Übersicht aller LCD-Fernseher mit 200 Hz: Was die hohe Bildrate bringt

Glaubt man den TV-Herstellern, revolutioniert die 200-Hz-Technik das Fernseherlebnis. Geräte mit der hohen Wiederholrate sollen Filme absolut ruckelfrei und schnelle Bewegungen gänzlich scharf darstellen. Wir haben alle Baureihen verglichen und erklären, was 200 Hz wirklich bringt.

Als Fernseher noch Röhren hatten, war eine Wandmontage annähernd unmöglich. Zudem war das Bild unscharf, die Bildauflösung gering und die Farben matt. Bei modernen Flatscreens ist das ganz anders. Sie sind nicht nur schlank, sondern bieten zudem HD-Auflösung, eine hohe Bildschärfe und eine gigantische Farbenpracht. Dennoch, eines hatten die alten Geräte den neuen Hightech-TVs voraus: Das Bild war vollkommen flüssig. Denn trotz moderner Digitaltechnik stellen Filmfans mit guten Augen bei der Wiedergabe von DVDs oder Blu-ray-Discs sowie beim Digitalfernsehen mit LCD-Flatscreens ein leichtes Ruckeln fest. Bei Fernsehröhren hat schlicht der träge Bildaufbau das verhindert.

Die Lösung gegen die hakelige Darstellung von Flachbild-LCDs soll die 200-Hz-Technik sein. TV-Geräte mit diesem Feature berechnen Zwischenbilder und fügen diese in das Ausgangsmaterial mit zu geringer Wiederholrate ein. Dadurch soll nicht nur das lästige Ruckeln verschwinden, sondern zusätzlich auch die Bewegungsauflösung und somit die Schärfe bei schnellen Objekten steigen. Derzeit gibt es acht Baureihen von fünf Herstellern, die Bilder mit 200 Hz auf den Schirm bringen.

Was die 200-Hz-Technik bringt

Laut den TV-Herstellern ist das Fernseherlebnis mit einem 200-Hz-LCD ein völlig neues. Allerdings ist auch der Eindruck an der Kasse neu. Der Grund: Die Geräte sind deutlich teurer als vergleichbare ohne 200-Hz-Technik. Deshalb stellt sich die Frage, ob die hohen Preise wirklich durch eine eklatante Verbesserung der Qualität gerechtfertigt sind.

In unseren diversen Fernsehertest bemerken wir bei einigen Modellen mit 200 Hz, dass sie tatsächlich ein deutlich besseres Bild liefern. Sie beseitigen das Ruckeln vollständig. Allerdings gibt es auch Filmfans, die das Videomaterial so erleben wollen, wie es der Regisseur vorgesehen hat. In diesem Fall ist ein 200-Hz-TV nicht empfehlenswert, da Filme einfach etwas weicher wirken. Rast beispielsweise ein Auto vor eine Wand, wirkt der Aufprall mit eingeschaltetem 200-Hz-Modus nicht mehr so hart.

Ein weiterer Vorteil der Technologie ist eine höhere Bewegungsauflösung. Bei einem HD-TV ohne erhöhte Bildrate sinkt die Auflösung bei schnellen Bildänderungen auf unter 400 Zeilen ab. Das Ergebnis ist eine Unschärfe. 100-Hz-Geräte weisen Bewegungsauflösung von 600 bis 800 Zeilen auf. Die neuen Modelle der 200-Hz-Generation schaffen teilweise auch bei den rasantesten Bewegungen noch über 1000 Zeilen, was annähernd der gesamten Full-HD-Auflösung mit 1080 Zeilen entspricht. Die Folge sind gestochen scharfe Objekte – egal wie flott sie durch das Bild huschen. So ist der Ball selbst beim härtesten Torschuss der gesamten Fußball-WM in jeder Sekunde exakt zu erkennen.

Wie 200-Hz-Fernseher funktionieren

Es gibt zwei Arten von Fernsehern, die sich mit dem Schriftzug „200 Hz“ schmücken. Dabei sollten Käufer genau darauf achten, um welche Technik es sich wirklich handelt. So berechnen einige Modelle tatsächlich Zwischenbilder mit der hohen Wiederholrate. Andere nutzen die 100-Hz-Technik und kombinieren sie mit einem Trick.

Die echte 200-Hz-Technik

Echte 200-Hz-Fernseher analysieren das Ausgangsmaterial, das in der Regel 50 Hz aufweist. Eine Software erkennt bewegte Objekte mitsamt deren Richtung. Nun berechnet sie für jedes Bild drei Zwischenbilder und vervierfacht so die Wiederholrate. Fliegt ein Ball beispielsweise schnell von links nach rechts durchs Bild, ist er ohne erhöhte Bildrate auf zwei Einzelbildern zu sehen – einmal links und einmal rechts. Auf den berechneten Zwischenbildern ist der Ball dann zusätzlich etwas links der Mitte, in der Mitte und etwas rechts der Bildmitte vorhanden.


Ein echter 200-Hz-Bildprozessor berechnet zwischen zwei Bildern des Ausgangsmaterials drei Zwischenbilder und vervierfacht so die Bildrate (Bild: Sony Deutschland).

Die „falsche“ 200-Hz-Technik

Bei der „unechten“ 200-Hz-Technik berechnet der Fernseher ebenfalls Zwischenbilder, allerdings nur mit 100 Hz – was einer Verdoppelung der Wiederholrate entspricht. Zusätzlich kommt ein Trick zum Einsatz. Die Hintergrundbeleuchtung des Fernsehers flackert mit 100 Hz. Mit jedem Abdunkeln löscht sie im Gehirn das zuvor wahrgenommene Bild. Dadurch entsteht ein subjektiver Eindruck eine Wiederholrate von 200 Hz. Somit wirken Videos zwar ruckelfrei, die Bewegungsschärfe ist allerdings bei weitem nicht so hoch wie bei echten 200-Hz-Fernsehern.

Neueste Kommentare 

Noch keine Kommentare zu Übersicht aller LCD-Fernseher mit 200 Hz: Was die hohe Bildrate bringt

Schreib einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *