Das bieten die Kameras im Herbst 2009: Beamer, 3D-Fotos, WLAN & GPS

Der Megapixel-Wahnsinn hat scheinbar ein Ende. Jetzt buhlen die Hersteller nicht mit immer mehr Pixeln um die Gunst der Käufer. Stattdessen halten exotische Alleinstellungsmerkmale her: integrierter Beamer, irrwitzige Geschwindigkeit, zwei Displays, WLAN, GPS, 3D-Fotos oder Partyautomatik?

Megapixel stellen nicht mehr das Hauptverkaufsargument von Kameras dar. Inzwischen ist auch bei der breiten Masse angekommen, dass zu einem guten Foto mehr gehört, als zig Millionen Bildpunkte, die sich auf einen daumennagelgroßen Chip quetschen und hinter einer winzigen Optik sitzen.

Ein gutes Beispiel für diese Entwicklung ist Canons PowerShot-G-Serie: Die G1 kam 2000 mit einer Auflösung von 3,3 Megapixeln auf den Markt. Fast jedes Jahr folgte ein neues Modell mit mehr Bildpunkten. Ende letzten Jahres kam die G10 mit 14,7 Megapixeln in den Handel. Doch bei der kürzlich vorgestellten PowerShot G11 schraubt der Hersteller die Zahl erstmals nach unten – auf zehn Millionen Pixel, auf dem Papier also auf das Niveau der G7 von 2006.

Je weniger Bildpunkte sich auf einen Chip bestimmter Größe quetschen, desto mehr Platz haben sie. Damit fangen die einzelnen Pixel mehr Licht ein und ermöglichen eine geringere Empfindlichkeit. Das wiederum reduziert das Bildrauschen, et voilà: die Qualität steigt. Zudem stemmen die Optiken der wenigsten Kompaktkameras tatsächlich die Auflösung des Sensors – Fertigungsungenauigkeiten, Verunreinigungen im Material und dergleichen sorgen für Störungen.

Canon dreht so also an der Qualitätsschraube. Andere Hersteller dagegen setzen nun statt auf mehr Megapixel auf andere, teilweise sehr abgedrehte Alleinstellungsmerkmale. Wir haben uns nach den spektakulärsten Kamera-Highlights dieses Jahres umgesehen.

Beamer an Bord: Nikon Coolpix S1000pj

Projektoren für die Hosentasche sind ja nichts Neues. Aber Projektoren für die Hosentasche mit integrierter 12-Megapixel-Kamera? Oder eher andersherum: Digicam mit Beamer?


Die Nikon Coolpix S1000pj bringt einen Beamer mit und ist trotzdem lediglich 2,3 Zentimeter dick.

Wie dem auch sei – die Nikon S1000pj besitzt zwei Linsen: hinter der einen sitzt ein Bildsensor, hinter der anderen ein Beamer. Die Kamera wirft Bilder mit einer Diagonale von bis zu einem Meter an die Wand. Der maximale Projektionsabstand beträgt zwei Meter. Mit einer Auflösung von 640 mal 480 Pixeln und einer Helligkeit von 10 ANSI-Lumen steht die Digicam durchaus mit portablen Mini-Beamern à la Easypix PX50 auf einer Stufe.

Bei den fotografischen Fähigkeiten macht die S1000pj keinen so außergewöhnlichen Eindruck. Vor dem 12-Megapixel-CCD-Sensor sitzt ein fünffach vergrößerndes Objektiv. Es deckt einen Brennweitenbereich von 28 bis 140 Millimetern ab und ist zudem optisch stabilisiert. Eine HD-Videofunktion bietet die Kompakte allerdings nicht: Nikon gibt sich mit 640 mal 480 Pixeln zufrieden.

Wer jetzt Lust bekommen hat, durch Bars und Clubs zu ziehen, Fotos zu schießen und spontane Diavorträge zu halten, kann die S1000pj ab September kaufen. Sofern es der Geldbeutel erlaubt: Mit einer unverbindlichen Preisempfehlung von 429 Euro ist die Kamera nicht gerade ein Schnäppchen.

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