Gruber Assist: Doping 2.0 für die Tour de France

Gruber Assist baut Elektromotor für Fahrräder (Foto: gruberassist.com)Doping gehört zum großen Fahrradrennen Tour de France wie das Salz in die Suppe. Zwar versuchen die Veranstalter regelmäßig durch harte Kontrollen zu verhindern, dass Sportler sich mittels schädlicher Medikamente zu Höchstleistungen treiben, doch bis jetzt gab es trotzdem immer wieder Dopingfälle. Doch irgendwo ist es auch Irrsinn, was die Teilnehmer der Tour leisten müssen. Ich selbst falle ja schon nach einer knappen Stunde Radfahren völlig erschöpft vom Sattel.

Doch moderner Technik sei dank ist das nicht mehr zwingend so. Heute gibt es Fahrräder mit Elektroantrieb. Manche Trethilfen sind sogar von außen nicht sichtbar, wodurch auch das Doping bei der Tour in eine ganz neue, gesundheitsfreundliche Richtung gehen könnte. Der Hersteller Gruber Assist hat ein System vorgestellt, das nicht dem Radler, sondern dem Fahrrad ein Tuning verpasst. Es besteht aus einem Elektromotor, der inklusive Getriebe und Kupplung in den Rahmen des Drahtesels kommt. Im eingebauten Zustand sitzt die 900 Gramm leichte Einheit in der Stange, die von den Pedalen zum Sitz verläuft. Damit der Motor dort hineinpasst, muss sie einen Mindest-Innendurchmesser von 31,6 Millimetern aufweisen. Wo die Stange in die Aufnahme für die Pedale mündet, sitzt ein Zahnrad. Ein zweites kommt auf die Pedalachse. Es passt beispielsweise auf Innenlager vom Typ Shimano Hollowtech II.

Für die Regelung des Motors liefert der Hersteller eine Fahrtenreglereinheit mit. Sie passt oben ins Sattelrohr und ersetzt die Sattelstütze. Den Strom liefert ein NiMH-Akku, der in eine ebenfalls im Lieferumfang enthaltene Satteltasche kommt. Er wiegt 1700 Gramm und hält laut Hersteller 45 Minuten bis 1,5 Stunden durch. Auch ein optionaler Lithium-Ionen-Stromspeicher mit einem Gewicht von nur einem Kilogramm ist erhältlich. Für das Nachladen der Batterie liefert Gruber Assist ein Ladegerät mit. Ansonsten befinden sich nur noch zwei Griffe für den Lenker im Karton. In einem davon verbaut der Hersteller einen Knopf. Er funktioniert wie ein Tempomat beim Auto und steuert das ganze System. Drückt der Fahrer bei einer bestimmten Tretgeschwindigkeit darauf, hält der Elektromotor diese vollautomatisch. Bremst der Radler, schaltet sich der Motor nach drei Sekunden ab. Dann kuppelt er aus, sodass der Fahrer ihn beim nächsten Anfahren nicht mitdrehen muss.

Der Einbau der Trethilfe kostet bei Gruber Assist 149 Euro, ist aber auch in Eigeninitiative möglich. Das System an sich ist da schon etwas teuerer: Mit Standard-Akku liegt der Preis bei 1790 Euro und mit Li-Ion-Stromspeicher bei 1940 Euro. Mir persönlich ist das zu viel. Da trete ich lieber selber in die Pedale und gehe danach für 10 Euro ein ordentliches Schnitzel essen. Dann habe ich die Kraft, die mir der Motor gespart hätte, wieder hereingeholt. Als Tour-de-France-Fahrer würde ich mir die Anschaffung aber wirklich überlegen – schließlich ist normales Doping auch nicht billig, und so geht der Körper wenigstens nicht kaputt. Legt der Sportler dann noch bisschen Geld drauf, baut ihm Gruber Assist bestimmt auch einen Akku für den Rahmen seiner Rennmaschine. (pas / Foto: gruberassist.com)

Neueste Kommentare 

Eine Kommentar zu Gruber Assist: Doping 2.0 für die Tour de France

  • Am 8. Mai 2009 um 21:15 von BikeArea

    In der verlinkten Homepage zu diesem Kommentar findet man einige Videos zu Gruber Assist. :)

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