Schweizer Bank für Daten: atombombensicheres Hardcore-Backup

Wer wichtige Backups so sichern will, dass sie auch einen einen eventuellen Atomschlag, einen Angriff mit chemischen oder biologischen Waffen oder einen Angriff mit elektromagnetischem Puls (EMP) überstehen, hat eine neue Anlaufstelle: Die Schweizer Bank für Daten.

„Extrem“ ist das Wort, was einem dazu einfällt. Extrem, aber auch extrem cool! Die Schweiz ist ja für ihre strikte Bankenpolitik bekannt, die die Privatsphäre des Kunden über alles stellt. Mittlerweile gilt das nun nicht mehr nur für Geld, Gold und Edelsteine, sondern auch für Daten. Die Anlage wurde ab den 60er Jahren von der Schweiz für den Bau von Militärflugzeugen verwendet, diente dann jahrelang ausschließlich Banken und Großkonzernen zur Datensicherung und ist nun auch Privatleuten zugänglich.

Die Schweizer Bank für Daten sitzt in einem ehemaligen Tiefbunker der Armee im Berner Oberland, hunderte Meter tief mitten im Fels. Die Stromversorgung wird über ein eigenes Wasserkraftwerk mit 750 Kilowatt und entsprechende Notfalllösungen gesichert, eine 300 Kilowatt starke Klimaanlage sorgt für adäquate Kühlung.

Im Tiefbunker werden mehrere Datacenter betrieben, die höchstem Schutz unterliegen. Die Anlage ist wie oben beschrieben gegen atomare, biologische, chemische und EMP-Angriffe und natürlich auch gegen so „profane“ Sachen wie Brand oder Überschwemmung geschützt und unterliegt einen restriktiven Zugangsbeschränkung. Personenkontrollen am Eingang werden von Schweizer Ex-Militärs durchgeführt, und Einzelzugangsschleusen im Berg arbeiten mit Gesichtserkennung. Dazu kommen ausgeklügelte Sicherheitssysteme für den Einbruchschutz sowie permanente Video- und Brandüberwachung.

24 Stunden am Tag und 365 Tage im Jahr ist Service-Personal vor Ort, dass jede Systemoperation nach dem Vier-Augen-Prinzip durchführt. Ein zehn Kilometer entferntes und durch einen Grundwasserbergsee gekühltes Datacenter im gleichen Berg fungiert per Glasfaserkabel als Backup-System. Dort ist auch ein Hubschrauberlandeplatz und eine Jet-taugliche Landebahn vorhanden.

Die Anbindung ans Internet erfolgt redundant über mehrere Breitband-Provider und sogar direkt an ein internationales Backbone. Zur Absicherung für den Notfall stehen Mikrowellen- und Satellitenverbindungen bereit.

Zu Datenübertragung wird eine lokal auf dem Rechner installierte Client-Server-Applikation namens „Swissvault – The Backup Butler“ genutzt. Die Verbindungen zur Bank werden dabei mit einem 448 Bit langen Schlüssel gesichert, an dem sich auch Geheimdienste die Zähne ausbeißen dürften.

Das größte Sicherheitsrisiko dürfte dann in der Tat der Anwender sein, der das sprichwörtlich schwächste Glied der Kette darstellt. Geht der mit seinem Passwort schlampig um oder wird zur Herausgabe der Zugangsdaten gezwungen, nützt die ganze Absicherung natürlich nicht viel.

Geschäftskunden haben übrigens die Möglichkeit, mit maximal zehn Mitarbeitern vor Ort nach einem massiven Datenverlust einen Notbetrieb zu gewährleisten. Die Kunden können noch am selben Tag den Geschäftsbetrieb direkt im Berg aufnehmen und die Daten an einen neuen Standort überspielen. Zu einer entsprechenden Notfallübung, die reibungsloses Weiterarbeiten garantieren soll, werden Geschäftskunden jährlich in die Schweizer Alpen eingeladen.

Das Einlagern von Daten ist ab einem Preis von 6 Euro pro Gigabyte mit einem 30-tägigen Gratistest möglich. Eine Auswahl weiterer Backup-Modelle mitsamt Preisangaben finden Sie hier. Nach oben hin ist aber (fast) alles offen. Das fängt bei sicheren E-Mails im Berg an und geht über die Platzierung eigener Server im Bunker bis hin zu Lagerung von Festplatten und anderen Sicherungsmedien, die per Hubschrauber innerhalb von 24 Stunden an jeden Punkt Europas verbracht werden können.

Spitze der der Nahrungskette ist aber sicherlich ein für 13.500 Euro im Monat anmietbarer, zwölf Quadratmeter großer „Daten-Bunker“, ein Zimmer mit Gesichtserkennung, eigener Stromversorgung und Hochgeschwindigkeitsanbindung ans Internet. (gst / Quelle: Schweizer Bank für Daten)

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