Samsung hat am Montag das Jet vorgestellt – eigentlich „nur“ ein neues Smartphone mit großem Touchscreen-Display und vollständiger Ausstattungsliste. Doch die Größe des Events verrät: Der Hersteller hat einiges vor mit seinem neuen Überflieger – haben die Koreaner das Gerät doch in London, Dubai und Shanghai vorgestellt. Doch einfach nur alles zu verbauen, was derzeit technisch möglich ist, reicht nicht mehr – zu viele aktuelle Handys verfügen über WLAN, GPS, Bluetooth, HSDPA, Touchscreen und so weiter. Wir haben uns angesehen, was das Jet von seiner Konkurrenz unterscheidet.

Stärken

Bereits bei seinen letzten Smartphone-Neuvorstellungen hat der Hersteller gezeigt, was er richtig gut kann: Displays bauen. Derzeit setzt Samsung ganz auf die nächste Anzeigengeneration, die OLEDs. Die bereits vorgestellten i8910 HD und i7500 Galaxy beweisen, dass die Konkurrenz in puncto Farbbrillanz, Blickwinkel und Schärfe hier nicht viel mitzureden hat. Das gilt uneingeschränkt auch für das Jet. Seine 3,1-Zoll-Anzeige stellt WVGA-Auflösung dar (800 mal 480 Pixel) – das ist mehr als genug, um für ein gestochen scharfes Bild zu sorgen. Die gleiche Auflösung haben übrigens auch HTC Touch HD und Sony Ericsson Xperia X1 zu bieten.

Interessanterweise setzen die Koreaner auf die resistive Touchscreen-Technik. Solche Displays finden sich zwar auch beim Touch HD und beim X1 – allerdings ist Windows Mobile auch nicht in der Lage, mit den moderneren kapazitiven Anzeigen umzugehen. Allerdings kann man Samsung zugutehalten, dass sich das kaum bemerkbar macht: Der Screen ist empfindlich und reagiert, wie es der Nutzer erwartet. Auch gibt es hier keine störende Kunststofffolie über dem Display. In der Praxis fällt daher nur auf, dass sich die Anzeige des Jet auch mit dem Fingernagel oder einem Stift bedienen lässt. Glücklicherweise ist das Interface aber komplett fingertauglich – einen Stylus gibt es nicht.

Für die Verbindung ins Internet stehen UMTS mit HSDPA und WLAN zur Verfügung. Darüber hinaus gibt es Bluetooth samt A2DP für die kabellose Übertragung von Audio in Stereo. Auch GPS ist an Bord. Gegen Aufpreis von 50 Euro bekommen Käufer eine vollwertige Navisoftware samt Kartenmaterial vorinstalliert, die Turn-by-Turn-Navigation im Auto mit gesprochenen Fahranweisungen ermöglicht.

Apropos: MP3-Fans freuen sich über die bei Samsung fast schon selbstverständliche 3,5-Millimeter-Klinkenbuchse, an die sie hochwertige Standardkopfhörer anschließen können. Schade, dass man das noch immer erwähnen muss – die Konkurrenz setzt hier größtenteils immer noch auf proprietäre Anschlüsse, die Adapter nötig machen. Integriert sind 2 GByte Flash-Speicher, die sich mit MicroSD-Speicherkarten um 16 GByte erweitern lassen. Das sollte für eine ausreichende Musikauswahl im ganzen Urlaub reichen.

Die Oberfläche kommt Samsung-Kennern bekannt vor. Auf dem Jet ist TouchWiz 2.0 zu sehen, eine aktualisierte Version der bisherigen Software. Wie gehabt gibt es auf der linken Seite eine Leiste, in der eine Auswahl verschiedener Widgets zu sehen ist. Mit dem Finger lassen sie sich mehr oder weniger beliebig auf den drei Homescreens verteilen – wie bei Android. Es gibt nun mehr Widgets, darunter sind auch welche, die Informationen aus dem Internet abrufen – beispielsweise den Wetterbericht. Das Facebook-Icon hingegen ist aber immer noch lediglich eine Verknüpfung, die den Webbrowser aufruft und die Social-Network-Seite öffnet. Wer den zentralen Knopf unter dem Display drückt, bekommt das ebenfalls dreigliedrige Hauptmenü zu sehen. Verknüpfungen zu Programmen wie dem Browser oder der SMS-Applikation lassen sich aber nicht auf dem Homescreen ablegen. Dafür gibt es eine Funktion, die beim Entsperren des Displays per Fingergeste eine vorher eingespeicherte Aktion ausführt – also etwa beim Zeichnen eines „M“ mit dem Finger den MP3-Player startet oder bei einem „W“ den Webbrowser.

Auf der Rückseite des Jet befindet sich die Linse der integrierten 5-Megapixel-Kamera. Gleich zwei Foto-LEDs sollen Licht ins Dunkle bringen. Die Kameraapplikation selbst reagiert gut und schnell. Auch der Autofokus arbeitet flott, eine lange Auslöseverzögerung gibt es nicht. Der Grund dafür könnte der 800-MHz-Prozessor sein, auf den der Hersteller stolz ist. Er setzt zwar keine Rekorde, werkelt aber sogar schneller (zumindest mit mehr Takten) als die CPU des neuen iPhone 3G S.

Neueste Kommentare 

Noch keine Kommentare zu Samsung Jet: attraktives Smartphone mit Vollausstattung

Schreib einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *