Preview: LG Watch Phone GD910 – Handy in der Armbanduhr

Ein Armbanduhr-Handy klingt nach Zukunftsmusik – doch es könnte noch in diesem Jahr soweit sein. Zumindest, wenn es nach LG geht – die Koreaner haben bereits im Januar ein entsprechendes Mini-Telefon mit Touchscreen, HSDPA und Bluetooth vorgestellt. Wir zeigen, was das GD910 kann – und was nicht.

Ein Handy in der Uhr? Unglaublich. Und unglaublich unpraktisch, denn die Vorstellung, den Arm beim Telefonieren zwischen Mund und Ohr zu halten, ist irgendwie weltfremd. Ganz so abgefahren scheint es in der Praxis nicht zu sein. Zwar gibt es eine Freisprecheinrichtung, die Telefonate am Handgelenk mittels Lautsprecher und integriertem Mikrofon ermöglicht. Doch damit Privatsphäre und Mitmenschen in der näheren Umgebung nicht zu sehr leiden, dürften die meisten Telefonate in der Praxis via Bluetooth-Headset erfolgen.

Zum ersten Mal erhaschte die Öffentlichkeit im Januar dieses Jahres einen Blick auf das GD910 – auf der Consumer Electronics Show in Las Vegas. Allerdings noch hinter Glas. Besucher durften nur mit den Augen gucken. Etwas später, auf dem Mobile World Congress in Barcelona, gab es das Watch Phone auch schon ohne Scheibe zu sehen – allerdings nur am Handgelenk von LG-Mitarbeitern. Doch inzwischen scheinen die Koreaner den Vorhang noch ein Stückchen weiter weggeschoben haben. Immerhin haben es unsere Kollegen von CNET Asia geschafft, ausführlich mit dem Watch Phone spielen zu können. Am Handgelenk des Produktmanagers.

Die zwei einzigen Armbanduhren, mit denen wir bislang im Handyumfeld zu tun hatten, waren LG Prada Link und Sony Ericsson MBW-150. Beides sind jedoch keine vollwertigen Handys, sondern eher „Verlängerungen“, die via Bluetooth mit dem eigentlich Telefon in Kontakt stehen. Sie informieren per Display beispielsweise über eingehende Anrufe oder Nachrichten. Das GD910 von LG sieht auf den ersten Blick zwar ähnlich aus, ist aber ein ganz anderes Stück Hardware.

Ausstattung

Im Inneren des Watch Phone ist ein vollständiges Handy verbaut. Quadband-GSM ermöglicht quasi weltweit Telefonate, und dank UMTS und HSDPA sind sogar Videogespräche möglich. Zu diesem Zweck ist eine Kameralinse mit VGA-Auflösung an Bord, außerdem gibt es ein berührungsempfindliches 1,43-Zoll-Display mit einer Auflösung von 128 mal 160 Pixeln. Der Touchscreen arbeitet kapazitiv und reagiert gut auf Nutzereingaben.

Das User-Interface besteht primär aus vier Seiten, die sich durch Sliden von rechts nach links durchwechseln lassen. Im Menü gibt es virtuelle Tasten zum Starten von Sprach- und Videoanrufen sowie zum Zugriff auf Kontakte, Nachrichten, Anruflisten, Tools und Einstellungen. Außerdem ist es ein MP3-Player vorhanden. Wer mit dem Finger von oben nach unten über das Display streift, bekommt andere Themes zu sehen. Die Optionen bleiben aber die gleichen. Darüber hinaus soll auch die Steuerung per Sprachbefehl möglich sein. Das konnten wir allerdings nicht ausprobieren.

Am rechten Gehäuserand gibt es noch drei mechanische Tasten. Sie starten und beenden Telefonate und bringen den Nutzer eine Menüebene zurück. Obwohl sie winzig sind, lassen sie sich problemlos erfühlen und haben einen klar definierten Druckpunkt. Wie auch die Prada Link kommt die LG-Armbanduhr mit einer Docking-Station, die das Handy lädt. Die dafür nötigen Anschlüsse finden sich auf der Rückseite. 2 GByte Speicher sind integriert – das reicht für eine kleine, mobile Musiksammlung und für ein paar Schnappschüsse.

Leistung

Testweise starten wir einen Videoanruf. Zwar könnten die Auflösungen von Kamera und Display besser sein und auch der Lautsprecher dürfte etwas mehr Lärm produzieren, doch der Praxisnutzen ist durchaus erkennbar: Kurze Gespräche in beliebigen Umgebungen sind jederzeit möglich, ohne, dass man zusätzliche Geräte mit sich herumschleppen muss. Damit eignet sich das Uhrenhandy unterwegs, beim Feiern oder Arbeiten perfekt als Zweitcommunicator.

Merkwürdig ist es allerdings, die Uhr bei Telefonaten wie einen Telefonhörer ans Ohr zu halten. Damit dürften auch viele potentielle Käufer ein Problem haben. Immerhin ist ja Bluetooth integriert – somit sind Gespräche auch per Headset möglich. Da die GD910 sogar A2DP unterstützt, ist auch das Musikhören in Stereo mit einem entsprechenden, kabellosen Headset möglich.

Laut LG ist die Uhr wasserdicht. Der integrierte Akku speichert 510 mAh. Derzeit haben wir weder Herstellerangaben zur Akkulaufzeit noch Praxiswerte.

Vorläufiges Fazit

Die GD910 soll noch in diesem Jahr zu haben sein. In welchen Ländern und zu welchem Preis, steht allerdings noch nicht fest. Wir hoffen auf jeden Fall, dass Deutschland dazu gehört. Allein deswegen, weil wir dieses abgefahrene Konzept unbedingt ausprobieren wollen.

Neueste Kommentare 

Eine Kommentar zu Preview: LG Watch Phone GD910 – Handy in der Armbanduhr

  • Am 3. Juli 2009 um 16:43 von Arno Kunfermann

    Bei "iWatch" ist die Zukunft schon da!
    Für alle die nicht so lange warten möchten, können schon jetzt auf ein breites Sortiment an handy-uhren auf http://www.handyuhr.ch zugreifen.

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