Eines vorweg: Der Lensbaby Composer unterscheidet sich von den typischen Fototools. Bei dem Revival, das Lomografie und Spielzeugkameras gerade feiern, liegt es nahe, die seltsam anmutende Optik in die gleiche Schublade zu packen. Doch wer sich ein wenig mit dem Objektiv beschäftigt, wird feststellen, dass die Linse für faszinierende Aufnahmen zu haben ist – etwas Mühe, Übung und Glück vorausgesetzt.

Design und Ausstattung

Der Composer ist eines von drei letztes Jahr auf der Photokina vorgestellten Objektiven des US-amerikanischen Herstellers. Das mittlere Modell des Trios ist für die Bajonettsysteme der meisten namhaften DSLR-Hersteller erhältlich und kostet gut 150 Euro.


Tiefenschärfe mal anders: zwei mit den Lensbaby-Objektiven geschossene Fotos

Die vordere Linse der Optik ist mit einem Kugelgelenk am Objektiv befestigt. Sie lässt sich seitlich kippen und um 360 Grad drehen. Sowohl der Kippwinkel als auch die Rotation lassen sich gut unabhängig voneinander justieren. An der Vorderseite befindet sich ein Einstellring für den Fokus.

Das Kugelgelenk erlaubt ein Verschieben des Sweet Spots der Linse. So verlagert sich die Schärfeebene auf dem resultierenden Foto – sprich, nur ein kleiner Teil der Aufnahme gelingt scharf, der Rest verschwimmt in Abhängigkeit der gewählten Blende wenig bis extrem.

Apropos Blende: Im Gegensatz zu den meisten Objektiven lässt sich die Blende nicht über die Kamera einstellen. Stattdessen muss der Fotograf eine magnetische Scheibe mittels eines speziellen Werkzeugs an der Optik selbst auswechseln. Im Lieferumfang mit dem Composer befinden sich eine Reihe von austauschbaren Blenden mit Öffnungsverhältnissen zwischen F2,0 bis F22.

Die Brennweite des Composer beträgt übrigens etwa 50 Millimeter. Damit entsprechen die resultierenden Aufnahmen in etwa dem, was das menschliche Auge wahrnimmt – jedenfalls, was den Bildausschnitt angeht.

Abgesehen von Fokus, Schärfeebene und Blende bietet das Lensbaby-Objektiv keine Einstellungsmöglichkeiten. Hört sich nach wenig Freiraum an, doch der Eindruck ändert sich in der Praxis schnell.

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