Beim Touch Pro 2 scheint der Hersteller nach dem Prinzip viel hilft viel verfahren zu sein. In dem Windows-Mobile-Smartphone ist quasi alles integriert, was derzeit möglich ist. Das schlägt sich in den Abmessungen und im Preis nieder – denn der neue Touch Pro ist weder ein besonderes Schnäppchen noch besonders klein.

Klobige Hülle

Und das sieht man bereits auf den ersten Blick: Das Gerät gehört zu den größten und schwersten Mobiltelefonen, die derzeit zu haben sind. Er überragt dabei auch andere aktuelle Modelle mit ausziehbarer Tastatur – unter anderem das Xperia X1 von Sony Ericsson oder seinen eigenen Bruder S740. Immerhin hat er auch einen guten Grund dafür: sein großes Touchscreen-Display. Außerdem nutzt der Hersteller den zusätzlichen Platz zugunsten der Tastatur, die den Fingern beim Tippen deutlich mehr Spielraum bietet.

Störend wirken die pompösen Abmessungen vor allem aus optischen Gründen. Das Ding sieht einfach nicht sexy aus, obwohl die HTC-Designer offensichtlich noch alles aus dem Touch Pro 2 herausgeholt haben, was möglich war: Das Smartphone wirkt durch seine stark abgerundeten Kanten nicht ganz so mächtig, wie es eigentlich ist. Außerdem gibt es eine Umrandung aus Chrom, die stark an die Optik des iPhones erinnert. Der wertige Look zieht sich aber leider nicht durch – die große Abdeckung auf der Rückseite besteht aus Kunststoff. Und das sieht man auch.

Tolle Tastatur, tolles Display

Genug der schlechten Worte – wir sehen uns jetzt die Punkte an, die für die meisten potentiellen Käufer vermutlich ausschlaggebend sein dürften: Tastatur und Anzeige. Dank der Auflösung von 480 mal 800 Pixeln, die beispielsweise auch der Touch HD zu bieten hat, wirken Text und Grafiken extrem scharf. Darüber hinaus ist die Darstellung angenehm hell und die Farben brüllen quasi aus der Anzeige heraus. Damit braucht man sich vor einem iPhone nicht zu verstecken – zumindest in der Theorie. In der Praxis fällt Kennern leider auf den ersten Blick auf, dass es sich hier um ein resistives Touchscreen-Display handelt: Eine billig wirkende Kunststofffolie zieht sich komplett über die Oberseite des Geräts. Wir warten nur auf Kratzer – und bis dahin stören wir uns am vergleichsweise starken Spiegeln.

Immerhin werden Besitzer dieses Smartphones wohl kaum in die Bredullie kommen, Texte mit der virtuellen Bildschirmtastatur zu tippen. Denn das mechanische Keyboard ist einfach klasse. Es lässt sich im Querformat nach unten aus dem Gerät ziehen und rastet satt ein. Der Clou ist ein zweites Gelenk: Ist das Tastenfeld herausgezogen, klappt das Display nach oben – eben wie bei einem Notebook. Das Tippen selbst macht Spaß, zumindest im Vergleich zu anderen Smartphones mit Tastatur: Der Druckpunkt ist klasse, die Tasten sind gut zu erfühlen und der Abstand reicht aus, um selbst mit Wurstfingern keinen Buchstabensalat zu fabrizieren.

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