Während die ersten HD-Projektoren mit Preisen von weit über 5000 Euro nahezu unbezahlbar waren, bekommen Käufer heute bereits für knapp 1000 Euro ein Gerät mit Full-HD-Auflösung. Selbst gute HD-Beamer kosten weniger als ein 50-Zoll-Plasmafernseher. Natürlich kommen hier noch die Kosten für eine Leinwand hinzu, dafür gehen die möglichen Bilddiagonalen bis 300 Zoll. Ein solcher Projektor ist der PLV-Z3000 von Sanyo. Er löst 1080p auf und bietet viele Bildeinstellungen. Außerdem ist das Angebot an Anschlüssen reichhaltig und der Preis relativ gering. Allerdings sollten Anwender je nach Projektionsuntergrund mit der Bilddiagonalen nicht höher als 92 Zoll (rund 2,3 Meter) gehen. Andernfalls reicht die Bildhelligkeit nach dem Justieren der Qualität nicht aus.

Design

Der PLV-Z300 besitzt ein recht einfaches und schichtes Gehäuse, das keine Design-Preise gewinnen wird. Allerdings ist bei einem Preis von rund 1700 Euro auch kein Ferrari-Styling zu erwarten. Unser Testgerät besitzt ein rechteckiges, schwarzes Gehäuse. Die Videoeingänge montiert der Hersteller an der Rückseite des Projektors. Die Rädchen für Lensshift sitzen an der Seite der Plastikbox. Auf der anderen finden sich Lüftungsschlitze zur Kühlung von Lampe und Panel.

Die Fernbedienung ist clever gestaltet und bietet eine Hintergrundbeleuchtung der Tasten. Sie ist so ausgelegt, dass Käufer sie mit einer Hand bedienen können. Für jeden Eingang steht ein separater Knopf bereit. Auf für Bildmodi und Bildeinstellungen verbaut Sanyo einzelne Tasten. Das Onscreen-Menü hat sieben Seiten mit vertikal angeordneten Optionen. Die Bedienung funktioniert einfach und intuitiv.

Ausstattung

Trotz des recht niedrigen Preises bietet der PLV-Z3000 eine solide Ausstattung. Beim Aufstellen und Justieren des Beamers hilft ein eingebautes Lens-Shift-System. Eine Optik verschiebt das Bild horizontal und vertikal auf der Leinwand. Der Sanyo hat keine Keystone-Korrektur an Bord. Das hat zwar bei der Bildeinstellung Nachteile, dafür kommt es nicht zu einer Verringerung der Auflösung und zu ungewollten Artefakten.

Im Bildmenü finden sich sieben wählbare Bildmodi: Brillant Cinema, Kino hell, Kino authentisch, Natürlich, Lebendig, Dynamik und x.v.Color. Wir wählen Natürlich, da das Bild im Kinomodus deutlich zu dunkel ist. Zudem stehen fünf Farbtemperaturen zu Auswahl: Hoch 2, Hoch 1, Voreinstellung, Niedrig 1 oder Niedrig 2. Da Niedrig 2 am nächsten an den D65-Standard für die Farbhelligkeitswerte herankommt, nutzen wir diese Einstellung. Nach dem anschließenden Anpassen der Graustufen wechselt der Beamer automatisch zu Benutzerdefiniert.

Die Optionen für die Iris finden sich im Erweiterten Menü. Wir setzen den Regler auf -20. Diese Einstellung bietet einen guten Kompromiss aus Lichtausbeute und ordentlichen Schwarzwerten. Um ein bestmögliches Bild zu erzielen, sollten die restlichen Punkte im Erweiteren Menü deaktiviert sein. Also stellen wir Autom. Schwarzerweiterung, Kontraststeigerung, Erweiterte Schärfekorrektur, Color management, Smooth-Motion-Wiedergabe und Gamma Dynamisch auf Aus.

Der PLV-Z3000 ist einer der wenigen Projektoren auf dem Markt, der eine Bildwiederholrate von 100 Hz unterstützt. Laut Sanyo stellt der Beamer 1080i-Quellen so mit Hilfe einer Funktion namens 5:5-Pulldown korrekt dar. Für 1080p-Material mit 24 Bildern pro Sekunde kommt eine Wiederholrate von 96 Hz zum Einsatz. Allerdings kommt das Gerät nicht mit einem Entruckel-Prozessor zur Zwischenbildberechnung, wie ihn die meisten Flat-TVs mit 100 Hz an Bord haben. So tritt zwar bei Kinofilmen kein zusätzliches Ruckeln auf, die Darstellung ist aber nicht so ruckelfrei und weich wie bei einem 100-Hz-TV. Wer also einen Beamer sucht, der Filme komplett flüssig darstellt, ist beim Sanyo an der falschen Adresse. Allerdings bringt die 100-Hz-Bildrate dennoch etwas: Sie sorgt für eine deutlich höhere Bewegungsauflösung.

Neueste Kommentare 

3 Kommentare zu Sanyo PLV-Z3000: günstig mit typischen Schwächen

  • Am 20. Juli 2009 um 00:57 von Niko Rustemeyer

    Herstellerverwechslung
    In der 4.Zeile vom 4. Paragraf der Ausstattung wurde versehentlich Samsung statt Sanyo geschrieben…

  • Am 20. Juli 2009 um 10:38 von Daniel Schraeder

    Re: Herstellerverwechslung
    Hi Niko,

    vielen Dank für den Hinweis, ich habe den Beitrag entsprechend korrigiert.

    Beste Grüße
    Daniel Schraeder, CNET.de

  • Am 30. Juli 2009 um 15:24 von Dennis

    Zwischenbildberechnung
    Auf Seite 1 des Tests wurde folgendes geschrieben: "Allerdings kommt das Gerät nicht mit einem Entruckel-Prozessor zur Zwischenbildberechnung, wie ihn die meisten Flat-TVs mit 100 Hz an Bord haben."

    Der Sanyo PLV-Z3000 verfügt über die Möglichkeit der Zwischenbildberechung (s. Handbuch auf S. 30 – Smooth-Motion-Wiedergabe: Aus/Niedrig/Mittel/Hoch).

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