3G von Ji Li Industry: vom China-iPhone zum China-Macbook

Die Chinesen sind Weltmeister im Kopieren. Wem als Bestätigung gefälschte Turnschuhe oder Uhren nicht ausreichen, dem sollte das spätestens klar sein, wenn er das erste China-iPhone in der Hand hält. Und wenn er vorher schon mal das echte iPhone in dem Fingern hatte, dann wird ihm noch eine Sache sofort klar. Die Chinesen fälschen nicht nur wie die Weltmeister, sie fälschen auch noch brutal schlecht. So sind beispielsweise China-iPhone-Menüpunkte wie „erst Vibra dann Ring“ keine Seltenheit. Ganz zu schweigen von der Hardware: Von UMTS mit HSDPA träumen Fake-iPhone-Käufer nur. Doch jetzt geht eine Firma aus dem Land der aufgehenden Sonne noch weiter.

3G-Netbook im Macbook-Design (Foto: tct.hk)

Der Händler Ji Li Industry Trade Co. Ltd. verkauft nicht nur gefälschte Apple-Handys, sondern mit dem 3G nun auch ein Netbook mit Apple-Logo. Das Gerät kommt in dem von Apple bekannten weißen Outfit. Als Display ist ein LCD mit LED-Hintergrundbeleuchtung und 1024 mal 576 Pixeln an Bord. Der verbaute Prozessor vom Typ Via Nano taktet mit 1,3 GHz. Beim Arbeitsspeicher stehen bis zu 2 GByte RAM zur Verfügung. Als Hauptspeicher baut der Hersteller Festplatten mit Kapazität von 40 GByte bis 160 GByte oder 16 GByte bis 64 GByte große SSDs ein. Auch ein Slot für SD-, SDHC- und MMC-Karten ist vorhanden.

Eine Internetverbindung stellt das Netbook mittels WLAN oder Kabel her. Optional ist ein UMTS-USB-Dongle erhältlich. Bluetooth 2.0 inklusive EDR und A2DP soll sich ebenfalls an Bord des 3G befinden. Eine Webcam ermöglicht zusammen mit einem eingebauten Mikrofon und Lautsprechern Internettelefonie. Zusätzlich finden sich an der Seite des Netbooks Kopfhörer- und Mikrofonbuchse. Die Stromversorgung übernimmt ein 3-Zellen-Akku mit 24 Wh Kapazität. Optional ist ein Akku mit 6 Zellen und einer Kapazität von 48 Wh erhältlich.

Wer schon immer von Windows auf Mac OX X wechseln will und sich nun denkt, dass so ein „Mini-Macbook“ genau das Richtige sei, kann den Geldbeutel gleich in der Hosentasche lassen. Wie bei China-Fälschungen üblich, bedienen sich die Hersteller nur des Apple-Designs. Funktional hinken die Geräte hinterher. So passt es auch, dass das 3G natürlich nicht mit OS X sondern mit Windows XP oder Ubuntu-Linux aufwartet. OS X würde dank der im Vergleich zu echten Macbooks viel langsameren Netbook-Hardware aber ohnehin nicht richtig laufen. (pas / Foto: tct.hk)

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