Für 150 Dollar ins Weltall: MIT-Studenten schießen Fotos von der Erde

Projekt Icarus (Foto: zdnet.com)Die Raumfahrt ist irrsinnig teuer. Zwar vermeiden es offizielle Stellen, genaue Zahlen zu nennen, ein Wert von knapp 15.000 Euro pro Kilogramm Gewicht bei einem Spaceshuttle-Flug gilt heute aber als allgemein akzeptiert. Um Fotos der Erde aus dem Weltraum zu schießen, gehen mit der normalen NASA-Technik also schnell mehrere hunderttausend Euro drauf.

Umso erstaunlicher ist es, dass eine Gruppe MIT-Stundenten das ganze mit einem Budget von weniger als 150 Dollar bewerkstelligt hat. Für ihr Icarus getauftes Projekt nahmen sie einfach einen übergroßen Luftballon und befüllten ihn mit Helium. An einem daran befestigten Seil montierten sie ein Stück Styropor, in das sie eine Kamera, ein GPS-Handy mit externer Antenne und Zusatzakku einbetteten. Das Styropor diente dabei nicht nur als „Gehäuse“ für die Technik, sondern zusammen mit gewöhnlichen Handwärmern auch zur Isolation der Akkus vor der eisigen Kälte des Weltalls. Bei der Digicam handete es sich um eine Canon A470, die die Stundenten bei Amazon für weniger als 40 Dollar erstanden hatten. Damit während des Steigvorgangs des Ballons kontinuierlich Bilder auf ihrem Speicher landen, wurde das offene Firmware-Addon CHDK auf dem Gerät installiert und um ein Skript für das Aufnehmen eines Bildes alle fünf Sekunden ergänzt.

So schoss die kleine Canon während ihres fünfstündigen Fluges in eine Höhe von über 30 Kilometern weit mehr als 1000 Fotos. Nach dem erreichen der Maximalhöhe und dem Platzen des Ballons begann der Sinkflug an einem integierten Falschirm. Währenddessen ermittelten die Studenten mit Hilfe des integrierten Handys Motorola i290 die genaue Position ihres „Raumschiffs“. Nach der erfolgreichen Landung und dem Auslesen der Speicherkarte der Kamera kamen verblüffende Ergebnisse zum Vorschein. Damit ist bewiesen, dass Raumfahrt nicht immer teuer sein muss – zumindest mit den richtigen Tricks. (Foto: zdnet.com)

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