iPhone-Konkurrenz: xpPhone kommt mit Touchscreen und Windows XP

xpPhone von In Technoloy (Foto: xpphone.com)Apple hat gestern abend sein neues iPhone 3G S vorgestellt. Es kommt mit nützlichen Features wie einem elektronischen Kompass, einer geupdateten Software und einer hochauflösenderen Kamera. Eine echte Revolution – so wie die Einführung des ersten iPhone – ist das aber nicht.

Da ist ein chinesisches Unternehmen derzeit deutlich mehr auf dem Che-Guevara-Trip: Der Hersteller In Technology hat auf der Messe Computex 2009 in Taipeh ein Handy vorgestellt, das dem Apple-Smartphone den Rang ablaufen könnte. Im Gegensatz zum iPhone handelt es sich beim xpPhone nicht nur um ein gut ausgestattetes Smartphone, sondern um ein komplettes Windows-Notebook im Smartphone-Format – inklusive Handy, Touchscreen und GPS.

Im zugeklappten Zustand ähnelt das xpPhone dem iPhone. Auf der Oberseite sitzt ein 4,8 Zoll großer Touchscreen mit 800 mal 480 Pixeln. Allerdings ist er nicht multitouchfähig. Dafür kommt unter dem Screen durch Aufschieben eine vollwertige QWERTZ-Tastatur zum Vorschein – inklusive Ziffernblock und Touchpad.

xpPhone von In Technology (Foto: xpphone.com)

Das Besondere am xpPhone ist aber – wie der Name schon sagt – das vorinstallierte Betriebssystem Windows XP. Dabei ist es nicht so, dass XP parallel zu einem Mobiltelefon-System wie Windows Mobile bootbar ist. Bei diesem Smartphone läuft es dauerhaft, und auch Telefonfunktionen wie Anrufe und SMS übernimmt das Desktop-Betriebssystem. Zudem ist das xpPhone verglichen mit anderen Handys mit vollwertigem Windows, wie dem HTC Shift, deutlich leichter: Es soll lediglich 800 Gramm auf die Waage bringen.

Und das trotz satter Ausstattung: Der Hersteller verbaut neben einem GSM-Modul für die Telefonie einen UMTS-Chip mit HSDPA für mobiles Internet. Außerdem ist WLAN nach 802.11 b/g vorhanden. Des Weiteren sind ein GPS-Modus und Bluetooth integriert.

Für Leistung sorgt ein Mobilprozessor aus dem Hause AMD, dem wahlweise 512 MByte oder 1 GByte Arbeitsspeicher zur Seite stehen. Beim Datenspeicher ist das xpPhone ebenfalls revolutionär: Es ist mit einer SSD mit 8, 16, 32 oder 64 GByte erhältlich. Zudem soll es Varianten mit Festplatten geben. Diese stehen mit Kapazitäten von 30 bis satten 120 GByte zur Verfügung. Somit ist genug Platz für Fotos der integrierten 1,3-Megapixel-Kamera vorhanden.

xpPhone von In Technology (Foto: xpphone.com)

Da XP als einziges Betriebssystem auf dem xpPhone läuft, musste sich der Hersteller für einige Probleme Lösungen einfallen lassen. Nun funktioniert das Telefonieren und das Versenden und Empfangen von Nachrichten über ein XP-Programm. Auch das direkte Anrufen von Outlook-Kontakten soll funktionieren. Das macht die Synchronisation mit dem PC – zumindest bei Exchange-Accounts – überflüssig. Da XP deutlich mehr Leistungsansprüche stellt, musste sich der Hersteller auch etwas überlegen, um die Akkulaufzeiten hoch zu halten. Die Lösung ist ein spezieller Standby-Modus, aus dem das Handy bei Anrufen oder eingehenden Nachrichten binnen Sekunden aufwachen soll. Im Standby-Betrieb hält der Lithium-Ionen-Stromspeicher laut In Technology so bis zu 5 Tage durch. Die Sprechzeit soll bei 5 Stunden liegen. Bei normaler XP-Nutzung macht der Stromspeicher angeblich nach rund 7 Stunden schlapp.

Ein weiterer Unterschied zu einem normalen Handy liegt in den Anschlüssen. So sind am xpPhone neben einem Ausgang für Standard-Kopfhörer und einem Mikrofon-Anschluss ein VGA-Ausgang und zwei USB-Ports vorhanden.

Leider macht der Hersteller derzeit noch keine Angaben zu Preis und Verfügbarkeitsdatum. Auch ob das xpPhone in Deutschland überhaupt erhältlich sein wird, ist nicht klar. Ich würde mir das Teil – falls es hier auf den Markt kommt – aber sofort holen. Ausschlaggebend ist dabei der Aspekt, dass ich quasi mein Notebook inklusive Tastatur, VPN und Outlook immer dabei hätte. Das ist für einen Journalisten natürlich ein Argument. (pas / Foto: xpphone.com)

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