Chrome OS: Google arbeitet an Betriebssystem für Netbooks

Google Chrome OSDamit dürften die schlimmsten Ängste von Microsoft wahr werden: Der Suchmaschinengigant Google arbeitet nach Android bereits an seinem zweiten Betriebssystem. Das Chrome OS genannte Projekt ist speziell für Netbooks gedacht – und für Menschen, die „praktisch im Internet leben“, so ein Blogpost von Sundar Pichai, Google VP Product Management, und Linus Upson, Engineering Director des Unternehmens.

Dass der Name an den Google-eigenen Browser angelehnt ist, ist kein Zufall. Denn anstelle eines klassischen Betriebssystems gibt es nur einen Kern, der – wie übrigens auch Android – auf Linux basiert und den Webbrowser Chrome. „Die meisten Betriebssysteme wurden jedoch in einer Zeit entworfen, als es noch kein Internet gab. Wir meinen, das Internet sollte den Kern beim Umgang mit Computern darstellen“, so der Blogbeitrag weiter. Alle Anwendungen laufen den Vorstellungen der Entwickler nach dabei in Browser-Tabs. Beispiele für solche Applikationen sind etwa Googles eigene Office-Tools Text & Tabellen oder Google Mail. Adobe stellt bereits eine simple Version seiner Bildbearbeitungssoftware im Web zur Verfügung: Photoshop Express läuft ebenfalls im Browser. Darüber hinaus gibt es haufenweise Spiele, die auf Flash oder Webseiten basieren, Instant Messenger, Video-Streaming-Dienste oder Vokabeltrainer.

Bereits jetzt bietet Google mit Gears eine Technologie an, die die Nutzung entsprechend aufbereiteter Webseiten auch ohne Internet-Verbindung zulässt. So können Anwender etwa mit dem Reader auch ohne Internet-Verbindung RSS-Feeds lesen und ihre Änderungen später hochladen.

Ende des Jahres will das Unternehmen die Ergebnisse seiner bisherigen Arbeit der Öffentlichkeit zur Verfügung stellen: Chrome OS soll, wie auch Android, Open Source sein. Bereits im nächsten Jahr erwarten die Entwickler erste Netbooks mit dem zweiten Google-Betriebssystem. Deren Funktionsumfang dürfte zwar zunächst im Vergleich zu klassischen Mini-Notebooks mit Windows XP zurückfallen, dafür soll das Google-Betriebssystem aber extrem schnell sein. Außerdem sind künftig weitere Online-Anwendungen zu erwarten. Dafür könnten Netbooks mit Chrome noch etwas günstiger werden: Es gibt kein ressourcenhungriges System im Hintergrund und es fallen keine Lizenzzahlungen an. Vor allem letzteres dürfte Microsoft noch weiter in die Ecke drängen – derzeit verkauft das Software-Unternehmen vor allem noch Windows XP für Netbooks, da das aktuelle Windows Vista auf den schwachbrüstigen Rechnern zu langsam läuft. (dsc)

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