Erster Eindruck von Microsoft Project Natal: der Mensch als Controller

Zwar hat die Grafik von Videospielen in den letzten Jahren einen beeindruckenden Grad an Realismus erreicht, doch trotzdem ist der Gamer noch weit vom Geschehen entfernt. So lange wir mit einem unförmigen Stück Plastik in der Hand auf der Couch sitzen, wird sich das auch nicht ändern. Nintendo holt mit der Wiimote bereits Millionen Zocker vom Sofa vors Sofa, und jetzt zieht Microsoft mit Project Natal nach.

Microsoft bekommt mit Project Natal im Gaming-Bereich so viel Aufmerksamkeit wie seit langem nicht. Der Grund dafür ist einfach: Man sieht auf den ersten Blick, wie die Technologie die Kommunikation zwischen Mensch und Maschine verändern wird. Unsere Kollegin Ina Fried hatte letzte Woche die Chance, den „Controller“ in Redmond auszuprobieren.

Die Spielprinzipien der altbekannten Arcade-Klassiker sterben nie aus. Und das zurecht: Bei Ricochet – einer Art 3D-Breakout – geht es darum, die anfliegenden Bälle mit dem Körper zurückzuwerfen. Nintendo hat das Loslösen vom Sofa mit der Wii bereits geschafft, Microsoft setzt noch eins oben drauf. Wir kommen uns nicht mehr vor, als spielten wir am Computer, sondern als schieße eine ganze Fußballmannschaft auf uns als Torwart.


Breakout reloaded: Bei Ricochet geht es darum, heranfliegende Bälle mit dem eigenen Körper abzuwehren und damit Kisten zu zerstören.

Ein Kalibrieren ist nicht notwendig. Das Spiel erkennt die Personen auf Anhieb und setzt deren Gesten zielgenau um. Das gilt nicht nur für Bewegungen zur Seite. Trifft eine der Kugeln am Körper, so prallt sie mit gleicher Geschwindigkeit zurück. Erwischen wir dagegen einen Ball mit einem Fußtritt oder Fausthieb, so schießt er regelrecht in Richtung Kisten.

Eine Mischung aus Spaß und Fitness – das ist auch das Erfolgskonzept von Wii Sports und Fit. Und das zahlt sich bereits vor dem Marktstart beim Konzern aus Redmond aus: „Seit ich angefangen habe, an dem Projekt zu arbeiten, habe ich fast fünf Kilo abgenommen“, so Kudo Tsunoda, General Manager der Microsoft Game Studios und Creative Director von Project Natal. „Wir werden das sportlichste Entwicklerteam aller Zeiten sein.“

Während die Technologie für schlanke Hüften bei den Designern sorgt, soll sie dem Konzern selbst fette Jahre bescheren. Microsoft erhofft sich von Project Natal einen Boost für die Xbox 360, die laut Hersteller gerade mal die Hälfte ihrer Lebensspanne durchlaufen hat. Zur Erinnerung: Die Konsole ist bereits seit 2005 auf dem Markt – demnach wäre frühestens 2013 mit einer neuen Xbox zu rechnen.

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