Assystem stellt auf dem Genfer Autosalon das visionäre City Car vor

Sbarro Assystem City CarEines der interessantesten Konzeptfahrzeuge auf dem diesjährigen 78. Genfer Auto-Salon kommt von einer etwas unglücklich benannten französischen Firma. Assystem beschreibt das Projekt selbst als einen Weg, um „unterschiedliche Gedankenmodelle zur Zukunft des Stadtautos“ zu erforschen. Obwohl es schon 2007 auf dem Genfer Auto-Salon Premiere feierte, ist der City Car doch allemal einen zweiten, genaueren Blick auf dem diesjährigen Auto-Salon wert.

Die von von außen offensichtlichsten Merkmale des für fünf Personen ausgelegten Concept-Cars: Seine ungewöhnliche dreiachsige Radkonfiguration und die nach oben öffnenden Flügeltüren. Die Radkonfiguration in Diamantform (1 vorn, 2 mittig, 1 hinten) geht auf ein Patent von Franco Sbarro, Assystems Design-Partner bei diesem Projekt, zurück. Diese Konfiguration erlaubt eine absolut überlegene Manövrierfähigkeit, die gerade in der Stadt von Vorteil ist.

Die für die Lenkung zuständigen Räder in Front und Heck treiben das 600 Kilogramm leichte und sehr kompakte (3,6 x 1,6 x 1,6 m) Fahrzeug auch an: Vorn sitzt ein Elektromotor mit 20 kW (rund 27 PS), der eine für die Fahrt zur Arbeite ausreichende Reichweite von 30 Kilometern pro Stunde und eine Höchstgeschwindigkeit von 50 km/h bieten soll. An der Hinterachse hängt dagegen ein Verbrennungsmotor mit 60 PS. Er bringt das City Car auf 130 km/h und soll mit seinem 30-Liter-Tank 600 Kilometer Reichweite ermöglichen. Da beide Antrieb parallel laufen können, ist das City Car also auch noch ein Hybrid-Fahrzeug. Auch die Flügeltüren sollen nicht nur der Funktion als Aufmerksamkeit heischendes Konzeptfahrzeug geschuldet sein, sondern vor allem eine optimale Raumausnutzung bei minimaler Stellfläche erlauben.

Sbarro Assystem City CarDer Innenraum des City Car ist allerdings richtig interessant: Hier schaut man nicht mehr nur durch eine Windschutzscheibe, sondern alternativ auch auf ein LCD. Es soll bei schwierigen Fahrverhältnissen oder nachts die Funktion der Sichtscheibe übernehmen und von vier externen Fahrzeugkameras und einer Infrarotkamera gefüttert werden, die eine Echtzeitdarstellung der front- und rückwärtigen Straße erlauben. Auf dieser Darstellung werden dann Informationen zu Verkehrssignalen und Hindernissen (beispielsweise Ampeln und Fußgänger) oder auch Straßenbegrenzungen hervorgehoben.

Laut seinen Entwicklern kann der Schirm auch die Informationen des GPS-Navigationssytem des Sbarro Assystem City Car ins Bild einarbeiten. Diese Kombination soll dem Fahrer dann eine Sicht auf die Straße gewähren, bei der Navigationsanweisungen direkt auf die betreffenden realen Objekte gelegt werden. So könnte dann beispielsweise die Autobahnausfahrt mit einem darüber gelegten Abbiegepfeil versehen sein. Rückspiegel gibt es übrigens nicht, die sind in Form der Kameras natürlich ebenfalls digital ausgelegt.

Sbarro Assystem City CarLaut Assystem kann das City Car diverse Verkehrszeichen wie Geschwindigkeitsanzeigen oder Einbahnstraßen-Schilder identifizieren und Warnmeldungen in den Monitor einblenden, wenn sie übersehen und/oder nicht beachtet werden. Die Gesamtheit dieser eingebetteten Funktionen bezeichnet Assystem nicht zu unrecht als „Augmented Reality“, verbesserte Realität.

Um die Zukunftstauglichkeit zu komplettieren, fassen die Designer ein Iris-Erkennungssystem ins Auge, das erst bei Erkennung des Fahrers/Besitzers den Motor startet und beim Fahren anhand der Augenbewegungen überprüft, wann der Fahrer müde wird.

Wenn all das zu gut klingt, um wahr zu sein, ist dem leider auch so. Beim Versuch, das System zu demonstrieren, hatte der Assystem-Mitarbeiter schon Probleme, den Schirm anzuschalten. Also noch nichts für die Massenproduktion (auch wenn Assystem das City Car so bald wie möglich auf die Straße bringen will), aber definitiv ein interessanter Ausblick auf die Zukunft. (gst / Bild: Assystem)

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