Android, iPhone, Android, iPhone – es kommt einem fast so vor, als gäbe es kaum noch wahre News abseits von Apple-Handy und Google-Betriebssystem. Doch ganz so ist es natürlich nicht. So hat Samsung im Juni mit dem Jet ein neues Touchscreen-Smartphone mit Vollausstattung und eigenem Betriebssystem vorgestellt. Gleichzeitig gab es auch einen ersten Blick auf drei neue Windows-Mobile-Smartphones zu erhaschen: Omnia Pro (B7610), Omnia 2 (I8000) und Omnia Lite (B7300).

Inzwischen steht fest: Das Pro soll sogar noch im August auch in Deutschland zu haben sein. Es ist also an der Zeit für einen näheren Blick auf das Gerät.

Stärken

Bei der Displaygröße kann Samsung mehr. Das i8910 HD beispielsweise hat eine 3,7 Zoll große Anzeige, Toshiba verbaut beim TG01 gar ein 4,1 Zoll großes Display. Doch die 3,5 Zoll des Omnia Pro sind auf iPhone-Niveau. Darüber hinaus setzen die Koreaner auf die AMOLED-Technik, die im Vergleich zu LCD mit nahezu perfekten Blickwinkeln, tollen Farben und gestochen scharfer Darstellung überzeugt. Auch die Auflösung ist mehr als ordentlich und überragt mit 800 mal 480 Pixeln (WVGA) die Masse der Mitbewerber um Längen.

Bislang hat sich Samsung nicht näher geäußert, welcher Prozessor genau beim Omnia Pro zum Einsatz kommt. Immerhin lässt sich dem offiziellen Datenblatt entnehmen, dass er mit 800 MHz läuft – damit ist er so schnell wie die CPU des Touchscreen-Smartphones Jet mit proprietärem Betriebssystem. Bleibt nur zu hoffen, dass das ressourcenhungrige Windows Mobile noch etwas Rechenleistung für Anwendungen übrig lässt.

Was die Verbindungsmöglichkeiten angeht, hat sich Samsung nicht lumpen lassen. Naja, fast – aber dazu später mehr. Bis dahin freuen wir uns über UMTS mitsamt Datenturbo HSDPA, Quadband-GSM für Telefonate rund um den Globus, WLAN für den kostenlosen Internetzugang im Coffeeshop oder bei Freunden, den Kurzstreckenfunk Bluetooth und GPS. Dank der umfangreichen Softwareauswahl für Windows Mobile ist nur eine Navisoftware nötig – dann hilft das Smartphone auch bei der Routenfindung im Auto. Samt Sprachansagen, versteht sich.

Wie auf den anderen aktuellen Samsung-Handys ist auch beim Omnia Pro die Oberfläche TouchWiz 2.0 vorinstalliert. Samsung setzt sogar betriebssystemübergreifend auf das Interface: Es ist beispielsweise auf dem proprietären Jet oder auf dem i8910 HD mit Symbian zu finden. Typisch für TouchWiz sind die Widgets, die sich aus einer Leiste per Fingerzeig auf den Hintergrund legen lassen. Dazu gehören Uhren oder Kalender, Wettervorhersagen oder Facebook-Plugins. Bleibt nur zu hoffen, dass die sogenannten Online-Widgets inzwischen auch weitere Infos aus dem Web abrufen – denn die Mini-Programme für Youtube und Facebook auf dem Jet sind lediglich Verknüpfungen ins Netz.

Vieltipper werden sich besonders über die ausziehbare QWERTZ-Tastatur freuen. Außerdem gibt es eine 5-Megapixel-Kamera mit Autofokus, die Bilder auf dem 1 GByte großen internen Speicher ablegt. Reicht der nicht aus, kümmert sich ein MicroSD-Kartenslot um die Erweiterung um bis zu 32 GByte.

Schwächen

Auf den ersten Blick fällt auf, womit alle Tastatur-Smartphones zu kämpfen haben: Sie sind klobig. Mit einer Bauhöhe von gut 1,6 Zentimetern laut Datenblatt wirkt das Handy einfach dick im Vergleich zu iPhone, TG01 & Co. Aber klar: Die haben auch kein Tastenfeld.

Außerdem verstehen wir nicht, warum der Hersteller eine Surfbremse einbaut. Das B7610 saugt Daten nur mit maximal 3,6 MBit/s aus dem UMTS-Netz. Der schnellere HSDPA-Standard, der mit bis zu 7,2 MBit/s die doppelte Ratenrate ermöglicht, bleibt potentiellen Käufern verwehrt.

Darüber hinaus stören wir uns an Windows Mobile 6.1 – schließlich wurde der Nachfolger 6.5 bereits vor deutlich über einem Jahr angekündigt. Freilich ist das nicht die Schuld von Samsung, zumal der Hersteller ein Update auf die neue Version ermöglichen möchte, sobald sie erscheint. Die beiden Brüder des Omnia Pro – Omnia 2 und Omnia Lite – sollen übrigens einen Monat später auf den Markt kommen. Dann schon mit 6.5.

Vorläufiges Fazit

Das Omnia Pro B7610 soll noch im August auf den Markt kommen. Mit seiner unverbindlichen Preisempfehlung von 499 Euro geht es aggressiv gegen den Wettbewerb an – wir sind sehr gespannt, wieviel das Gerät nach einigen Wochen noch kostet. Mit dem fehlenden HSDPA mit 7,2 MBit/s können wir noch leben, und das dicke Gehäuse ist ein Kompromiss, den man mit Ausziehtastatur immer eingehen muss. Bleibt also nur noch zu hoffen, dass flüssiges Arbeiten mit dem Smartphone möglich ist und das Update auf Windows Mobile 6.5 tatsächlich schnell nachgeliefert wird.

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