Es hat zwar eine ganze Weile gedauert, bis der Blu-ray-Markt ähnlich groß war wie der von DVD-Playern, aber mittlerweile finden sich reichlich Modelle vom günstigen bis hin zum Premium-Gerät. Sony deckt mit seinen Playern BDP-S350 und seinem S5000ES beide Seiten des Preisspektrums ab. Allerdings stellt sich die Frage, warum Käufer rund 1200 Euro für einen Player ausgeben sollen, wenn sie bereits für circa 190 Euro ein Gerät des gleichen Herstellers bekommen. Wir sind der Frage auf den Grund gegangen, ob der BDP-S5000ES sein Geld wirklich wert ist.

Design

Wenn es eine Sache gibt, an der jeder ein hochwertiges Hi-Fi-Gerät erkennt, dann ist es das Gewicht. Und hier schlägt Sonys BDP-S5000ES die meisten Konkurrenten um Längen. Mit satten 10,2 Kilogramm wiegt er rund das Doppelte wie die Playstation 3. Allerdings wächst mit dem Gewicht auch immer die Größe eines Geräts. So auch beim Sony: Er nimmt etwa den Platz im Hi-Fi-Regal ein, den ein ausgewachsener 7.1-Receiver benötigt.

Der BDP-S5000ES kommt im unverkennbaren Sony-Stil. Die Front besteht aus geschwärztem, gebürsteten Aluminium. Sie sieht deutlich schicker aus als die von älteren Geräten im glänzenden Plastik-Look. Der Hersteller reduziert die Bedienelemente am Player auf ein Minimum. Das passt zwar zum Design, dennoch hätten wir uns zumindest Tasten für Vor- und Zurückspulen gewünscht.

Sony liefert den BDP-S5000ES mit seiner Standard-Fernbedienung aus. Sie ist übersichtlich aufgebaut und einfach zu bedienen. Allerdings hätten wir uns bei einem Gerät dieser Preisklasse eine etwas exklusivere Fernbedienung gewünscht.

Ausstattung

Der BDP-S5000ES kommt mit einer guten Ausstattung und allen aktuellen HD-Features. Er dekodiert sämtliche HD-Audio-Standards inklusive Dolby TrueHD und DTS-HD Master Audio. Auch die Bitstream-Ausgabe all dieser Formate funktioniert. Außerdem beherrscht er den „finalen“ Blu-ray-Standard BD-Live. Hierfür liefert der Hersteller einen 1 GByte großen Microvault-Stick mit. Er kommt in den kleinen USB-Port auf der Rückseite des Geräts. Leider passen in den Port keine gewöhnlichen Sticks, da er in einer Vertiefung sitzt. Allerdings dient er ohnehin nur zum Speichern von BD-Live-Daten. Das ist schade, da der Player die Wiedergabe von MP3s und Fotos unterstützt. Auch über den Netzwerkanschluss funktioniert das Streamen dieser Multimediadateien nicht. Der einzige Weg zum Anhören von Musik oder zum Ansehen von Fotos führt über eine gebrannte CD oder DVD. Das ist wirklich beschämend, zumal viele Bravia-Fernseher mittlerweile DLNA-kompatibel sind.

Der Player hat optionale Bildverarbeitungs-Funktionen an Bord, die bei den günstigen Geräten nicht vorhanden sind. Die erste heißt HD Reality Enhancer, die zweite Super Bit Mapping. Der HD Reality Enhancer arbeitet zusätzlich zur gewöhnlichen Rauschunterdrückung, wie sie sich auch bei den günstigen Playern findet. Er besteht aus den Komponenten Verbesserung, die an Rändern im Bild den Kontrast erhöht, „Glättung“, die eine Treppenbildung reduziert, und „FGR“ zum Verringern der Filmkörnung. Bei letzterer scheint es sich um eine weitere Moskito-Rauschunterdrückung (MNR) zu handeln.

Hinten am Gerät finden sich zahlreiche Anschlüsse. Neben dem obligatorischen HDMI-Port sind ein Component-Video-, ein Composite-Video– und ein S-Video-Ausgang vorhanden. Für die Audioausgaben bringt der Player sowohl einen analogen als auch einen digitalen S/PDIF-Anschluss mit. Darüber hinaus verfügt er über einen analogen 7.1-Ausgang. Er ist in erster Linie für Besitzer älterer AV-Receiver ohne HD-Audio-Dekodierung interessant, besonders da der im BDP-S5000ES eingebaute Digital-Analog-Wandler äußerst hochwertig ist. Gewöhnliche Stereo-Audio-Buchsen finden sich ebenfalls am Sony.

Der BDP-S5000ES kommt mit einem schnellen Modus, der die Start-Zeiten einiger Disks verbessert. Der Nachteil dieser Funktion besteht darin, dass der Stromverbrauch steigt, und der Lüfter während der Wiedergabe weiterläuft. Allerdings ist der Player sowohl im normalen als auch im schnellen Modus nie durch einen zu lauten Lüfter negativ aufgefallen.

Bei einem Blick in die unterstützten Medienformate zeigt sich, dass Sony anscheinend Abstand von dem hochqualitativen CD-Audioformat SACD nimmt. Da nicht einmal dieser Premium-Player Super-Audio-CDs unterstützt, kommt das Format vermutlich nicht mehr zurück. Derzeit hat der Hersteller unseres Wissens nach nur noch einen SACD-Player in seinem Sortiment.

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