberfläche hervorragend in der Hand.

Anschlüsse

Auf der Rückseite des Elite bringt der Hersteller zahlreiche Anschlüsse an. Für die Videoausgabe sind ein Composite-Video-, ein S-Video-, ein Component-Video– und ein HDMI-Port vorhanden. Den Ton leitet der Netgear mittels analogem Stereo-Cinch-Anschluss, koaxialem oder optischem S/PDIF-Port und – natürlich – über den HDMI-Ausgang an Fernseher oder Soundsystem weiter. Auch ein Ethernet-Anschluss für eine kabelgebundene Netzwerkverbindung fehlt nicht. Wer den Elite also nicht mit dem eingebauten WLAN nach IEEE 802.11a/b/g/n betreiben möchte, schließt einfach ein Kabel an. Ein weiterer USB-Port findet sich ebenfalls auf der Rückseite des Geräts.

Einrichtung

Das Einrichten des Elite ist einfach. Das ist für einen Mediastreamer wirklich erstaunlich. Nach dem ersten Einschalten erscheint ein Assistent, der die Einrichtung zu einem schmerzfreien Prozess macht. Nach dem Anstecken des Fernsehers via HDMI und dem Verbinden mit dem Heimnetzwerk, installieren wir die mitgelieferte Software (kompatibel zu Windows und Mac) auf unserem Test-PC und stellen die Freigaben ein. Das Installieren des Programms ist nicht zwingend notwendig. Auch das Freigeben von Ordnern via Betriebssystem funktioniert. Allerdings macht es die Applikation deutlich einfacher.

Neueste Kommentare 

2 Kommentare zu Netgear Digital Entertainer Elite EVA9150: Streaming-Alleskönner

  • Am 8. Januar 2010 um 13:34 von Holger Würz

    Trotzdem: wie arbeitet die EVA mit Windows MediaCenter zusammen?
    Hallo,
    erfreulich ist, daß man kein WMC haben MUSS, um die EVA zu nutzen.
    Aber wenn man das sowieso ht, bzw plant: wie arbeitet die EVA mit WMC zusammen, speziell was die TV-Funktionen angeht? Kann man auf aufgenommene TV-Sendungen zugreifen, bzw. die AUfzeichnung auf dem HTPC von der EVA aus starten/programmieren?

    Danke für die Infos

  • Am 8. Januar 2010 um 16:52 von Pascal Poschenrieder

    Re: Trotzdem: wie arbeitet die EVA mit Windows MediaCenter zusammen?
    Hallo Holger,

    der Zugriff auf aufgenommene Sendungen sollte funktionieren. Dass ein Programmieren und Starten von Aufnahmen möglich ist, bezweifle ich. Wir haben das im Test nicht ausprobiert.

    Mit freundlichen Grüßen,
    Pascal Poschenrieder, CNET.de

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