Digitale Daten sind leicht zu handhaben, aber auch flüchtig. Es braucht nur einen falschen Tastendruck, um über Jahre gesammelte Fotos unwiederbringlich zu zerstören. Die sichere Speicherung stellt einen vor Herausforderungen, da immer mehr Notebooks im Einsatz sind, die im klassischen Heimnetz nur zeitweise zur Verfügung stehen.

Für Sicherung und Speicherung von Daten in Haushalten mit mehreren PCs hat Microsoft Mitte 2007 das Betriebssystem Windows Home Server eingeführt. Wer sich auf dieser Basis keine eigene Maschine bauen möchte, beispielsweise mit einem Barebone, kann auf fertige Lösungen der OEMs zurückgreifen.

Trotz des offensichtlichen Bedarfs hat sich das Konzept bislang nicht durchgesetzt. Grund dafür dürften hauptsächlich die anfänglich eher hohen Preise gewesen sein. Mit dem Aspire Easystore H340 wagt Acer nochmals einen Anlauf. Anders als die bisher angebotenen Systeme basiert er auf einer Atom-CPU, die wenig Strom verbraucht und wenig kostet. Wir haben getestet, ob das Paket überzeugt.

Windows Home Server im Überblick

Wir haben das Betriebssystem Windows Home Server ausführlich unter die Lupe genommen. Es bietet folgende Funktionen:

  • Dateiserver: Der Speicherplatz aller intern (SATA) und extern (USB, eSATA) angeschlossenen Laufwerke wird zusammengefasst und kann zur Ablage von Daten genutzt werden. Ist mehr als eine Festplatte verfügbar, lassen sich verzeichnisbasiert Spiegelungen für erhöhte Datensicherheit einrichten.
  • Ortsunabhängiger Zugriff: Jeder Nutzer kann über das Internet (http://wunschname.homeserver.com) auf seine Daten zugreifen. Windows Home Server überträgt die aktuelle IP-Adresse automatisch ins Netz. UPnP-kompatible Router wie die AVM Fritz Box werden automatisch konfiguriert. Auch der Remote-Zugriff auf die Rechner im LAN ist möglich.
  • Datensicherung: Die Rechner im LAN werden mit einer Connector-Software bespielt, die das Image des Rechners in frei konfigurierbaren Zeitabständen auf den Heimserver sichert. So kann man entweder einzelne Dateien oder das gesamte Image zurückspielen. Für letzteres befindet sich eine Recovery-CD im Lieferumfang, die den Heimserver übers Netzwerk findet und den Anwender durch den Prozess leitet. Der Connector ist nur für Windows XP und Windows Vista verfügbar. Er läuft aber aber auch unter Windows 7.
  • Medienserver: Auf einem Heimserver gespeicherte Medieninhalte können von den angeschlossenen Clients über das Netz gestreamt werden – standardmäßig allerdings nur nach dem wenig gebräuchlichen Windows-Media-Connect-Standard (Media Player 11, Xbox 360). Acer hat eine eigene Streaming-Software hinzugelegt.
  • Anwendungsserver: Mittlerweile hat sich eine Community im Netz etabliert, die Erweiterungen für den Windows Home Server schreibt. Die Seite http://www.home-server-blog.de/add-ins/ bietet eine gute Übersicht. Darunter sind der automatische Bild-Upload zu Flickr oder die Anrufliste für die Fritz Box.

Für Apple-Rechner ist Windows Home Server nur ein Dateiserver. Die ausgeklügelten Sicherungsfunktionen stehen für Mac OS X nicht zur Verfügung. Da Time Machine standardmäßig nicht auf Netzlaufwerke sichert, sollten sich Anwender mit einer gemischten IT-Umgebung zu Hause eine andere Lösung suchen.

Der Easystore bietet sämtliche Features des Microsoft-OS. Acer hat die Lösung durch mehrere Plug-ins ergänzt: Ein Medienserver auf Basis von Firefly streamt Musik, Videos sowie Bilder. Mit im Paket sind außerdem die Virenschutzlösung McAfee Total Protection mit einer sechsmonatigen Laufzeit sowie eine Überwachungssoftware für die Hardware. Auf die ebenfalls vorinstallierte Stromsparsoftware Lights Out gehen wir später näher ein.

Windows Home Server ist Anfang letzten Jahres aufgrund eines Bugs in Gerede gekommen, der unter bestimmten Umständen die Beschädigung von Daten verursachen könnte. Mit dem vor einem Jahr veröffentlichten Power Pack 1 wurde dieser aber beseitigt.

Neueste Kommentare 

7 Kommentare zu Acer Aspire Easystore H340: Netzwerkspeicher mit Windows

  • Am 4. August 2009 um 14:42 von Wolfgang

    Ich bin vom Acer Aspire Easystore begeistert
    Hatte vorher einen QNAP 100 – war sehr langsam. Lief mit einem Linux Derivat und konnte mit Telnet konfiguriert werden. Konsolenscripting ist aber nicht meins, daher habe ich nichts Zusätzliches konfiguriert. Nach einem Jahr Betrieb fing das Ding zu spinnen an und hat 2x hintereinander mein 48 GB Musikarchiv gelöscht (nachweislich ohne mein Zutun – zum Glück hatte ich ein Backup)! Da war dann Schluss mit Lustig!

    Jetzt habe ich seit 2 Monaten den Acer in Betrieb und bin begeistert. Schnell, sicher, ausreichende Funktionen und wenn ich zusätzlich was brauche, dann kann ich das am Windows Desktop (als Service) installieren.

    Add-In gibts noch nicht so viele – aber es werden täglich mehr.

    Ein Manko hat das Ding aber – der Powerschalter blinkt im Standby Betrieb so stark, dass er am Abend im Wohnzimmer beim Fernsehen sicher unangenehm auffällt. Alle anderen Lampen des Rechners lassen sich softwareseitig dimmen – nur das Powerlicht nicht. (Zum Glück steht er bei mir im Arbeitszimmer – ausserdem habe ich die Leuchte mit einem kleinen Stück Papier abgedeckt, so ist’s dann doch erträglich).

  • Am 28. Mai 2010 um 11:12 von Fischer

    Bedienung
    Leider geht der Test nicht darauf ein, dass zwar im Handbuch eine deutsche Benutzeroberfläche beschrieben wird, aber tatsächlich nicht vorhanden ist. Lt. Mediamarkt gibt es die nicht bzw. nur für teures Geld zu erwerben. Auf eine Anfrage bei Acer vor einer Woche habe ich bis heute keine Antwort erhalten

    28.05.2010

    • Am 31. Mai 2010 um 11:29 von Fischer

      AW: Bedienung
      zu den von mir am 28.05.2010 geschilderten Bedienungsproblem habe ich von Acer am 28.05.2010 nachstehende Information erhalten.

      Die Fehleranalyse ist abgeschlossen und Sie erhalten dazu folgende Mitteilung:
      Sofern Sie ein Gerät erworben haben, welches für den Englischsprachigen Markt konzipiert wurde, so wenden Sie sich bitte an den Händler, bei welchem Sie das Gerät erworben haben. Sollten jedoch Deutschsprachige Recovery Medien dem Gerät beiliegen, so gehen Sie bitte wie nachfolgend beschrieben vor, um das Betriebssystem auf Deutsch aufzuspielen.

      Bitte schliessen Sie die Aspire Easystore H340 einmal direkt über ein Netzwerkkabel an den Client Rechner an und vergeben Sie an diesem keine feste IP Adresse.

      Deinstallieren Sie zunächst den Server Connector von Ihrem Client Rechner. Bitte schalten Sie die Aspire Easystore H340 danach komplett aus. Direkt nach dem Wiedereinschalten halten Sie den Reset Knopf auf der Rückseite bitte solange gedrückt bis die Info-LED rot blinkt (z. B. mit einer geradegebogenen Büroklammer). Es kann nun bis zu 5 Minuten dauern bis der Clientrechner die Easystore findet und eine Verbindung aufbauen kann. Legen Sie bitte nachdem die 5 Minuten vergangen sind, die Server Recovery DVD in den Client Rechner ein, welcher per Netzwerk mit der Easystore verbunden ist. Starten Sie nun bitte die Installation und Wählen Sie den Punkt "Auf Werkseinstellungen zurücksetzen" (Factory Defaults). Achtung: Hierbei gehen sämtliche Daten auf der Easystore verloren. Nun läuft das Server Recovery durch. Dies kann bis zu 60 Minuten in Anspruch nehmen. Hiernach warten Sie bitte bis die Software auf der Easystore sich neu initialisiert hat (währenddessen blinkt die Info-LED blau) und installieren danach die Server Connector Software erneut (HDD LED’s blinken währenddessen lila). Die Easystore sollte nun einwandfrei laufen und kann wieder ins Netzwerk eingebunden werden.

      Momentan kämpft mit diesem Lösungshinweis noch der Mediamarkt. Die beiliegenden CDs sind auf jedenfall mit DEUTSCH beschriftet.

      • Am 31. Mai 2010 um 12:04 von Daniel Schraeder

        AW: AW: Bedienung
        Hallo,

        das hat sich ja dann wohl erledigt. In der Zwischenzeit habe ich auch von Acer die Antwort erhalten, dass das Gerät durchaus mit der deutschen Software ausgestattet sein sollte. Wenn es bei Ihnen noch Probleme geben sollte, melden Sie sich – Acer hat angeboten, bei der Kontaktaufnahme mit dem Service behilflich zu sein.

        Beste Grüße
        Daniel Schraeder, CNET.de

    • Am 12. Januar 2011 um 22:44 von HS

      AW: Bedienung
      Selbiges Problem hatte ich im Jan. 2010 auch bei meinem im Media-Markt erworbenem H 340. Vom Markt habe ich bis heute, trotz mehrmaliger Aufforderung auch an die Geschäftsleitung, keinerlei Reaktion auf meine Reklamation. Eine absolute Frechheit!!!!!!!!!!!
      Irgendwann im März habe ich diesen dann nach müseligen Umspeichern meiner Daten platt gemacht und wie im Kommentar vom 31.05.10 beschrieben mit deutscher Benutzeroberfläche neu installiert. Seit dem keinerlei Probleme mehr.

  • Am 12. April 2011 um 06:23 von cat-kater

    zugriffsverweigerung
    hi, habe mir vorgestern den h 340 gekauft, und es hat alles wunderbar funktioniert! Aber ab gestern lässt er nur noch bedingt auf sich zugreifen, manchmal sagt er einfach : Zugriff verweigert

    Und das Schlimmste, ich kann auf einmal nur noch mit 300kb/s darauf schreiben, und bei größeren Ordnern bricht er irgendwann immer ab mit der Begründung die Netzwerkadresse wurde nicht gefunden.

    Kann mir jemand weiter helfen?

  • Am 26. August 2011 um 06:56 von HT

    Konsole funktioniert nicht
    Sehr geehrte User,

    ich habe diesen nicht durchdachten Geräte gleich 2x. Seit einigen Tagen funktioniert die Konsole nicht mehr. Ich kann nur allen davon abraten den chrott zu kaufen – man hat nur Ärger mit H340.

    Gruss

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