CES: Cyborg-Tech als nächster großer Schritt

Laut Chip-Guru Levy Gerzberg wird das nächste explosive Wachstum in der Mikroprozessorindustrie nicht auf Heimelektronik zurückzuführen sein. Die Geräte werden viel wahrscheinlicher unter unserer Haut oder in unseren Körpern platziert und von dort kritische Information liefern oder Aktionen ausführen, die unser Leben verlängern.

Während einer Forendiskussion über „Disruptive Technologies“ (Unruhe stiftende Technologien) auf der CES sagt Gerzberg, seines Zeichens CEO der Mikroprozessorschmiede Zoran Corporation, dass eine disruptive Technologie definitonsgemäß eine sei, die unser Leben in einer drastischen und positiven Art ändere. Wenn man dies im Hinterkopf habe, dann könne es keine größere „Disruptive Technology“ geben als in unseren Körper eingebettete Technik zur Verbesserung der Gesundheit, so Gerzberg.

„Da Prozessoren immer kleiner werden und weniger Strom benötigen, werden die im Silizium eingebetteten mathematischen Algorithmen einen sehr starken Einfluss auf unser Leben haben. Um die hohen [Internet-]Geschwindigkeiten, die gute Musik und all die anderen Dinge genießen zu können, brauchen wir eine Sache – ein längeres Leben.“

Laut Gerzberg ist die Chip-Industrie schon auf halbem Weg zu dem Ziel Prozessoren zu produzieren, die klein und energieeffizient genug für solche Anwendungen sind. „Das ist eine elektronische Pille“, sagte er, während er ein winziges zylindrisches Ding hochhielt. „Es ist eine Kamera zum Schlucken. Sie bewegt sich durch Ihre Eingeweide und sendet per Funk an ein Tech-Gadget an Ihrem Gürtel. Während ein Endoskop eine destruktive Technologie ist, ist das eine disruptive Technologie.“

Künftige Fortschritte in der Biotechnik könnten noch drastischer sein, so Gerzberg. Wenn die Industrie heute Chips für Kameras entwickle, die Gesichtsmerkmale erkennen könnten, dann sei es nicht unrealistisch, sich vorzustellen, wie die gleiche Technologie Blinden die Eigenschaften des menschlichen Auges ersetzen könnte.

Ein anderer potentieller Chip könnte Bewegung in Körper mit beschädigten Nerven zurückbringen. Eingebettet im menschlichen Hirn könne der Chip ein Signal an ein beschädigtes Gebiet im Körper schicken, um damit einen Muskel in Aktion zu bringen, wenn eine Bewegung gewünscht sei. Oder noch besser: Ein GPS-fähiger Chip könnte in Herzschrittmacher integriert werden und beispielsweise das Herz stimulieren, bevor ein Herzanfall passiert. Ein solcher Chip könne unmittelbar Hilfe leisten und gleichzeitig medizinisches Personal alarmieren und die zur genauen Auffindung des Patienten nötigen Geodaten liefern.

„Wir [die Prozessorindustrie] machen Fortschritte“, sagte er. „Die evolutionäre Technologie für so etwas existiert. Bald haben wir menschliche Intelligenz auf dem Chip. Jetzt sollten wir alles bündeln und eine Revolution daraus machen.“

„Ich denke, dass es in hier auf der CES ein neues Gebäude geben wird, wenn wir uns in 20 Jahren wieder treffen. Es wird der Medizintechnik für Heimanwender gewidmet sein.“

„Die Messe wird nicht mehr Consumer Electronics Show genannt werden,“ so Gerzberg, „sie wird die Consumer Medical Electronics Show sein.(gst)

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