Online-Fotoalben-Shootout: Flickr gegen Picasa

Das bloße Betrachten von Bildern ist längst nicht mehr alles. Das Fotoalbum von heute ist von überall auf der Welt abrufbar, sortiert Aufnahmen nach abgelichteten Personen, entfernt rote Augen und merkt sich dank Geotags sogar, wo die Bilder aufgenommen wurden. Die beiden bekanntesten Internet-Fotoalben heißen Flickr und Picasa. Wir lassen die beiden Giganten gegeneinander antreten.

Ganz im Ernst: Wer hat heutzutage noch Fotoalben zu Hause stehen und füllt diese per Hand mit Bildern? Genau, die Rede ist von diesen dicken, unhandlichen Büchern, in die man jede Aufnahme einzeln mit vier Klebestreifchen klebt. Die meisten Fotos entstehen digital, werden digital gespeichert und auch digital betrachtet. Am besten auch noch online, damit es sich auch abends in der Bar mit dem weißen Sandstrand vom letzten Urlaub prahlen lässt.

Upload: Erst einmal sollen Fotos ins Album


Google-Kind Picasa und Yahoo-Sprößling Flickr: Wir lassen die beiden Online-Fotoalben gegeneinander antreten.

Der Account ist angelegt, jetzt soll es losgehen. Picasa fordert den Benutzer zum Herunterladen der Software Picasa 3 auf. Gesagt, getan, gestartet: Das Programm fragt den Anwender, ob es alle Bilder auf der Festplatte oder nur die in den Eigenen Dateien gespeicherten hinzufügen soll. Eine Option „Gar keine Fotos indizieren“ gibt es nicht – das nervt! Bilder aus der Datenbank wieder zu löschen, gestaltet sich als aufwändige Klick-Orgie.

Hat das Programm allerdings endlich einmal die richtige Auswahl an Bildern im Blick, so gestaltet sich das Hochladen als einfach. Bei Picasa ist nirgends die Rede von einer Dateigrößenbeschränkung. Selbst der Upload von 21-Megapixel-Fotos funktioniert einwandfrei. Bei einer 150-Megapixel-Aufnahme geht die Software allerdings in die Knie und verweigert den Dienst.

Alternativ zur Desktop-Software erlaubt Picasa auch den Upload von Dateien über ein Web-Interface. Wer nicht explizit danach sucht, findet diese Option frühestens nach dem Hochladen des ersten Bilderschwungs in seinem frischgebackenen Online-Fotoalbum.

Flickr geht genau andersherum an die Thematik heran. Die Website bietet dem Anwender nicht erst den Download einer Software an, sondern hält ihn im Browser. Hier läuft die Anmeldung ab, und hier erfolgt auch das Hochladen der ersten Bilder. Erst tief in den Einstellungen stoßen wir auf ein Desktop-Programm. Während Picasa 3 eine waschechte Bilddatenbank darstellt, die auch offline etliche Möglichkeiten zum Katalogisieren und Verwalten bietet, kümmert sich die Flickr-Software lediglich um den Upload. Dafür bietet das Yahoo-Album die Möglichkeit, Fotos online zu bearbeiten. In puncto Funktionsumfang nehmen sich die beiden Dienste hier nicht viel. Über rudimentäre Features wie Rote-Augen- und Farbkorrektur gehen beide nicht hinaus. Die erste Disziplin gewinnt Picasa, da es auch eine Funktion zur Offline-Verwaltung von Bildern bietet.

Flickr 0 : 1 Picasa



Neueste Kommentare 

2 Kommentare zu Online-Fotoalben-Shootout: Flickr gegen Picasa

  • Am 1. Juli 2010 um 16:51 von Joe

    Kleiner Fehler
    Zitat: Wer seine Aufnahmen nicht nur einem Kreis von Auserwählten präsentieren will, sondern beispielsweise mit anderen Fotografen über Belichtungszeit und Blendeneinstellung, über Komposition und Motivauswahl diskutieren möchte, der ist bei Flickr besser aufgehoben. In dem Google-Fotoalbum kann jeder Gruppen beitreten…
    /Zitat

    Der letzte Satz soll doch sicher so heißen: „In dem Yahoo-Fotoalbum kann jeder Gruppen beitreten….“

    Aber ansonsten DANKE für den informativen Vergleich.

    • Am 1. Juli 2010 um 17:00 von Stefan Möllenhoff

      AW: Kleiner Fehler
      Hallo Joe,

      vielen Dank für den Hinweis, ich habe den Fehler korrigiert :-)

      Beste Grüße,
      Stefan Möllenhoff, CNET.de

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