Roaming-Gebühren: günstiger Telefonieren und Surfen im Urlaub

Sommerzeit – Reisezeit. Doch auch wenn der All-Inclusive-Urlaub schon vor der Kostenfalle im Hotel schützt, wartet der Schock nach der Heimreise: Trotz inzwischen gesunkener Roaming-Gebühren schlagen Gesprächsminuten je nach Urlaubsland teils noch mit mehreren Euros zu Buche. Von Datenverbindungen gar nicht erst zu sprechen: Etwas Surfen mit dem Handy kostet gerne Vierstellig! Wir haben uns die Tarife angesehen und zeigen, wie mobiles Telefonieren und Surfen im Ausland günstiger möglich ist.

Wer seinen Urlaub noch nicht geplant hat, sollte das schleunigst tun. Denn der Blick aus dem Fenster ist nur ein Vorgeschmack auf das, was Mallorca, Ägypten oder die Adria mehr können als „nur“ Sonne: Hier duftet es nach Sonnenmilch, es gibt Sangria, Shisha oder Gelato, Strand und Meer – noch Fragen?

Abgesehen von all den offensichtlichen Vorteilen bietet der Urlaub aber noch mehr. Ein paar Tage im Jahr verzichten selbst Fans von iPhone & Co. darauf, Sklaven ihrer Hightech-Gadgets zu sein. Denn die Angst vor gigantischen Roaming-Kosten verdirbt den Spaß an Telefonaten mit Freunden oder der Familie – und an Surf-Sessions bei den Pyramiden ist gleich gar nicht erst zu denken.

Ansonsten wartet nach dem tollen Urlaub, der das Konto ohnehin schon mehr geplündert hat als geplant, eine grausame Überraschung in Form der Handyrechnung. Es ist kein Problem, mit ein bisschen Surfen, ein paar E-Mails und verschickten Fotos oder Telefonaten mit der Verwandtschaft, in vierstellige Bereiche vorzudringen. Und das, obwohl die EU doch erst die Roaming-Kosten gesenkt hat.

So weit, so schlecht. Doch nicht immer kann man tatsächlich auf das Handy verzichten. Wir zeigen, was Telefonieren und Surfen im Ausland kostet und wie sich bares Geld sparen lässt.

Der Stand der Dinge

Seit dem 1. Juli sind zumindest in der EU neue Tarife für Telefonate im Ausland in Kraft. Seit dem Stichtag kostet ein aus dem europäischen Ausland getätigter Anruf in die Heimat maximal 51 Cent. Für ankommende Anrufe dürfen die Anbieter nicht mehr als 23 Cent berechnen – pro Minute, versteht sich. SMS-Nachrichten kosten maximal 13 Cent. Das ist zwar schon ein gutes Stück billiger als noch im letzten Jahr, doch in Deutschland sind Tarife ab 9 Cent pro Minute drin. Sehr witzig: Durch die SMS-Regulierungen sind – je nach Tarif – Nachrichten aus dem Ausland nach Deutschland unter Umständen billiger als innerhalb Deutschlands.

Dass abgehende Gespräche im Ausland nun nach den ersten 30 Sekunden im Sekundentakt berechnet werden müssen, ist da ein schwacher Trost. Ankommende Telefonate müssen sogar von Beginn an sekundengenau abgerechnet werden. Auch dadurch spart der Kunde bares Geld – vor allem, wenn er sich kurz hält. Denn zuvor war oft eine Minuten-Taktung gang und gäbe.

Die vier großen Provider in Deutschland – T-Mobile, O2, Vodafone und E-Plus – haben inzwischen die Preise angepasst. Keiner von ihnen unterbietet die EU-Vorgaben, man tummelt sich lieber am obersten Ende des Erlaubten.

Nach den neuen Tarifen zahlt man also bei den großen Mobilfunkanbietern für ein fünf Minuten dauerndes Gespräch innerhalb der EU 2,55 Euro. Für ankommende Gespräche zahlt der Handytelefonierer immerhin noch 1,15 Euro. In zwei Jahren werden die Preise dank Regulierung weiter gefallen sein. Dann kosten die Telefonate noch 2,10 Euro beziehungsweise 0,65 Euro – übrigens auch dann, wenn zum Handy eine Telefonflatrate gehört.

Vor allem kommt es darauf an, wo man seinen Urlaub verbringt. So gelten die vergünstigten EU-Telefonate nicht einmal in der Schweiz oder der Türkei. Von Ägypten, Sri Lanka, Südafrika oder Miami gar nicht erst zu sprechen.

O2 zum Beispiel unterscheidet zwischen vier Länderregionen. Für Telefonate in der Schweiz zahlen Kunden 0,54 Euro pro Minute – bei Abrechnung im Minutentakt, versteht sich, denn hier ist ja nichts reguliert. Türkeiurlauber zahlen sogar 1,59 Euro pro Minute. Vodafone unterteilt die Kostenstruktur für im Ausland abgehende Telefonate in die fünf Bereiche (PDF) EU, Europa 1, Europa 2 mit USA und Kanada, Welt 1 sowie Welt 2. Bei T-Mobile gibt es drei Ländergruppen und E-Plus unterscheidet zwischen EU-Ländern, Rest-Europa mit Nordamerika und der restlichen Welt.

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