Mit ihrer Ausstattung wirft Panasonic die Lumix DMC-G1 mitten zwischen zwei Fronten auf dem Markt. Auf der einen Seite stehen kompakte Digicams, die bequem in die Jackentasche passen und trotzdem tolle Fotos schießen, volle manuelle Kontrolle bieten und um die 400 Euro kosten: Nikon Coolpix P6000, Canon Powershot G10 und auch Panasonics eigene Lumix DMC-LX3 fallen in diese Kategorie.

Auf der anderen Seite stehen günstigere Einsteiger-DSLRs à la Canon EOS 450D und Nikon D80. Sie sind zwar deutlich sperriger als die gerade einmal 385 Gramm schwere G1, aber selbst die Wechselobjektiv-Lumix passt in keine Jackentasche. Zudem fehlt der Panasonic ein optischer Sucher – die elektronische Variante ist für viele ein absolutes No-Go.

Design

Was das Design angeht, hebt sich die G1 allein schon in ihrer Farbvielfalt von den Spiegelreflexkameras ab. Es gibt sie in Blau-Schwarz, in Schwarz-Rot und komplett in Schwarz. Als Kit-Objektiv setzt Panasonic auf die Optik Lumix G Vario f3.5-5.6 14-45mm mit einer Brennweite von 28 bis 90 Millimetern im Kleinbildäquivalent. Hier listet der Hersteller alle zum Four-Thirds-System kompatiblen Linsen auf.

Das Gehäuse selbst besteht größtenteils aus Metall und ist von einer Kunststoffschicht überzogen. Der Griff ist großzügig dimensioniert und fühlt sich sicher an. Ein ganzer Haufen mechanischer Bedienelemente ist bequem mit den Fingern zu erreichen und erlaubt direkten Zugriff auf die wichtigsten Funktionen. Die Steuerung funktioniert ausgezeichnet, jedenfalls größtenteils – es gibt zwei Ausnahmen. Erstens: das Rädchen unter dem Zeigefinger. Drückt man es hinein, so verstellt man den Belichtungausgleich. In der Theorie eine schöne Idee, im Praxistest drücken wir das Drehelement häufig unabsichtlich hinein und verpassen ein schönes Foto.

Zweitens, der elektronische Sucher: 1,4 Millionen Pixel Auflösung, 100 Prozent Abdeckung, hell, groß und ordentlich schnell. Unterm Strich blickt man allerdings immer noch auf ein Display, das mit seinem optischen Pendant schlicht und ergreifend nicht mithalten kann.

Neueste Kommentare 

2 Kommentare zu Panasonic Lumix DMC-G1: Spiegelreflex ohne Spiegel im Test

  • Am 29. Oktober 2009 um 11:51 von Kirsch

    Spiegel
    Der Spiegel einer Spiegelreflexkamera ist nur eine leidige Hilfskrücke da man natürgemäß nicht direkt auf die Mattscheibe blicken kann wie etwa in einer Großformatkamera. Der Spiegel vibriert unerträglich, schneidet unseren Blick beim Auslösen von der Umwelt ab und verhindert schnelle Bildfolgen. Nicht umsonst ist das Leica M System so beliebt, gab es TLR Kameras, gab es Spiegelvorauslösung.
    Somit finde ich einen hochwertigen E-Sucher in dieser Preisklasse völlig ok.
    Für mich ist der Spiegel das absolute no go und eine historische Fehlkonstruktion.

  • Am 26. Mai 2010 um 19:09 von $buffer

    Leistung
    Ein Aspekt fehlt mir allenthalben in den Test’s dieser Kamera: das µFT-Design ermöglicht die Adaption praktisch aller "Legacy" Objektive. Firmen wie z.B. Novoflex bieten die passenden Adapter. Ich habe selbst einige gute alte Canon FD Linsen und benutze die seit kurzem an einer G1. Das manuelle Fokussieren mit dem elektronischen Sucher (gegenüber der Mattscheibe einer F1-new für die es keine Ersatzteile mehr gibt) ist zwar etwas gewöhnungsbedürftig, bei wenig Licht aber sogar einfacher. Aber das Betse, ich kann meine 1,2/55 und 1,2/85 in die digitale Welt retten (wenngleich mit Crop-Faktor 2). Bis endlich jemand eine Vollformat EVIL baut, bedeutet G1 für mich "1fach Genial".
    Lassen Sie sich von keinem Fotohändler erzählen, "analoge" Objektive seien für digitale Kameras ungeeignet. Was so ein alter Profi-Scherben an Auflösung bietet, reicht allemal, selbst für die kleinen Pixelchen dieser Halbformnat Kamera. Lichtstarke Objektive (die ich persönlich nicht missen möchte) an einer Vollformat DSLR sind praktisch unerschwinglich. Da ist die G1 mit lichtstarkem "Altglas" ein super Kompromiß. Und das ich – wie ganz früher – wieder mit Arbeitsblende fotografieren muss ist mir egal. Ich hab ja nicht die 1,2er gekauft, um mit Blende 8 zu fotografieren.

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